http://www.makepovertyhistory.org persona non grata » 1998 » September

Rückkehr aus der Diaspora Natacha Atlas

Je mehr sich Natacha Atlas vom musikalischen Ausdruck des Transglobal Underground zu emanzipieren begann, desto eindeutiger wies diese Tendenz in Richtung Nordafrika. Drei Alben reichten der Sängerin aus, sich aus dem TGU World Beat/Dub-Konzept, wie es das Debüt „Diaspora“ noch geprägt hatte, zu lösen. Auf „Gedida“, ihrem gerade veröffentlichten dritten Werk, substituiert sie die Dub-Anleihen nun nahezu vollständig durch Sounds, für die unsere Vorstellungen von arabischer Popmusik greifen mögen. Es gibt Ausnahmen, die leider in ihrem zu deutlichen Buhlen um einen Kompromiß mit europäischen Rezeptionsgewohnheiten sehr bemüht wirken und das sonst stimmige Konzept des Albums aufbrechen. Man möchte ihr dies jedoch nicht zum Vorwurf machen. Natacha Atlas wollte und will sich neu orientieren, sich noch offener geben für ungewöhnliche musikalische Einflüsse wie den ägyptischen shaabi-Gesang („Malabeya“) und gleichzeitig das Traditionelle mit dem Neuen verwirken. Daß ihr die Umsetzung dieses wohlmeinenden Ansatzes noch nicht immer ganz gelingt („Bastet“), scheint ihr selbst dabei durchaus bewußt. Die in Belgien und Großbritannien aufgewachsene Künstlerin wird nun nach Kairo ziehen, wo sie sich schon während der letzten 5 Jahre zu immer ausgiebigeren Studien der dortigen Musiktradition aufgehalten hat. Auch das Nachfolgealbum zu „Gedida“ soll in Ägypten aufgenommen werden… (Continued)