http://www.makepovertyhistory.org persona non grata » 2001 » November

Sometree - Sold Heart to the One

Junge Menschen singen von der Leere. Verdammen sich selbst für ihre Einsamkeit. Und sie machen es auf eine Weise, die den Hörer zur Anteilnahme zwingt. Denn fast jedem von uns fehlt noch ein Stück von dem Herzen, das man einst so leichtfertig verschenkte, sozusagen für die Liebe verkaufte. (Continued)

Danzig - Live on the Black Hand Side

Glen ist eine echte Königin unter den Diven. Das wissen wir natürlich längst. Auch ohne dass er sich bisher sein durchgeschwitztes Netzhemd unter der Lederjacke hervorreißen musste, um es sich über seine herrlich haarigen Schenkel zu streifen. (Continued)

Minus - Jesus Christ Bobby

Im Herzen des Sturms ist Struktur. Ein Regime bissiger Klangcenobiten, das aggressiv das Chaos knechten will, das Ungestüme peitschen in die Submission. Minus hat die Kälte, die es dafür benötigt. Ihr Eis verbrennt das glühende Inferno, quält es, macht es klein. Bis man es sperren kann in die meisterhaften Schreine, wo das Chaos grollt und grummelt. Und wo es schließlich wieder wachsen wird und zu Kräften kommt. Immer lauert die Bedrohung, ist der Terror evident. (Continued)

Der Technik blaue Seele - Beth Hirsh

„All I Need“ ist schon ein ziemlich gutes Stück. Natürlich haben viele, die die Brillanz des Stückes gerne emphatisieren, dies erst mitbekommen als ein innovativer Videoclip die schluchzige Melancholie des Stückes noch stärker auftrug und die „Moon Safari“ im Grunde - bis auf ein paar Nachzügler - schon längst  wieder hätte abgeblasen sein sollen. Beth Hirsh, die diesen Hit gemeinsam mit Air komponierte, hat sich auf ihrem zweiten Soloalbum nun erneut mit der elektronischen Seite der Musik eingelassen. Herausgekommen ist „Titles and Idols“, ein Werk, das nicht nur zeitgemäßer klingt als ihr eher minimalistisches Debüt, sondern - man kann das ganz deutlich hören - der Explizitmachung des einzigartigen Soul ihrer warmen Kompositionen noch äußerst zuträglich ist. (Continued)

Seelenwäscher - Aereogramme

Ja, ist denn an diesen ganzen Sprichwörtern überhaupt nichts wahr?! Da sagt man so geflügelt schön, Männer mit dichten Bärten hätten etwas zu verbergen, doch was nach einer Seelenwäsche wie „A Story in White“ noch hinter der zotteligen Gesichtsbeharrung der Glasgower Newcomer Aereogramme lauern soll, grübeln deren Craig B. und Nimrod lange und beinahe vergebens. Schließlich sagt der Schotte dann: „Ich denke, wir verstecken unsere Gesichter. Weil wir so hässlich sind.“ (Continued)

Der Kontroll-Freak - Justin Broadrick

Das ist ein fairer Kommentar“, gesteht Justin Broadrick. „Vielleicht hat es wirklich daran gelegen, dass ich zu viele Sachen gleichzeitig gemacht habe und das alles irgendwie verschwommen ist, alles irgendwie zweitrangig gegenüber dem anderen war.“ Nun scheint Broadrick seine Aufmerksamkeit wieder fokussiert zu haben. Auf zwei Projekte. Die neuen Werke,  Godflesh „Hymns“ und Techno Animals „Brotherhood of the Bomb“, sind nämlich zwei echte Streetcleaner. (Continued)

The Headache. It’s in your Head! - Les Savy Fav

Tim Harrington ist jemand der das Bad in der Menge nicht scheut. Wenn er von der Bühne klettert, nicht springt, dann sieht das natürlich nicht nach der einstudierten Choreographie eines professionellen Stage Divers aus. Wer würde ihn auch schon fangen, diesen verrückten, riesigen Kerl. Er bahnt sich seinen Weg durch die Menge, kraucht auf allen Vieren, schnurrt sich um die Beine der Zuschauer, leckt ihre Hosen und hinterlässt damit allemal eine Schneise der Verwirrung wo gerade noch euphorische Zustimmung skandiert wurde. „Um das zu genießen, was wir machen darf man Verwirrung nicht scheuen. Man muss es mögen seine Erwartungshaltung zu hinterfragen und auf den Kopf stellen zu lassen. Ja, wir sind eine Popband, in gewissem Sinne. Gerade die neue Eingängigkeit der Songs auf „On Forth“ ebnet uns einen Weg in dein Unterbewusstsein. Und dort fangen wir dann an, dir ziemlich gemein mitzuspielen.“

(Continued)

Die Zusammenkunft - Isolation Years

Jakob hat gerade den Verschluss einer Flasche Hansa springen lassen. Dann wartet er. Immer noch. Wartet darauf, dass ich etwas zu ihm sage. Fragen stelle. Schließlich ist das ja ein Interview hier. 

(Continued)