Lincoln - The Sound of Lincoln

Der Klang des Todes ist sanft und betörend. Wiegt in Wärme. Und nennt sich Liebe. Dann kommt der Tod selbst, mit der Geschwindigkeit einer Kugel. „Got my finger on the trigger, gonna pull it“, säuselt Tracy van Daal. Die Verzweiflung, man kann sie überhören. Es ist keine Drohung, es ist wie ein Versprechen. Tracy van Daal und Alex Gordon singen zum Opus als wäre es schon ihr letzter Tanz. Got my finger on the trigger.  Als wäre es der ultimative Liebesbeweis. Zumindest an der Ultimativität kann es keinen Zweifel geben. Hier nach kann nichts mehr kommen. Doch Lincoln belügen sich selbst. Sie kennen die Grenzen des Spiels. Sie kennen das Spiel. Warme, akustische Balladen, langsam und sicher tanzend auf dem Grat zwischen Melancholie und unerträglicher Tiefe. Den Abgrund vor Augen, dessen nichts preisgebende Dunkelheit auch Erlösung verbergen könnte. Lincoln spielen mit ihrer unglaublichen inneren Stärke, die sie schließlich der Einfachheit verweigert. Das ist atemmordend beeindruckend. Wie oft haben hier schon Menschen ihre Kontrolle verloren. Der schmale Grat ist so rutschig. Denn immer regnet es.
(Narwahl/PIAS)
Nimrod

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