Azure Ray - November

Natürlich hätte dieses neue Sechs-Song Werk von Ovenda Fink und Maria Taylor kaum besser auf den Punkt betitelt werden können als mit eben „November“. Regen und eisiger Nebel klingt aus den Sphären eines jeden ihrer Songs und nicht minder dem Townes Van Zandt Werk „For the Sake of the Song“, das sie in zweifelsfrei schöner Interpretation ihrem Kosmos zueignen. Natürlich aber lebt das Songwriting von Azure Ray auch erst durch die perfekt inszenierten Widersprüche zu dem unterkühlten Grundmuster, die diesen dramaturgischen Effekt kreieren, der die Spannung und die Faszination dieses Albums in keinem Augenblicke abebben lässt. Es sind Wärme und Farben, mit denen sie Kälte und graue Tristess besprechen, wie eine Magie wirken sie es in ihre Songs. Der bedrohlich schwellenden Dunkelheit kontern sie mit einem zarten und dennoch trotzigen „No Signs of Pain“ und erschaffen einen der (für mich) wichtigsten Songs des letzten Jahres. Diese Dunkelheit, sie mag Teil der Seelen der großen Künstlerinnen sein, und ihr in beeindruckender Kontrolle die Bedeutung niemals aberkennend, fädeln Azure Ray der Dunkelheit eine Girlande aus zarten Rosenblättern. So lassen sich dramaturgische Widersprüche natürlich lösen und in der finalen Rezeption wird alles wahrhaftig schön. 
 

(Saddle Creek/EfA)
Nimrod

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