System of a Down - Steal this Album

 „Steal this Album“ scheint eine dieser Geschichten, die eine Band veröffentlicht, wenn sie vertraglich noch für ein Album an eine Tonträgerfirma gebunden ist, aber keinen Bock auf eine fortwährende Zusammenarbeit mehr hat. Anderseits hätte sich die Firma dann nicht auf das Spielchen eingelassen, das sich System of a Down mit dieser Veröffentlichung erlauben. „Steal this Album“ ist zunächst natürlich kein sonderlich origineller, geschweige denn tatsächlich Irritationen bei Handel und Kunden hervorrufender Titel für ein Album. Diesbezüglich macht die Gestaltung denn schon etwas mehr her. Es gibt nämlich keine. Nicht wirklich. Die CDs befinden sich in einem schmucklosen Cleartray und das einer billigen CD-R nachempfundene, mit blöd präpubertären Schmakeleien bedruckte Labelprint zwingt selbst den ordentlich saturierten und selbstbekennend etwas trägen Konsumenten zu der Kalkulation: „Mensch, wieso ziehste dir das nicht lieber aus dem Netz.“ Billiger ist das ohnehin. Und die moralischen Hemmungen, mit denen räumt dann schon der Titel dieser Sammlung von unveröffentlichten Songs aus der letzen Studiosession mit Rick Rubin auf. Während dieser Session entstand auch das großartige „Toxicity“, und man kann glücklicherweise nur ein wenig nachvollziehen, wieso es die Songs von „Steal this Album“ nicht bereits auf den Vorgänger schafften. Was ist also die Botschaft hinter diesem Konzept? Ist es eine ganz schön begnadete Werbekampagne für den kostenpflichtigen Download? Gibt es auf der Homepage vielleicht sogar ein annehmbares Coverartwork?  Oder wen soll das alles provozieren und wer oder was soll profitieren? Teilweise lässt sich die Frage natürlich schon beantworten. Wenn auch nun wahrlich nicht mehr allzu viel dazugehört in den deutschen Albumcharts zu landen (zumindest Abverkäufe nicht, ausgeklügelte Verkaufskonzepte eben doch) so deuten doch Platzierung und Persistenz dieses eigenwilligen Produktes darauf hin, dass eine ganz ansehnliche Anzahl von Leuten noch immer keinen Brenner hat.
 

(Columbia/Sony)
Nimrod

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