http://www.makepovertyhistory.org persona non grata » 2003 » August

Rosen auf den Äckern der Verwüstung Release Records

Die Zeiten, in denen das Sublabel Release in die Klangdimensionen fühlte, in die sich Relapse trotz all der Vehemenz bei Suche nach neuen Extremen noch nicht wagte, sind vorbei. Release ist überholt. Die Suche geht weiter. (Continued)

Black Metal - A Shortcut to the Seventh Gate of the Infernal Empire Rage of Achilles Records

Into the Maze of mere Symbols (Reason) 

Black Metal hat sich längst tief verloren im Labyrinth der Zeichen. Jede neue Wegmarke deutet nur noch auf ein bereits gesetztes Symbol. Unter dem Fluch der Postmoderne ist der Pfad längst nicht mehr deutbar. Jede Proklamation ein Echo. Zahnlose Referenz auf einen bereits artikulierten Standard. Puh, konnte man erleichtert sein, als ein Kirchenbrand nicht länger das Ende der Christentums in Skandinavien symbolisieren sollte, sondern zu einem inhärenten, selbstreferenziellen Standard des Genres geriet, und als ein solcher Akt eine Attraktivität nur noch als Coming-of-Age-Spektakel hatte - und vor der eigentlichen, und desaströs schlecht geplanten Tat zumeist schon scheiterte. Ebenso der Holocaust, der vereinzelt in schockierender Konsequenz zum Sinnbild für die Obliteration aller moralischen und sozialen Kodizes der westlichen Zivilisation als ein kleiner Vorgeschmack auf Armageddon verharmlost und gleichsam glorifiziert wurde. Auf solche Dummheit reagierte man sehr schnell nicht mehr, man schüttelte nur mitleidig den Kopf und seufzte: “hach, Black Metal!?”.

Innerhalb einer stetig wachsenden Szene wurden diese Phänomene jedoch immer unerheblicher.  Extrem hässlicher, abseitiger, unpopulärer Kitsch - zunehmend von romantischem, orchestralem, gothicziseliertem Tand überkleistert. Das letzte Cradle of Filth Album machte sich dann auch ganz prima auf einem Majorlabel (Sony) und in den Charts (sowieso) … die Neue Mitte umarmt auch ihre bösartigsten Kinder. Und das war das jetzt, ein Genre gnadenlos mit dem Happy End betrogen, das hier niemand wollte (oder zu wollen vorgab)? Mitnichten. (Continued)

Himmel und Hölle vernichtet Axis of Perdition

Lovecraft hätte die zerlesenen Aufzeichnungen des verrückten Arabers wieder und wieder und schließlich auch rückwärts gewälzt, um schließlich einen Namen für das neue Phänomen zu finden, das seine Tentakel durch die Brüche in der Realität aus dem Jenseitigen kriechen lässt. Das Statement, mit dem die Briten Axis of Perdition die Erfahrungen während der Aufnahmen ihres Debütalbums zusammenfassen, spricht in respektvoller Zurückhaltung nur die unleugbaren Fakten: “Die meisten Realitäten nahmen schweren Schaden, während dieses Album geschaffen wurde.
Wir sind die ersten der Brut, die frei und zerrissen aus dem Dreck kriechen.” (Continued)

Der Unberührbare CEX

Zu behaupten, Genie und Wahnsinn lägen dicht beieinander, hieße Zweifels ohne sich auf einen schlimmen Allgemeinplatz zu begeben. Aber wohin sonst als auf jenen, so oft herbei zitierten Grat soll man sich stellen, wenn man sich diesen Cex greifen will. In nur einem Jahr veröffentlichte der Kerl aus Baltimore drei Alben, auf drei verschieden Labels. Wiederholt brach er mit diesen Alben die Erwartungen - sowohl an sich als auch an sich selbst und löste sich zugleich vollkommen aus den ästhetischen Klammern des jeweiligen Veröffentlichungskontext. Und dennoch betrieb er damit eine Profilierung etwas Ureigenem in seinem Sound. Auch die Cex-Alben der kommenden Monate werden Cex-Alben, aber niemals wie Cex-Alben sein. (Continued)