Himmel und Hölle vernichtet Axis of Perdition

Lovecraft hätte die zerlesenen Aufzeichnungen des verrückten Arabers wieder und wieder und schließlich auch rückwärts gewälzt, um schließlich einen Namen für das neue Phänomen zu finden, das seine Tentakel durch die Brüche in der Realität aus dem Jenseitigen kriechen lässt. Das Statement, mit dem die Briten Axis of Perdition die Erfahrungen während der Aufnahmen ihres Debütalbums zusammenfassen, spricht in respektvoller Zurückhaltung nur die unleugbaren Fakten: “Die meisten Realitäten nahmen schweren Schaden, während dieses Album geschaffen wurde.
Wir sind die ersten der Brut, die frei und zerrissen aus dem Dreck kriechen.”

Die Grimassen ihres Sounds sprechen den Schmerz ihrer Geburt. Aus der engen Uterus der Realität in den Wahnsinn gerissen, salbt sich im verrinnenden Nektar einer sterbenden Welt die neue Brut, für deren erste Schreie es noch keinen angemessenen Ausdruck gibt. Axis of Perdition - nur so viel scheint unter der Herrschaft des Chaos sicher - sind jenseits all dessen, was noch ist.  Sie sind Post-Black Metal, Post-Industrial, Post-Noise… sie sind selbst jenseits dessen, was  Phillip K. Dick, Shinya Tsukamoto und Frank Herbert hätten erdenken können, hätten sie sich zu ihren Visionen eifrig kontaktiert.
Mit der Ichneumon Methode und weiteren, noch viel unangenehmeren Techniken, wirkt die Axis of Perdition als Agens einer Kraft, deren Antlitz niemand begreifen und deren Intentionen folglich niemand lesen kann. Chaos ist die naheliegendste Erklärung, denn woran es keinen Zweifel geben kann, ist der Widerhall des Schlachtenlärms von Armageddon auf dem Debütalbum der Briten, das Tosen und Toben des finalen Kampfes also gegen die Kräfte, die diese Welt in ihrer anerkannten Bahn noch halten. Axis of Perdition zwingen die Welt in das Finale, auf das sie zusehends selbst zusteuerte: Wir waren es, die den Himmel schwärzten und wir sahen wie giftig und faulend das Leben in dieser von Pest durchzogenen Dunkelheit geworden war.
Axis of Perdition erklären ihre Ablehnung aller Kräfte, die an dieser Tendenz wirkten mit der ultimativen Konsequenz - auf den alles nieder walzenden Panzern der neuen Macht, die selbst von den dunkelsten Ahnungen, den geheimsten Ängsten der Menschheit völlig unbefleckt ist: “ Die Axis of Perdition steht weder für politische, noch für religiöse und spirituelle oder auf irgend eine andere Art und Weise daseinsbejahende Neigungen. Lasset Satan sich schwächlich an Gott klammern, denn gemeinsam werden sie zerstört werden.”    

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