Freitag, Mai 21, 2004
Seien Sie herzlich willkommen, in einem dieser raren Momente, in dem zwei (vermeintlich) auseinander strebende Welten ganz plötzlich auf eine ähnliche Umlaufbahn geraten und heftig kollidieren! Solche Momente sind selten vorhersehbar, die Ursachen konspirativ ausgeheckt. Die Konsequenzen bleiben in der Regel eher kurzfristig (oder gar auf diesen einen Moment beschränkt). Constellation haben das Debüt der Kroatin Elizabeth Anka Vajagic … gelauncht: „Stand with the Stillness of this Day“. Das Momentum dieser elegischen Eskapade ist erheblich, der Rückstoß ist sicherlich kein Rückstoß, und dennoch findet man sich plötzlich in der Nähe einer Dimension, von der aus man sich die ehrliche Frage stellen muss, wie viel der verdienten Aufmerksamkeit man diesem Album geschenkt hätte, wäre es in einem anderen Kontext erschienen. (Continued)
Donnerstag, Mai 20, 2004
Als vor anderthalb Jahren mit dem Booking der Künstler für die zweite Pop Up Messe in Leipzig begonnnen wurde, stand auch ein Acuarela Showcase kurz zur Debatte. Irene Tremblay, die auf dem spanischen Kultlabel gerade ihr Debüt als Aroah veröffentlicht hatte, war allererste Wahl … die Idee scheiterte dann aber leider am Rock Bottom Budget der Veranstaltung. Die Flugtickets für die Musikerin und ihre Begleiter waren einfach nicht drin. Es war schlicht zu teuer, sich den edlen Spürsinn mit Aroah vergolden zu lassen, es war zu teuer, schließlich sagen zu dürfen: das Pop Up Team hat es schon immer gewusst. Natürlich blieb in der allgemeinen Euphorie während und bis lange nach der Indie Messe nur wenig Muße der verpassten Chance nachzutrauern … und dass hier tatsächlich eine Chance verpasst wurde, davon weiß nach dem zweiten Album der Tremblay nicht mehr nur ein kleines Häuflein Beinhartfans, inklusive wir; allerorts werden es wohl die Spatzen gehässig von den Dächern käckern. (Continued)
Mittwoch, Mai 19, 2004
„Gehen Sie nicht in den Süden, erst recht nicht nach irgendwo südlich der Wüste. Die Leute da sind Wilde. Die überfallen Busse und tragen immer Messer mit sich herum“, beschwört der ältere Herr. „Hier im Norden, Turfan, Hami und Urumuqi, das sind recht sichere Plätze. Aber der Süden… man hört es ständig.“ (Continued)