Books Lie - Hall of Fame of Fire

Books Lie sind längst kein unteres Semester in ihrer Brooklyner School mehr. Spätestens mit der Europatour hatte es auch diesseitig ordentlich rumort, wie hemmungslos die Band die üblichen Verdächtigen durch die ätzendsten Kloaken ihres Stadtteils zieht. Der Dreck macht zwar noch nicht alle gleich, doch sind essentielle Attribute dieses Sound für Brooklyn längst schon ein Lokalsampler verifiziertes Aushängeschild geworden. Entfesselte, durch ein eigentümliches Humorverständnis noch aufgepeitschte Aggression, Punkrock für Kids, die auf die Uni gegangen sind, und sich keinen Deut dafür schämen, dass sie immer noch nichts verstehen. Hier ist dann die Verzweiflung völlig nachvollziehbar und kulminiert in einem Weltenfrust, der seine Ursachen und Feinbilder kaum mehr diffus erkennt. Darum ist es wohl, dass diese Schlaumeierpunkbands in tollwütigen Ausbrüchen absurd garstige Haken in alle möglichen Richtungen schlagen und dass gerade dieses geifernde „sich-nicht-festlegen-lassen-wollen“ zu einer der wichtigsten Charakteristika der School of Williamsburg  wurde. Ein Paradoxon wie es so weit noch völlig in Ordnung ist. „Hall of Fame of Fire“ ist ein herrlicher Stinker von einem Punkalbum.

(Level Plane/ www.novarecordings.de )
Nimrod

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