Old Time Relijun - Lost Light
Noch singt Arrington de Dionysos sein Gospel mit der schizophrenen Elegie eines abgefallenen Priesters. Noch predigt er Enthaltsamkeit von den Stimmbändern eines delirierenden Alkoholikers. Aber ihm ist das Licht schon längst erloschen. Und dies hier ist sein letzter Traum. Seine letzte Vision von der Hölle, bevor das Inferno seine Seele wirklich zu fressen beginnt. Blut eines abgemurksten Gockels in der Kehle, kräht und windet er sich selbst in manischer Ekstase durch die eigene Mahr. Sein Fieber brennt heißer als jeder Fluch der Sümpfe. Und in diesen elendig gelb lodernden Flammen, verbrennen seine letzten Blues und lassen seine Seele nackt zurück in einem klammen Käfig des Entsetzens, wehrlos, so dass sich jeder dahergelaufene Dämon von ihr pflücken kann. Und wenn man nun diesem aktuellen Old Time Relijun Album eine neue Zugänglichkeit nachsagt, kann das wohl nur bedeuten, dass jetzt die Sieben Siegel des Hades aufgebrochen sind und man die Stimmen der Verdammten endlich auch in Stereo hören kann.
(K Records/Cargo)
Nimrod
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