Dienstag, November 23, 2004
Entgegen der Einfalt, dass sich in der Postmoderne alle ästhetischen Widersprüche zu einer Stilharmonie zusammenführen ließen, gebiert sich die Fusion des Chicagoer Experimental Trios The Eternals auch auf der zweiten Full Length als ungemein bissiger Bastard. (Continued)
Dienstag, November 23, 2004
Mastodon stemmen eine Kraft und Energie auf dieses Album, als ginge es ihnen wahrhaftig darum, den ihnen bereits nachgesagten Status als die wesentlichsten Erneuerer des Metal (und alles sich anrainenden Düstergewerbes) in Granit zu meißeln. Konventionen schmelzen in diesem Lavastrom, dessen mit unbezwingbarem Pathos glühender Basalt nie reißender, nie zügiger durch sein loderndes Bett in die geifernde Mündung getrieben wurde. (Continued)
Dienstag, November 23, 2004
Auch auf dem in bitterem Sarkasmus betitelten “Salvation”, dem dritten Album der Nordschweden Cult of Luna, ist Hoffnung nicht mehr als ein im dunklen Gleißen der Götterdämmerung völlig verblassendes und unerreichbar fernes Gestirn. Mit Tragödie schwer rollt der letzte Tag über den Horizont und baut sich zu einem scharlachroten Gebirge, das kein Leben mehr überwinden soll. (Continued)
Dienstag, November 23, 2004
Der zarten Frau Solheim, der man ob ihrer herzhaften Pianoelegien auf „Behind Closed Doors“ noch voreilig die Tori Amos nachsagen mochte, entdeckt auf ihrem dritten Album tatsächlich neue Aspekte hochemotionaler Fragilität. Es ist der Songwriterin gelungen, ihren Schmerz zu lieben und in vielen seiner dunklen Facetten zu verstehen und akustisch zu vermitteln. (Continued)
Dienstag, November 23, 2004
Gibby ist ein kunterbunt gescheckter Hund. Ihm hat wirklich jede Jahreszeit ihre eigenartigsten Stimmungen ins Fell gekleckst. Eklektisch ist ein alter Hut. Hüte trägt er nicht. Dafür wuchert der Wahnsinn einfach viel zu dicht aus seinen Ohren. (Continued)
Dienstag, November 23, 2004
Ach nee. Hätten Sie doch nur nicht selbst diese Schublade geöffnet. Die musste sich ja einfach quer sperren. Electro-Folk. Of the incredibly strange variety. Von der Art, mit der man nun wirklich nicht mal so schnell warm werden kann. (Continued)
Dienstag, November 23, 2004
Die Traditionen sind tot. Nun hocken urige Viecher auf den Kadavern. Can und die Beach Boys, Techno und Folk, werden mit instinktivem Geschick gefleddert. Vereinnahmt. Gierig hüpfende Adamsäpfel. Einer geht noch, einer geht noch rein. Es ist nicht zu überhören: ein Zeitalter Popmusik ist zu Ende. Die Ära des Animal Collective hat begonnen. (Continued)
Samstag, November 20, 2004
Franzosen neigen zu der Unart anzunehmen, dass alle Welt sie verstehen können muss. Ein postkoloniales Dilemma, also irgendwie Ausgeburt eines Minderwertigkeitskomplexes, der aus dem Bewusstsein herzurühren scheint, dass Frankreich schon mal größer war. Und dies eben nicht nur flächenmäßig. Nun aber wird Frankreich immer enger, voller – eng wie ein Boot. Man wählt Front und versteift sich auf Quoten, die das Eindringen des Fremden limitieren sollen. Ein putzig-trotziger Anachronismus, der auch diesseits des Rheins momentan so emsig diskutiert wird, dass Ihnen an dieser Stelle eine ausführliche Stellungnahme erspart bleiben soll. Aber ein kleiner Einschweif musste einfach her, um zum eigentlichen Thema zu kommen: Syd Matters, 23jähriger Songwriter aus Paris. Sein sensationelles Langspiel-Debüt „A Whisper and a Sigh“ versteift sich nicht nur im Albumtitel auf das Englische. In seinem Heimatland wird er entgegen aller vermeintlichen Protektionismushysterie dennoch als einer der heißesten Newcomer gehandelt. (Continued)