Cult of Luna - Salvation

Auch auf dem in bitterem Sarkasmus betitelten “Salvation”, dem dritten Album der Nordschweden Cult of Luna, ist Hoffnung nicht mehr als ein im dunklen Gleißen der Götterdämmerung völlig verblassendes und unerreichbar fernes Gestirn. Mit Tragödie schwer rollt der letzte Tag über den Horizont und baut sich zu einem scharlachroten Gebirge, das kein Leben mehr überwinden soll. Cult of Luna entfachen einen weiteren Weltenbrand. Was dieses neue Inferno besser und erfolgsträchtiger machen soll als die Teufeleien anderer, ungezählter Aspiranten, ist mir indes eine zu epische Erwägung, und eine vorschnelle Entscheidung wäre mir anlässlich des formidablen Vorgängers „The Beyond“ wahrscheinlicher entfahren. „Salvation“ ist anders, mehr als nur eine Repetition, mehr als ein Ausfeilen akquirierter Parameter, ein wirklich ein neuer Versuch. Die so nachhaltig beeindruckende Stildiversität des letzten Albums wird auf ein Cinemascope in unmittelbarer Genrenähe reduziert, gewinnt dort eine mehr noch einschüchternderen Dichte, Tiefe und Homogenität. Man muss „Salvation“ tatsächlich zu Gute halten, ein apokalyptisches Panorama noch nachvollziehbarer zu machen, und weil dahinter zweifellos die Intention des sinistren Soundwebens der Band steckt, ist für sie das aktuelle Werk ganz sicherlich ein Schritt nach vorn. 

(Earache)
Nimrod

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