Mastodon - Leviathan
Mastodon stemmen eine Kraft und Energie auf dieses Album, als ginge es ihnen wahrhaftig darum, den ihnen bereits nachgesagten Status als die wesentlichsten Erneuerer des Metal (und alles sich anrainenden Düstergewerbes) in Granit zu meißeln. Konventionen schmelzen in diesem Lavastrom, dessen mit unbezwingbarem Pathos glühender Basalt nie reißender, nie zügiger durch sein loderndes Bett in die geifernde Mündung getrieben wurde. Mastodon lassen selbst das Meer brennen, und in dunklen Harmonien gipfelnde Wellen aus Feuer und Vernichtung schlagen über den letzten Refugien der alten Welt zusammen. Die grandiosen Panoramen, wie sie Bands wie Isis, The Ocean, Neurosis oder Cult of Luna für die Zeit nach der Hoffnung entwarfen, werden aufgelöst, all ihre Energien aufgesogen. So täuscht man sich tatsächlich nicht, wenn man vermeint im letzten Kapitel dieses Himmel und Erde verkehrenden Epos, „Joseph Merrick“, Fragmente von Neurosis’ „Souls At Zero“ wahrzunehmen. Allein Mastodon haben Macht über das, was Zukunft werden wird. Sicher in dessen tonneschwere Haut harpuniert, reiten Mastodon auf der Legende des ungeheuren Weißen Wals über dieses Inferno, überliefern sie in die Nachzeit, und werden so gleichsam Teil des letzten und ersten Mythos, den niemand mehr in Frage stellen kann, weil alles, was einst seine Gültigkeit hatte, vor diesem Album war.
(Relapse)
Nimrod
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