Goretex - The Art of Dying
Goretex, Non-Phixon MC und einer der schärfsten Kläffer der Clique um den morbide Soundszenarios zimmernden Pinko-Producer Necro, nimmt sich in den sechzig Minuten seines Solodebüts nun allen Raum, den die dunklen Katakomben seiner Psyche ihm zum Entpacken seiner erheblich gestörten Phantasien gestatten. „The Art of Dying“ ist natürlich detaillierter Account sadistischer Unart, ein verbales Vordringen in die letzten, durch den gesunden Verstand und Sozialverhalten geschützten Geheimnisse der Körperwelten, eine morallose Sezession, die konterkariert mit den Fotos eines hübsch und harmlos lächelnden Buben im Booklet das berüchtigte anklagende Veto des Angeklagten aus dem Unterbewusstsein springen lassen. They made me do it! Das soll natürlich nicht mehr als ablenken. Goretex lässt sich gar nicht ein auf solche schweren (und wohlgemerkt auch redundanten) Wertediskussionen und sein Debüt ist kaum mehr als geekig, unbedarftes Spiel mit Horror und Ekel – only entertainment, woran ja per se nichts auszusetzen ist. Im Einklang mit den Geschichten des MCs, der sich erfolgreich gegen die Erwachsenwerdung sträubt, sind auch die Sounds und Beats mit deutlich oldschooligen Nuancen arrangiert, gespickt mit Reminiszenzen auf die Ära, denen die Kinderfotos im Booklet entstammen, eine Zeit also als die Ideen gebrütet wurden, die nun – nicht wesentlich gereifter – auf diesem Goretex Album annonciert werden. Glücklicherweise wird unter den geschickten Händen von Necro selbst der Zusatz deathmetalnder Liveinstrumente nie zu einem unerträglichen Crossover, sondern besorgt eine sehr individuelle Sicht auf Phatness.
(Psycho+Logical/Grooveattack)
Nimrod
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