The Wives - Erect the Youth Problem

Diesen Lärm hat die Band nicht unter Kontrolle. Medien sind nicht die Meister der Kraft, die sich über sie artikuliert. Der Lärm spielt mit The Wives als hängen sie an Marionettenfäden. Ein Break hier, ein wilder Einlauf dort, ein kreuzfideler Überschlag, ein bisserl Hardcore noch im Finale … Noise macht mit denen was er will, und lässt sie dabei richtig gut rüberkommen. Sie sind seine Herolde, die Boten des Wahnsinns. „Erect the Youth Problem“ ist die Diplomatie des Chaos. Es sind ausgefeilte Umschreibungen der Macht, die hinter ihnen steht. Immer gebrochen, in intellektuellen Phrasen versteckt. Das ist große Kunst dieser Branche: das unheilige Chaos verkleiden, so dass es argumentierbar scheint, gleichsam aber auch keiner Note die apokalyptische Drohung zu nehmen. Eine Ehrfurcht erzeugen, die die antagonistische Verhandlungsposition, die wider den Status der Band und die Kraft in ihrem Rücken argumentieren möchte, in eine verlorene Defensive drückt, auf eine marginale Stufe, wo, nimmermehr auf Augenhöhe, als Gegenstand des Palaverns nur mehr noch die Frage zu klären bleibt, ob The Wives – als zweifellos legitim ausgewiesenen Vertretern des Lärms – der mächtig aufgewühlte Staub von den Schuhen  oder der Rückstand des letzten Stuhlgangs aus der Arschkerbe zu lecken sei. Denn nur wer sich von Beginn an als so was von down mit diesen Propheten des Lärm erklärt hat, kann hoffen, auch mal ihre Schwänze in den Mund zu nehmen. Soviel sollte klar sein. 

(Sweet Nothing/Cargo)
Nimrod

Post a Comment
*Required
*Required (Never published)