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Das Phonographische Quartett tagt…

radioblau_logo1.gifHeute Abend ist es wieder soweit: vier PnG-Redakteure stellen ihre Audio-Highlights der vergangenen Monate vor. Am Mikro sitzt das bewährte Gespann Loose, Nauber, Crane und Jensor mit CDs von Archive, Peter Licht, Rifles und Supersystem. Eine Stunde, vier CDs, vier Meinungen. Einschalten und Eigene bilden.

Freitag, 28.7. 21h Radio Blau

* Online hören  

Ausführliche Rezensionen der besprochenen Alben findet Ihr in der kommenden PnG #69, die in Kürze am Kiosk Eurer Wahl und im PnG-Shop bereitliegt.   

Die beste Platte aller Zeiten auf der ganzen Welt Elf Power

Als ob es noch nie anders gewesen ist. Eine Band kommt aus dem Nichts. Quasi. Macht eine Platte. Verändert die Welt. Das Universum. Alles. Was weiß ich. Und niemand hört zu. Niemand außer mir. Ich habe mir das nicht ausgesucht. Warum bin ich nur allein. Warum nur, warum.

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In einem Konzert stehen und die Umarmung der Band spüren und wissen, in diesem einen Moment, in dem alles liegt, dass man sterben möchte in diesen Armen, heute Nacht, wann, nur wann, wenn nicht jetzt. Pathetisch werden und schwelgerisch, kurz darauf und später, ein wenig später, traurig, so unendlich traurig. Ich bin so allein. Das hier ist für die (die es nicht gibt), weil für sie eine Band eine Platte gemacht hat, die sie nicht hören (weil es sie ja nicht gibt) und diese Platte das größte ist, was diese Welt bewegen könnte, sie aber nicht bewegt (weil die, die das könnten, es nie erfahren, weil es sie nicht gibt).
(Continued)

THE 101 - NUMBERS review + tour + verlosung

 Die Meriten des Eric Richter sind beachtlich. Seinetwegen schlagen wir die wenigen wesentlichen Kapitel des EmoCore immer wieder mal auf, die Kapitel, die er mit Christie Front Drive beschrieben hat. Seinetwegen beunruhigte uns der nachfolgende Genre-Downfall kein bisschen, denn die SynthPop-Episode mit Antarctica gehört nach wie vor zu den gelungensten und spannendsten Revisionsversuchen. Den revisionistischen Eifer hat Eric Richter aufgebraucht, diese Vermutung lag bereits nach der EP nahe, die seinerzeit seine aktuelle Band, The 101 einführte. Klassisch arrangierter, Hookline-durchsetzter GitarrenPop, dem das Sentiment, das Richters Stimme umsäumt, aber auch niemals ein Grund wäre, zu weit zurück zu blicken. Dieses Album setzt die eingeschlagene Richtung fort. Ohne große Überraschungen, aber wertbeständiger als alle öffentlich hofierten Mitbewerber. (Riptide)

Es lohnt sich also durchaus, Herrn Richter und Anhang zu besuchen, wenn er in den nächsten Tagen an folgenden Spots Station machen wird:

28.07.2006 Köln, Blue Shell

29.07.2006 Braunschweig, Cafe Nexus

Es gibt außerdem fünf mal ein Exemplar des aktuellen Albums zu gewinnen. E-Mail mit Name und Adresse an redaktion@png-online.de genügt.

Welten erschaffen Gravenhurst

Der Mann mit der schüchternen Haltung und der schmalen Statur sieht aus, als könnte ihn kein Wässerchen trüben. Doch in seinen Augen, die er hinter einer flachen schwarzen Brille versteckt, lauern Abgründe. Vielleicht ist es aber auch die Müdigkeit, denn die Nacht zuvor hatte Nick Talbot nicht geschlafen. Ein Schicksal, dass ich teilen werde, denn ich war für gerade mal 16 Stunden aus Leipzig nach Köln gekommen, um mit dem Kopf von Gravenhurst zu sprechen. „Bist du dir sicher, dass es das wert ist?“, fragt mich Nick mit einem müden Grinsen.

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Aber bevor ich auf den Sonnenaufgang wartete (und die Sonne lies lange auf sich warten), stand ersteinmal das Konzert im Gebäude 9 an. Und natürlich das Interview, das Nick gleich mit seiner Begeisterung für alternative Musikmagazine begann, die er eine Zeit lang selbst mit seinen Texten unterstützt hatte. „Ich habe mal ein Interview mit Movietone für das britische Psychedelic-Magazin Ptolemaic Terroscope gemacht. Am Ende hatte mein MiniDisc nichts mitgeschnitten. Der Albtraum eines jeden Journalisten. Die Jungs waren aber so nett, das ganze noch mal aufzunehmen.“
Nach einem sorgenvollen Blick auf mein Baby kehren wir zurück zum eigentlichen Grund meines Kommens: Gravenhurst. (Continued)

Berlin Festival rockt den Juli

Freunde des guten Geschmacks werden Purzelbäume schlagen, wenn sie sich das Line-Up des Berlin Festivals am 29. und 30. Juli in Paaren im Glien ansehen. Bei Namen wie Echo & The Bunnymen, The Robocop Kraus, The Raveonettes, Zoot Woman, Shout Out Louds, Gravenhurst und und und läuft einem direkt das Wasser im Munde zusammen. Für 35 Euro zzgl. VVK inklusive Campen kann man vom Ausklang des Julis eigentlich nicht mehr erwarten. Macht Euch bereit für zwei Tage Exzess, Schweiß und nicht enden wollende Freudenschreie!

www.berlinfestival.de

Verwirrung in Reinform Two Gallants

„The grey warm evening of August had descended upon the city, and a mild warm air, a memory of summer, circulated in the streets. The streets, shuttered for the repose of Sunday, swarmed with a gaily coloured crowd. Like illumined pearls the lamps shone from the summits of their tall poles upon the living texture below, which, changing shape and hue unceasingly, sent up into the warm grey evening air an unchanging, unceasing murmur. Two young men came down the hill of Rutland Square. One of them was just bringing a long monologue to a close. The other, who walked on the verge of the path and was at times obliged to step on to the road, owing to his companion’s rudeness, wore an amused, listening face.“ –James Joyce: Two Gallants (aus Dubliners).

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In der für Two Gallants namensgebenden Kurzgeschichte aus James Joyce’ Zyklus „Dubliners“ erfreuen sich zwei junge Männer den Möglichkeiten, die die Fähigkeit bietet, Frauen um den Finger zu wickeln und ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Inwieweit das mit den Charaktereigenschaften von Adam Stephens und Tyson Vogel übereinstimmt, bleibt eine rein spekulative Angelegenheit. Fakt ist, dass es sich um zwei Typen aus San Francisco handelt, die sich eher dem Folk als dem Surf verschrieben haben, lieber lesen als chillen und möglicherweise sogar lieber reiten als Cadillac fahren. (Gut, das ist auch schon wieder spekulativ.) (Continued)

Ikonen mit Klebeband Yaji and Kita, The Midnight Pilgrims

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Der Alltag der beiden schwulen Samurai Yaji und Kita ist mehr als nur trist. Er ist schwarzweiß. Die Drogen wirken nicht mehr, nicht mehr richtig. Sie hocken in ihrer dunklen Bude, sie hängen sich in den Armen. Die Innigkeit, mit der auch ihre Beziehung begonnen haben muss, scheint verflogen, aus ihren Unklammerungen. Sie sind am Ende, alles ist am Ende, das Bild bleibt schwarzweiß, und nun scheint das längst nicht mehr gewollt. Man muss es sich arg verkneifen, an den Einstellungen seines Fernsehers herumzustellen, als plötzlich doch ein Hauch Farbe in diese enge Trostlosigkeit weht. Ein Postkarte, eine Postkarte aus Ise, dem Land aus Milch und Honig, dem Land der fröhlichen Menschen und der grellbunten Farben, Farben, die von der schönen Karte sich schwingen und neue Konturen in den Alltag des unglücklichen Paares zeichnen. (Continued)

ILIKETRAINS - PROGRESS REFORM (review)

 Vielleicht sind Gemütsregungen in reinster Schönheit erst ausführbar, wenn man außer an den eigenen Fatalismus keine einzige Erwartung mehr bemüht. Die fatalistischen Meisterstücke, die diese Band aus Leeds wie aus dem Nichts vorlegt, so als wäre die reinste Schönheit kinderleicht zu fassen und auszubreiten, die danken ihre ewige Geltung einem Totalverzicht an Erwartungen. Freilich wird beinahe automatisch groß, was seine ersten Veröffentlichungen auf Fierce Panda ableistet, das A&R-Gespür dieses Hauses ist geradezu beispiellos. Dennoch lässt sich diese Veröffentlichung nicht einmal ansatzweise begreifen, solange über Kalküle gemutmaßt wird. Die Editors haben den Nachlass der Joy Division und Echo And The Bunnymen zweifelsohne gewinnbringend aufbereitet, Iliketrains können die nächsten Editors – nur mal so als Beispiel – aber niemals sein. Ihre Leidensästhetik durchdringt die Song-Entität beinahe radikal, immer wirklich genug, um esoterisches Avantgarde-Geschwurbel abzubiegen. Ihre Leidensästhetik ist für einen Pop-Entwurf indes viel zu wirklich. Ihr Eskapismus scheut die Todesnähe nicht, er sehnt sich immer weiter in die Abgründe. Die schwarzen Schleier, die Iliketrains über jeden ihrer Prozessionsgesänge, über die verzagt seufzenden Gitarrenarrangements, die archaischen Drumpatterns, über die menetekelnden Walls of Sound, über die mächtigen Zeichen und feinen Strukturen legen, die sind aus maßlosem Übermut gewebt. Aus dem maßlosen Übermut, nur sich selbst und gar nichts sonst zu schauen. (Fierce Panda/ Cargo) Andreas   

Neue Cooper Temple Clause Single für lau!

cooper_temple_clause180x180.jpgDie Kollgen vom britischen Musikmagazin Drowned in Sound haben neben einem Interview mit der Band aus Reading zu ihrem kommenden Album Make this your own auch noch die aktuelle Single Damage zum kostenlosen Download auf ihrer Homepage. Daneben gibt es auf der offiziellen Seite der Band diverse Liveaufnahmen als Video und MP3s zum kostenlosen Download. Ideale Gelegenheit schonmal ins neue Werk reinzuhören, bevor die Fünf Anfang August auf dem Haldern-Festival zu sehen sein werden.

Zu hören sind The Cooper Temple Clause auch am kommenden Freitag im Rahmen des PnG-Haldern-Spezial auf Radio Blau. Also: Radio einschalten oder online hören!

Damage bei Drowned in Sound

Offizielle Homepage der Band  

Radio Blau Webcast

Diamonds Are Forever Vashti Bunyan

vashti.jpgVashti Bunyans Geschichte liest sich im übertragenen Sinne wie das Märchen von Dornröschen. Mitte der 1960er (sic!) wurde sie von der britischen Musikpresse als die neue Marianne Faithful oder der weibliche Bob Dylan abgefeiert, nachdem sie unter der Federführung von Keith Richards und Mick Jagger die Single „Some Things Just Stick In Your Mind“ auf Decca veröffentlicht hatte. Allerdings gab es schon zu dieser Zeit das Phänomen des One-Hit-Wonders, so dass es Vashti verwehrt blieb, anschließend weitere Arbeiten zu releasen. Desillusioniert und ernüchtert von der Industrie zog sie sich mit ihrem Freund auf die Isle Of Skye zurück, um den Traum einer unabhängigen Hippiekommune zu leben. Die Erfahrungen der fast zweijährigen Reise, die die Erfüllung dieses Wunsches benötigte, verarbeitete Vashti auf ihrem ersten Album „Just Another Diamond Day“, das 1969 aufgenommen und veröffentlicht wurde. (Continued)

I Was a Lover Before this War TV On The Radio

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Wie oft durfte man schon von Bands lesen, von denen mit verstörender Überzeugung behauptet wurde, dass sie Klassifizierungen und einengende Genreschubladen hinter sich gelassen hätten. Häufig handelt es sich hierbei schlicht um ein billiges und oberflächliches Zusammenwürfeln von sowieso schon verwandten Stilistiken. Doch es wird weiterhin dummdreist der nächste große Entwurf innerhalb der allgemeinen Hypehysterie herbeigeredet.  Glücklicherweise gibt es immer noch genügend Bands, auf welche diese Lobpreisungen zumindest stellenweise tatsächlich zutreffen.  TV On The Radio aus Brooklyn, die spätestens mit ihrem Debütalbum „Desperate Youth, Blood Thirsty Babes“ völlig zu Recht ordentlich Aufmerksamkeit diesseits und jenseits des Atlantiks auf sich ziehen konnten, gehören ganz zweifellos dazu. Das neue Machwerk „Return To Cookie Mountain“ spiegelt noch stärker die verschiedensten musikalischen Bezüge der Band wider und zeigt sich dabei ein ganzes Stück weniger düster, auch wenn stets ein gewisse Nachdenklichkeit vor allem in Form sozialkritischer und politischer Anmerkungen durchschimmert.

(Continued)

THE SOUNDS - DYING TO SAY THIS TO YOU (Review)

thesounds.jpgUnd ich sage noch so zu Jana, wenn das Album Scheiße sein sollte, lässt sich immer noch das Albumcover hinlänglich kritisch würdigen. Also: wir sehen zwei junge Damen, die hübschere von beiden trägt ein Feinrippunterhemd, es spannt nebenbei bemerkt über atemberaubend wohlgeformten Brüsten. Sie, die Hübschere, scheint einen ausgezeichneten Frisör zu haben. Es scheint weiterhin so als sei sie dem anderen Mädchen sehr zugeneigt. Warum ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Vermutlich innere Werte. Über dem Bild liegt ein Violett-Filter – sehr stylish. Hätte ich dieses Motiv in einem Großformat, ich würde es mir vielleicht sogar wohin hängen. Auch in Anbetracht der Tatsache, dass da ganz groß The Sounds drauf steht. (Warner)

The Gentleman Losers - The Gentleman Losers

Gentleman Losers coverDie Brüder Samu und Ville saugen die letzte Kraft aus dem Abendrot, bevor die Nacht zurückkriecht, durch das Glas der Fenster, durch den Spalt unter der Tür und durch die Muskeln ihrer Herzen. Die untergehende Sonne muss noch leuchten, in ihren Gedanken, denn nur so können sie sich sicher sein, sie am nächsten Morgen wieder aufsteigen zu sehen. Die Atmosphäre in diesem Haus, in dem sie ihr Studio eingerichtet haben, ist beklemmend. Zu viele Stimmen, zu viele Geschichten, überall, und alle wollen sie gehört werden, alle bedrängen sie die Musiker. (Continued)

Dyke is only a four letter word. The L Word

sissysarah157.JPGZugegeben, “Dyke” ist nicht gerade das netteste Wort, welches man für eine lesbische Frau verwenden könnte, jedoch finde ich “Lesbe” nicht minder beleidigend. Mal ganz abgesehen davon, dass es ohnehin keine Rolle spielen sollte was ein Mensch in seinem Bett tut, wenn es uns denn um den Menschen geht. Insofern möchte man zunächst auch die Serie „The L Word“ mit dem grandios bescheuerten deutschen Untertitel „Wenn Frauen Frauen lieben“ unter unnötigem Ulk verbuchen. Denn wozu bräuchten Heterosexuelle einen Einblick in lesbischen Lifestyle, wenn es das Normalste von der Welt wäre, lesbisch zu leben. Wozu brauchen die lesbischen Frauen eine Serie, welche, Lichtjahre entfernt von ihrem realen Leben in einer Hollywood-Traumwelt ersonnen, allenfalls als voyeuristische Wichsvorlage für den männlichen Teil des Heterodurchschnitts taugt. Quasi „Sex And The City“ für Männer mit Lesbenfantasien? Aber: Ganz so einfach ist es dann doch nicht. (Continued)

Where Absence Fills the Air Vetiver

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Jeder Deiner Blicke war ein Versprechen. Jeder Augenaufschlag eine Verheißung. Niemals musste ich mich versichern, so lange du mich nur ansahst. Alle Deine Schwüre waren ehrlich, du hast sie jeden Tag gehalten. Du hast mich jeden Tag gehalten. Doch diejenigen, die verbittert an ihrer eigenen Lüge arbeiten, sehen nicht die Schönheit, die eine ewige Wahrheit in sich trägt. Sie sehen darüber hinweg in den trügerischen Zauber der Abgründe ihrer selbst. Du hast gar noch jeden Abgrund mit Sinn verkleidet. Über Deine eigenen Abgründe legtest Du immer nur ein Lächeln. Deine war die sinnlichste aller Wahrheiten. Deine war die ewige Wahrheit. Diejenigen, die an ihrer eigenen Lüge arbeiten fürchten sich vor allem, was stärker ist als sie. Die Furcht vor dem Bild ist mein ewiger Begleiter. Dem Bild, in dem Du mich neben Dir findest. Gegangen. (Continued)