Wille zur Einsamkeit Opah

opah.jpgVon der Einsamkeit, und von den Gedanken, die in ihr brüten, singt Sebastian. Von den Erinnerungen, die wie ein brennender Käfig sind. Natürlich haftet dem dunklen Ambiente, das der Sänger mit seiner sonoren Stimme verdichtet, auch immer etwas von einem Willen zur Seklusion an. Vielleicht auch etwas von Genie, das sich missverstanden fühlt. Sebastian, sagt Tobias, der gemeinsam mit ihm das Projekt Opah initiiert hat, sei den Dingen, die er augenblicklich schafft, im Geiste immer wieder schon voraus. Es fiele ihm schwer, sich mit Opah so stark zu identifizieren, wie er, Tobias, es tut. Er bewundere Sebastian, gesteht Tobias. Die Wiedersehen, die großen Erwartungen an die gemeinsamen Proben während der Semesterferien, die neuen Songs, sind für Tobias eine unglaubliche Motivation. Tobias hat wunderschönes Artwork um die aktuelle CD gebastelt, Tobias legt Geltungen in Texte und Themen, konstruiert über Fotografien im Booklet gar politische Bezüge, zu denen er ausführen muss, um sie im Zusammenhang mit seiner Musik nachvollziehbar zu machen. Vor ein Problem stellt ihn das freilich nicht. Opah sind ihm wichtig.

Man könnte euphemistisch davon sprechen, dass Opah in dem Kontext, in den sie sich selbst verorten, ein ganzes Stück exotisch sind. Tatsächlich wirken sie ein wenig verloren, zwischen den Delbos und Sometrees, zwischen Klez.e und Logh. Das alles sind Bands, die Opah – besucht man die Myspace-Seite der Band – als ihre Freunde präsentieren. Ein bisschen mehr Feedback wünsche er sich schon, gesteht Tobias. Er sei da etwas anders als Sebastian, der so viele Sachen gleichzeitig macht, für sich ganz alleine, den die Resonanz seiner Musik nicht interessiere. Vorgeblich nicht. Der meiste, der nachdrücklichste Zuspruch komme so eher aus der Gothic-Ecke, verwundert sich Tobias, dem Swans und Steve von Till nichts sagen. Metal, das sei die eigentliche Vorliebe von Sebastian. Neo Folk, damit kennt sich Tobias gar nicht aus. Nein, lieber doch Indie. Klassisches Schrammeltum. Aber auch Constellation. Immer dunkel, jedoch dem Licht nicht ganz so entrückt wie Frankie Sparo.

Opah machen es sich nicht leicht. Wahrlich nicht. Man kann nicht sagen, Opah stünden etwas neben ihrer Musik, nicht dahinter. Jedoch stehen sie sich selbst doch etwas im Wege. Vor allem mit diesen unsäglichen Bedenken, die sich selbst gegenüber hegen. Das sei alles längst nicht gut genug, meint Tobias häufig, und er redet dabei sicher Sebastian nach dem Munde. Das Allerwichtigste für Opah, die, noch ungesignt, ihre CDs lediglich über die eigene Homepage und auf den gelegentlichen, viel zu raren Konzerten anbieten, scheint zunächst, dass sie sich selbst darüber einig werden müssen, was ich der Band hier abschließend liebend gern bescheide: dass ihre Musik genauso schlicht wie ergreifend ist, einen wirklich warmen Klang in selbst die dunkelste Stunde spricht, dass die Band eine Zukunft haben könnte, die bei weitem nicht so schwarz ist, wie die edel ziselierten Rahmen, die sie um ihre Songs legen.

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www.opah.de

Comments (1) to “ Wille zur Einsamkeit Opah”

  1. danke für den unglaublichsten song, der durch euch die welt bereichert, der glücklich und traurig macht zugleich, der die vergangenheit zur gegenwart werden lässt. ein song ohne den alles weniger sinn machen würde. danke.

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