Kevin Devine - Put Your Ghost To Rest

kevin.jpgDass der Kevin schließlich zu so einem wirklich schlimmen Album kommen würde, nun, das war sicherlich abzusehen. Das war zu hören. Daran konnte man doch eigentlich nicht zweifeln. Kevin Devine war von allen Emo-Susen und Möchtegern-Songwriter-Schnullerbacken immer schon der Quengeligste. Ganz besonders aufdringlich plärrte er sich die Seele von den Stimmbändern – wie verzweifelt wider jedes böse treffende Wort, bei ihm sei doch das alles nur noch Show. Zurückblickend – und etwas Gescheiteres fällt einem anlässlich seines just veröffentlichten Werkes „Put Your Ghost to Rest“ wahrlich kaum ein – muss man Kevin Devine wohl gerade diese penetrante Nervigkeit als einen Hauch Charisma gutschreiben. Bis zu diesem aktuellen Album hatte der Gesang und hatten die Texte durchaus Profil, sie hatten ihre Kantigkeit, die eher verstören als gefallen konnte – aber immerhin.

„Put Your Ghost to Rest“ nimmt seinen Titel sehr, sehr wörtlich – beinahe so, als ginge es hier nicht darum von Gefühlen zu singen, sondern einfach nur einen ollen Sinnspruch zu exemplifizieren: nomen est omen. Der Sänger, der gerade noch jaulte wie ein bockiges Kind, hat sich auf seinen neuen Stücken samtweich betten lassen. Kein Ton und kein Wort mehr, nichts, was noch schneidet. Groschenrund produziert und eben genauso gewöhnlich wie ein abgenutztes Geldstück, wirkt nicht nur der obligatorische „parental advisory“-Sticker einmal mehr wie alberner Marketing-Quatsch, auch die ins Booklet gedruckten Politverweise erscheinen seltsam aufgesetzt – das leidige und längst bekannte Problem von Musikern, die meinen, ihre Botschaften seien so wichtig, dass sie sich etwas beugen müssten, um noch viel mehr Ohren zu erreichen. Kevin Devine stellt es an mit unerträglich banalem Folkrock. Nun kann er sich immerhin allen Menschen empfehlen, denen Ryan Adams immer einen Zacken zu kantig war. Und Garth Brooks zu alt.
(Capitol)

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