Antennas - Sins

AntennasMit ihrem Debüt bringen die drei jungen Männer mein Popperherz zum Bersten. Wobei ich dem Begriff “Popper” hierbei seine negative Konnotation abspreche und ihn modifiziere zu “geschmackssicherer Liebhaber gepflegter Popmusik”. Wie schätzungsweise siebzig Prozent der schwedischen Gesamtbevölkerung verstehen es die Antennas (fka Novak), Schmerz, Wut und Sehnsucht in Form von melodiösen und griffigen Perlen auf eine lange Kette zu reihen und sie im schönsten Glanz erstrahlen zu lassen, dass Frau Elster Stielaugen bekommt. Antennas wissen um die musikalischen und textlichen Kniffe, die bedripsten Mädchen das Gefühl geben, dass wenigstens irgendwo jemand ist, der weiß, wie man sich fühlt. Und sie nutzen sie. Schon das erste Lied “Gonna Get It Right” mit so tollen Sätzen wie “I can never run from you and that’s alright/ As long as I know where I’m going” treibt mich zu sich ständig wiederholenden Kniefällen. Durch die Verquickung von althergebrachten LoFi-Mechanismen und pompösen Orchesterelementen schaffen sie genau die richtige Stimmung, die es ermöglicht, vermeintlich schlechte Dinge in einem völlig neuen Licht zu sehen. Zum Beispiel, dass absolut pathetisches In-kitschiger-Wehmut-Versinken auch seine Daseinsberechtigung hat – solange es Bands wie Antennas gibt, die den Soundtrack dafür stellen.
(Decoder Records/Alive)
antennas.se
Antennas @ MySpace

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