Teriyaki Boyz - Beef Or Chicken

teriyakiboyz.jpgDer Hype um die japanischen Teriyaki Boyz (umfasst die Rapper Ilmari, Ryo-Z, Verbal und Wise inkl. des Produzenten und A Bathing Ape-/Billionaire Boys Club-Streetwear-Fabrikanten Nigo) und ihr Def Jam-Debüt „Beef Or Chicken“ ist einer mit allem, was dazu gehört. Das ist gar ein definitiver Prototyp eines Hypes. Denn trotz der schier unerfassbaren Who Is Who-Liste an Regler-Celebrities, als da wären Neptunes, Daft Punk, Adrock, Mark Ronson, Dan The Automator, Cut Chemist, Cornelius, Just Blaze, DJ Premier, DJ Shadow und Michael „5000“ Watts (Könnt ihr noch atmen?), geht diese Platte so un-HipHop in Wertung wie es schlimmer nicht sein könnte. Das japanische Rap-Produktionen funktionieren können, bewiesen doch schon diverse themenbezügliche Compilations der Vergangenheit. Die Teriyaki Boyz wirken dagegen wie die vollständige Comedyisierung der HipHop-Historie, könnten fast von Matt Groening erfunden worden sein, auch wenn die hier zugeführten Beats desöfteren per wissendem Eklektizismus partiell erstrahlen. Aber schon dann, wenn Daft Punk mittels Loop bei „Heart Breaker“ einfach noch einmal ihr eigenes, letztes Album feiern, könnte man auf den Verdacht kommen, dass der eine oder andere Studiogast das Ganze hier vielleicht gar nicht sooo ernst genommen haben könnte. (Genauso blöde, wie ich hier gerade formuliere, ist übrigens auch die Platte.) Ich komme ich mir beim Konsum der Teriyaki Boyz so vor, als wäre ich noch einmal Zeuge der „Musikladen“-Ausgabe, in welcher Manfred Sexauer und Konsorten Sugarhill Gangs „Rappers Delight“ auf hoch zu bestrafende Art und Weise verdeutschten. Selbst der Neptunes-garnierten, von Pharrell vokalistisch unterstützten Düster-Attacke „Large“ fällt auf halber Strecke schon nicht mehr allzu viel ein, um den Konsumentenkopf von der Tischplatte fernzuhalten. Und so kann man das eigentlich von jedem hier hinfabulierten Track behaupten. Am Ende bleiben fünf youth-stylende Nichtskönner übrig, die sich von Freunden mit ebenso dicken Brieftaschen helfen lassen, nicht allzu dünn rüberzukommen.
Doch auch der versatilste Produzent kann eben nicht immer Whodini mimen. Um sein Leben produzierte hier tatsächlich keiner der Geladenen. Bleibt also gern in den zahlreichen Hochglanz-Mag-Fotostrecken kleben, liebe Teriyakis, denn auf allzu vielen Plattentellern werdet ihr euch wohl dann doch nicht drehen dürfen. Bringt ja auch die perfekt Körper-getimte Streetwear völlig in Unordnung. (Def Jam/Universal) Donis

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