Eric Chenaux - Dull Lights
Sandro Perri - Plays Polmo Popo
Die Lichter sind gar nicht so trübe, wie sie dem einsamen Eric erscheinen. Es ist sicher ein wenig auch Geschichte, die seine Wahrnehmung mit Abgeklärtheit verbaut. 15 Jahre agiert der Songwriter am Mainstream Torontos vorbei, hat sich mit Punk eingelassen, mit Noise und Folk. Er kann nichts für seine Distanz. Das kommt so, mit den Jahren. Aber auch sich selbst verschont er nicht mit dieser Kühle, treibt sich beständig aus den bereits durchquerten Strukturen. So versessen darauf, die Suche zur Essenz seines Werks zu machen, lässt er die Texturen seiner Songs bis tief ins Dissonante fasern. Und wirklich berührt er wahre Magie an den völlig unerwarteten Stellen, an die er gerade noch folgen konnte, am Ende einer Auseinandersetzung, die intersubjektiv nur noch bei aufrichtiger und intensiver Anteilnahme nachvollziehbar ist. Eric Chenaux ist einer der wenigen Einzigartigen – nennen wir seinen Namen getrost in einem Atemzug mit Richard Youngs and Frankie Sparo – einer der letzten Songschmiede, die ihre Songs noch aus deren reiner Essenz erschaffen, dieser Essenz, die anderen unter ihren gediegenen Akkorden für immer verborgen bleibt.
Sandro Perri ist – neben Martin Arnold und Nick Fraser – einer der wenigen Musiker, die sich noch ab und an in die verschrobenen Songwelten des Eric Chenaux hineinwagen. Chenaux und Perri haben sich gegenseitig bei Auftritten begleitet, und wirklich, so eigenwillig und einzigartig die beiden auf ihren Alben klingen, drastisch auseinanderzuklaffen scheint ihre Philosophie des Songs nicht. Perri, der bereits das Projekt Polmo Polpo auf Constellation veröffentlichte, frönt mit der vorliegenden, programmatisch betitelten EP der Laune, Tracks seiner Polmo Polpo auf der Akustikgitarre neu zu interpretieren. Die Akkorde und sein, die Kompositionen noch eindringlicher machender Gesang sind dabei aber nur Korsett. Dieses Gerüst bindet die diverse und manchmal hinter seinem Rücken ins Diffuse driftende Orchesterbegleitung. Es bindet ihre Vielfalt hinter die verhalten freundlichen Melodien, die ihm von den Lippen springen. Sandro Perris Neu-Interpretationen addieren vor allem eine Wärme und Lebensbejahung zu den Polmo Polpo Nummern, die so erstaunlich intensiv aus Originalen wie “Sky Histoire” und “Circles” noch nicht klangen.
(beide Constellation/Southern/Cargo)
Weiterlesen zu Southern Records und weiteren Constellation Acts wie Lullabye Arkestra in der noch immer aktuellen PNG 70.
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