Trencher - Lips
Des Wahnsinns keifende Avantgarde. Selbstverständlich greifen alle vorschnell dargebotenen Formeln zwischen Casio-Grind und Math-Core ein erhebliches Stück zu kurz. Das Londoner Trio Trencher bündelt und rezirkuliert die Wucht ihrer unablässigen Angriffe in einen Kanon für die Extreme, dessen Psalme trotz ihrer effizient pointierten Länge eine Ahnung von der epischen Dunkelheit, die sie im Schlepptau haben, immer hübsch schaurig ins Bewusstsein krauchen lassen. Ihr Album ist ein kleiner Exorzismus, der, wenn er vielleicht auch nicht den Leibhaftigen vergrault, doch zumindest eine nicht unerhebliche Menge belastenden dämonischen Abfalls von den Sinnen spülen kann. „Lips“ verkleidet den gierenden Mouth of Madness; zwei pulsierend scharlachrote Falten, über die man, feuchtend, seine Zunge nur gleiten lassen möchte, so man sich nicht scheut, der mit diesem Akt vollends obsolet werdenden Illusion von Status Quo und Normalität in just diesem Moment die nackend Öffnung seines Rektums entgegen zu strecken … und los zu lassen, ein für allemal, die Scheiße zurück in die Hände zu kacken, die einen Lebtag nur Scheiße gefüttert haben. Wahnwitzig gekurbelt schließt sich der Kreis, und alles, alles fließt zurück. Erstinkt daran, ihr Fucker! (Southern Records/Soulfood)
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