Black Cab - Jesus East

blackcab.jpgPsychedelischer, drogengeschwängerter Singsang, geloopte, treibende Rhythmen, sphärische Gitarren und natürlich darf die Sitar bei diesem Gebräu nicht fehlen. Willkommen in den nebeligen Randbezirken der Wahrnehmung, an der Schwelle zum Unterbewusstsein. Black Cab lassen die vergangenen Zeiten entspannter Psychedelia der Sechziger, mit George Harrison als Halbgott, und die Shoegazerära mit den Heroen von Creation Records (Felt, Ride, Slowdive, My Bloody Valentine) wieder auferstehen. Man wird angehoben und fortgetragen.
Black Cab bestehen dabei nur aus zwei Musikern, Sänger Andrew Coates (Foil) und Gitarrist James Lee (Registered Nurse). Erweitert wird das Line-Up im Studio und auf der Bühne mittlerweile durch Alex Jarvis (Automatic), Ashley Naylor (Even), Anthony Paine (High Pass Filter), Richard Andrew (Registered Nurse, Underground Lovers) und Steve Law (Zen Paradox). 2004 erschien mit „Altamont Diary“ das Debüt, welches das tragische kostenlose Konzert der Rolling Stones und weiterer Acts auf dem Altamont Speedway 1969 als Kernthema beinhaltete. Seinerzeit starb Meredith Hunter, erstochen von einem Hells Angel, und drei weitere kamen durch Unfälle ums Leben (außerdem soll es auch vier Geburten gegeben haben). Ein wenig spielt dieses Thema auch auf Jesus East an. „Valiant“, mit über sieben Minuten das längste Stück der Platte, enthält einen Monolog von Sam Cutler, dem ehemaligen Tourmanager der Stones (aber auch Grateful Dead) zu dieser Thematik. Für viele gilt dieser Event heute als Schlussakt der Hippiebewegung, die Unschuld war verloren. Der Höllenengel wurde nach kurzer Inhaftierung wieder freigelassen, nachdem eine Jury Notwehr anerkannte, da Hunter eine Schusswaffe trug, mit der er auf die Bühne gezielt haben soll. Trotz weiterer ungeklärter Umstände, wie der Beteiligung weiterer Personen in der Messerstecherei, schloss das Sheriff Department 2005 die Akte.
Doch zurück zu Black Cab. Die Platte ist ein wahrer Monolith, die wahrlich hypnotischen Klänge nehmen einen gefangen, entführen in andere Sphären und Zeiten. Das Album weist eine beachtliche Geschlossenheit auf und trotz unterschiedlicher Tempi geht der rote Faden nie verloren. Da haben die Australier aus Melbourne etwas Beachtliches zustande gebracht. Respekt! (Stickman Records)

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