Freitag, März 30, 2007
Ja, es kam auch für uns überraschend, aber es ist Tatsache: wir haben wieder Freitag und das Phonographische Quartett würde eigentlich tagen, wären wir dieses Mal nicht um einen Mann short. “Also ein Trio”, um Yellow Submarine zu zitieren – nicht, dass es sich bei Radio Blau um BlueMeanies handeln würde, oder so. Egal, mehr Zeit für Musik, die diesmal auf jeden Fall von Pole (”Steingarten”), Anssi 8000 (”Kyklops vs. Svesse”) und Makossa & Megablast (”Kanuaka”) kommen wird. Aber auch von etlichen mehr, wenn wir in der zweiten Stunde die Erscheinungswundertüte auspacken, die in den letzten Wochen immer voller geworden ist. Also, blau sein lohnt sich wieder.
Heute, Freitag, 21h bei Radio Blau.
(Continued)
Donnerstag, März 29, 2007
„There’s many the slip between cup and lip.“ Allerdings.
Mit staubigem Gitarrenkoffer ist er von draußen auf den Straßen in die Stadt gekommen, er ist durstig und einigt sich schnell mit dem Wirt, für ein paar Handvoll Ale den Pub bespielen zu dürfen. Wenig später ist er in der nötigen Stimmung: Schließt die Augen, meine Freunde, es ist jetzt soweit. Ich nehme euch mit auf die Straßen, von denen ich glaube, dass sie in hellere Gegenden führen, dorthin, wo die Sonne über den Hickorys und den Verlorenen an den Ufern des Mississippi scheint, oder waren es die Weidenbäume vor den Backsteinhäusern der Torrianio Avenue, den Duft Camdens und der Themse im Haar? Wir sind alle Cornelius Suttree, wie auch ich in euch bin. Es sind die Straßen, von denen ich glaube, dass wir alle auf ihnen gehen, die Strassen, an die ich glaube. (Continued)
Mittwoch, März 28, 2007
Wer zu spät kommt, den bestraft nicht nur das Leben, sondern auch das Immergut. Soeben ging nämlich die Meldung ein, dass das Festival mit dem Euter ausverkauft ist - mal wieder zwei Monate im Voraus. Wir gratulieren den Veranstaltern und verweisen noch mal auf die letzte Woche bestätigten Bands, die das Line-Up immer mehr umreißen: die Kanadier Malajube, die alteingesessenen Tocotronic, Jens Lekman und A Hawk And A Hacksaw. Bereits vorher bekannt gegeben waren Tele, Explosions In The Sky, Polarkreis 18, Jeans Team, Friska Viljor, Shout Out Louds, Naked Lunch, Monta, Erobique und Architecture In Helsinki. Das wird ein Spaß. Am 1. und 2. Juni in Neustrelitz.
Mittwoch, März 28, 2007
Steve Von Till, seines Zeichens Sänger von Neurosis, beehrt am Dienstag, den 3.4.2007 (Start: 21.00Uhr) die Hallen des UT Connewitz im Rahmen der Promotour für das neue, lang erwartete Neurosis Album. Musikalisch erwarten uns rar gesäte Darbietungen seiner beiden Solo-Projekte und von A Whisper In The Noise.
Bei Harvestman treffen Psychedelicschattierungen, wie sie typischer für Neurot Recordings kaum sein können, auf Klänge die sich an traditioneller Folklore orientieren. Bands wie Grails oder Tone seien hier erwähnt die neben Harvestman stellvertretend für die Weiterentwicklung solcher Termini wie Prog-, Kraut- oder Postrock großartiges in Tönen leisten. (Continued)
Mittwoch, März 28, 2007
Auf ein “indietronic indoor festival” der etwas anderen Art darf sich jeder musikbegeisterte Outlaw am 5.4. freuen. Ab 22 Uhr bitten die Damen und Herren von Riotvan Events zum gut frisierten Tanz in der Distillery (Kurt-Eisner-Straße 108a, Leipzig-Südvorstadt). Live zu begutachten sind u.a. So So Modern aus Neuseeland, Randy Twigg, The Plectrons und The Chi Chi BBC. Danach verköstigt uns ein uns allen bekannter Leipzig-Abtrünniger aka Trevor Reznik mit dem heißesten, was seine Plattenkoffer zu bieten haben, und wird damit den unteren Floor der Distillery ordentlich zum Beben bringen. (Diese Formulierung ist in der Tat widerlich, aber trotzdem inhaltlich angebracht.) Der Spaß kostet 8 Euro und sollte nicht verpasst werden. (Continued)
Dienstag, März 27, 2007
Es scheint eine Ewigkeit her zu sein, dass mir David Kitt den Winter rettete. Als damals „The Big Romance“ in unsere Redaktionshallen flatterte, war sie von den Kollegen nur noch durch Opfer erheblicher Blessuren aus meinem Rechner zu entfernen. Ohne jemals auch nur mit dem Gedanken gespielt zu haben, mit Männern ins Bett zu steigen, wollte ich mit David kuscheln und den ganzen Winter am liebsten nicht mehr auftauchen. Dieses unglaublich warme Organ, die so selbstverständlich wirkenden Melodien, das minimalistische Äußere hat mir den Glauben an den Pop wiedergegeben. (Continued)
Freitag, März 23, 2007
YoH, Folks! Wie die Überschrift schon zart andeutet rocken am Montag, dem 26.3.2007 ab 21.00Uhr The Blow, The Eternals und DJ Kenneth James (alle US) das FrühAuf! hinter dem Cafè Cantona, in Leipzig selbstverständlich. The Eternals, ein Trio aus Chicago und beim renommierten Aesthetics-Label ansässig, sind nicht nur bekannt für ihre eruptiven Entladungen , sondern auch für die zahlreichen verarbeiteten Einflüsse von Hip Hop, Elektronika, Post-Rock, Soul bis Dub. The Blow, das Duo aus Portland ist hingegen dem verspielten und eingängigen Pop zugewandt, zwischen Low- und Hifi, R’n'B und Elektro geht da einiges. Und mit ihrem letzten Album “Paper Television” waren sie im September sogar CD-Tipp bei Arte. Und dann bin ich noch auf das Make-Up gespannt. Man sieht sich. (Continued)
Freitag, März 23, 2007

Habt Ihr sie damals mitbekommen, diese stylishen, oft leicht angetrunkenen englischen Männer in schicken teuren Anzügen, die sie angeblich vom Onkel aus Heidelberg geschenkt bekommen haben? Habt Ihr James Johnston gesehen, wie er, bevor er bei den Bad Seeds anheuerte und dann mit …bender mal eben das Sub-Genre Abstract Noise Folk definierte, zwischen Orgel, Gitarre und Gesangsmikro hin und her wirbelte oder gar alles gleichzeitig bediente und dessen Gesang dabei zwischen den Herren Cave und Spencer oszillierte, nur dass er wesentlich…getriebener dabei wirkte? (Continued)
Freitag, März 23, 2007

Japaner sind berühmt für ihre Kreativität im Umgang mit der englischen Sprache. Sie können so viel origineller sein, als nur stets und ständig die Buchstaben „l“ und „r“ vertauschen. Jungen Bands aus Nippon wünscht man, sie würden nicht gleich all ihre Genialität an ihre Namen verschwenden. (Continued)
Mittwoch, März 21, 2007
Ich fahre Marcus einfach davon.

Der Kerl hatte mir vor meinem Hotel aufgelauert, um mir wohl auch den zweiten, langen Tag in der Hoffnung auf ein Geschäft nachzulaufen und mich derweil mit Jesus vollzuquatschen. „Du brauchst mich, du sprichst doch die Sprache nicht“, hatte er sich nachdrücklich empfohlen, bis ich ihn daran erinnerte, dass er behauptet hatte, er wäre Dani. „Ja, natürlich bin ich Dani!“, klang er recht empört. „Und Buyaka der Sentani sprichst du dann auch?“, hatte ich nachgehakt, und er hatte dann etwas kleinlaut eingestanden, dass er darin nicht so fließend sei. Aber trotzdem, blieb er beharrlich, sein Umgang mit der Bahasa Indonesia sei doch wohl viel besser als der meine. Mit fünf Meter Abstand trottete er mir hinterher. (Continued)
Dienstag, März 20, 2007
Monikers klingen unglaublich jung – Gesang wie noch nicht im Stimmbruch, aber schon mal mit dem Schniedel im Staubsauger festgeklemmt. Sehr gequält, das. Akkorde, die man in der ersten Gitarrenstunde vorgemacht bekommt, von seinem schmerbäuchigen Lehrer, der früher mal Punkrocker war. Naheliegendste Referenz: … nein, nicht frühe Jawbreaker, glaubt dieses Gerede ja nicht! … eher so etwas wie die Hanson des Punkrock, glücklicherweise nicht auch noch mit Kinderlied-Hooks - aber schlimm genug … sollen bloß keinem verraten wie alt sie wirklich sind.
(Label: vergessen)
Samstag, März 17, 2007
Thüringen ist ein trockenes, dürres Land - metaphorisch gesprochen. In Wirklichkeit haben die Bäume. Nichtsdesoweniger ist es schrecklich dort … muss es sein. Aus Thüringen ziehen fast so viele Menschen nach Berlin wie aus dem gottverlassenen Schwaben. Oder sie ziehen nach München - was noch trauriger ist … ja, so ohne Hoffnung kann man sein. Das muss nicht, denken die wenigen Unverwegenen, die vor Ort bewegen wollen, was in Hoffnungslosigkeit erstarrt scheint. Zu solchen bewundernswerten Machern gehören die Leute hinter dem End Pilot Festival aus Erfurt. Sie haben Musiker wie Slut, Apparat, Sometree, Audrey, Seidenmatt, Ef, Aux Grat, Endlos, Trickform heranorganisiert und sogar die Provinzhelden vom Immergut DJ-Team, die selbst nur zu gut wissen wie man aus Versprechungen tatsächlich blühende Landschaften macht. Und Ihr solltet auch unbedingt dort hinfahren, um die Bewegung selbst zu spüren, den gewaltigen Ruck und wenigstens das unwillkürliche Kopfnicken und Hüfteschwingen, für immer erfüllt mit der unauslöschbaren Erinnerung, in diesem entscheidenden Momente dabei gewesen zu sein. PNG hat zweimal 2 Freikarten für dieses Veranstaltung am 14.04. im Erfurter Centrum-Club wegzugeben … obschon, wer die mickrigen 8,00 Euro für dieses Festival nicht abdrücken will, ist eigentlich ein Sack.
eMail mit Betreff “End Pilot” an redaktion@png-online.de.
(Continued)
Freitag, März 16, 2007
Zentnerschwer, jedoch ohne dass es sie ausbremsen würde, streichen sich Earthbend den Soul auf ihre saftigsatten Riffs … und die treiben wie ein Keil, den man in seinem Arsch unmöglich ignorieren kann – nein, schmerzen tut das nicht, oder nur ein wenig, aber man kann vor allem nicht teilnahmslos sitzen bleiben. Auf „Young Man Afraid“, ihrem gerade vorgelegten Debüt, rockt diese Band aus der ostdeutschen Provinz mitreißende Hymnen gegen Vorurteil und Ahnungslosigkeit, und bedient sich hierfür nicht lediglich am Zeitgeist, sondern ganz forsch und dennoch zweifellos begeisternd im musikalischen Fundus der letzten fünf Jahrzehnte. Earthbend – um mal auf den Punkt zu bringen, was auch Produzent Kurt Ebeläuser so empfunden haben muss – schwitzen ihre Songs umwerfend sexy und bewegen ihre Hooks unverschämt geil. (Continued)
Mittwoch, März 14, 2007
Anfangs hatte Matias Faldbakken noch Bedenken, wenn es darum ging seine skandinavische Misanthropie anzubieten. Er verkroch sich hinter einem Pseudonym um in Ruhe abzuwarten, ob ihm die Feuilletons hold gesonnen sein würden. Schon kurze Zeit nachdem sich die Lobeshymnen über das Druckwerk des Abo Rasul ergossen, lüftete man den blassen Schleier über der, als Houellebecq-Fortführung angepriesenen, Sauerei in literarischer Passform. Seither gilt der norwegische Autor als Kultschreiber einer Schar postmoderner Süchtlinge der Pop-Kultur und rangiert gleich neben „Fall Out Boy“-CD und der Emily Strange-Tasche im hippen Jugendzimmerregal. Was qualifiziert nur Faldbakkens Pornoideologen zur neuen Kurt Cobain-Epigone? (Continued)
Montag, März 12, 2007
Lasst Euch nicht vom Bandnamen abschrecken. Auch nicht von der gruseligen Plakette “Rock mit deutschen Texten”. Die drei Typen aus dem Emsland, benannt nach dem Nummernschild ihres Bandtransporters bekamen von uns aller Evil Crane jüngst das höchst ehrenwerte Prädikat: “Diese Band hat im Rockspektrum der Bundesrepublik bisher gefehlt. Ungelogen!”. Und wenn Freund Crane das sagt, glauben wir ihm. Den Begeisterungssturm löste damals ein Besuch der Band als Support in Leipzig aus. Gar nicht dran zu denken, wozu die Jungs als alleinige Abendgestalter in der Lage sind.
Überzeugungsarbeit am kommenden Mittwoch in der Stadt, wo alles anfing.
14.3. 20h Moritzbastei Leipzig
(Continued)
Samstag, März 10, 2007
Der Anfang war billig. Für ein Taschengeld hatte Kevin Smith vor fast anderthalb Jahrzehnten sein formidables Debüt „Clerks“ inszeniert. Das Bild war grobkörniges Schwarzweiß, der Cast die Kumpels von der Straßenecke und die Story das gemeine Leben aus nerdigem Dummquatschen, Filme glotzen, leichten Drogen und dem Traum von Farbe. Lange bevor die schlauen Feuilletons das Thema für sich entdeckten, hatte Smith seiner Generation bereits ein Denkmal gesetzt. Zwischen den Regalen und dem Tresen des Convenience Stores, in dem sich fast die ganze Handlung abspielte, verlor sich die Generation P – p wie in prekär, aber das braucht man ja nun wirklich nicht mehr zu erklären. Ihr Leben ist ein Nebenjob, auf ewiglich, eine Sackgasse – meinen die, die draußen sind. (Continued)
Freitag, März 9, 2007
Wir sind in Liebe. Mit einem Album, dessen Titel selbiges Gefühl quasi impliziert. Bodi Bills Meisterwerk “No More Wars” ist eine dieser Platten, bei deren Hören die Handflächen ganz automatisch voller Euphorie auf die Schenkel trommeln und der laute Freudenschrei nur schwer unterdrückt werden kann. Wir wollen Bodi Bill heiraten und für immer glücklich sein. Morgen gibt es dafür Gelegenheit in Leipzig - gemeinsam mit Monotekktoni schlagen die beiden Herren in der Bar (Spinnereigelände) auf und werden uns allen gehörig ein breites Grinsen ins Gesicht drücken. Kommen ist Pflicht, Nichtkommen wird mit endloser Missachtung bestraft.
Bodi Bill + Monotekktoni - 10. März 2007 - 22 Uhr - Bar, Spinnereigelände
Website Bodi Bill
Bodi Bill @ MySpace
Website Monotekktoni
Sinnbus
Mittwoch, März 7, 2007
ACHTUNG! Wir verlosen je 2×2 Karten für die Shows in Leipzig und Berlin. Wenn auch du ein glücklicher Gewinner sein willst, dann sende bis zum morgigen Freitag 12 Uhr eine eMail mit dem Betreff “PnG ist toll” an redaktion@png-online.de! Der Rechtsweg und zu diesem Magazin gehörige Menschen sind von der Verlosung ausgeschlossen, hahaha.
Stell dir vor: traumähnliche Landschaften, Treppen aus Wolken, Flüsse aus Milch, dunkelgrüne, weite Wälder und kleine Männchen mit langen Nasen und spitzen Stiefelchen. Schließe die Augen, schalte deine Gedanken aus (ja, das geht!) und lass dich fallen. Jeniferever sind auf Tour und zeigen, was Musik ist.
11.03.07 D - Rostock, Jaz
12.03.07 D - Hamburg, Astra Stube
13.03.07 D - Berlin, Antje Öklesund
14.03.07 D - Berlin, Schokoladen
15.03.07 D - Leipzig, UT Connewitz
16.03.07 D - Dresden, AZ Conni
17.03.07 D - Chemnitz, Atomino (mit Urlaub in Polen)
18.03.07 A - Graz, Postgarage
19.03.07 SLO - Maribor, Gustav
20.03.07 A - Wien, B 72
21.03.07 D - München, Sunny Red
22.03.07 CH - St. Gallen, Grabenhalle
23.03.07 D - Frankfurt, Bett
24.03.07 D - Kassel, Anorak 21 (Continued)
Mittwoch, März 7, 2007
In einem Genre, dessen Ausdrucksformen wesentlich über die Stringenz der ästhetischen Roten Fäden und ihrer Einbehaltung determiniert werden, fallen die Perlen darin natürlich auf. Jedes Genre hat seine eigenen Codes. Es kann gesagt werden, dass für manche Sparten die Inszenierung von Authentizität enorm wichtig ist, der die inszenierte Künstlichkeit anderer Spielformen gegenübersteht. Dieser grobe Rock(männlich)-Pop (weiblich)-Dualismus findet seine Auflösungen auf vielen Ebenen, man denke nur an die Künstlichkeit und die Übertreibungen des Metals, denen seine puristischen Gebote und oft als kritisch missverstandenen, reaktionären Haltungen gegenüberstehen. Ähnliches gilt für die Industrial-Szene. (Continued)
Dienstag, März 6, 2007
Der Donnerstag beschert uns nicht nur ein Wiedersehen mit dem FrühAuf! (Windmühlenstraße 13, Hinterhaus hinterm Café Cantona), sondern auch musikalische Kost mit den interpolierten Schwedenhappen Cut City (gsl rec.) und den Einheimischen Krachmachern (Entschuldigung: Noiseheroen) von Don Vito (tremor panda). Also 8.3.2007 20.00 Uhr Entrée, Start: 21.00 Uhr. SO, SEE YA! (Continued)