http://www.makepovertyhistory.org persona non grata » 2007 » Juni

Neon Nuits Sans Fin Daft Punk live

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Haben schon einen kleinen Schuss, die beiden Franzosen. Verstecken sich unter Helmen, huldigen Maschinen und lassen sich ganze neun Jahre lang nicht in unseren Breitengraden blicken. Nachdem bereits im letzten Jahr im sonnigen Kalifornien das Eis gebrochen wurde und die Punks die Lust an der Massenbeschallung wiedergefunden haben, kommen sie nun auch für zwei Gigs nach Deutschland. Wir stimmen Euch ein mit einer kleinen Daft Punk-History von Semone.

DAFT PUNK live

29.6. Düsseldorf, Philipshalle
30.6. Berlin, Velodrom
Beginn jeweils 20 Uhr (Continued)

This Et Al. - Baby Machine

thisetal.jpgEs ist nicht schwer, die Gehörgänge potentieller Fans zu infiltrieren, wenn man das Rezept der Catchiness bis zum Umfallen gelernt und sich augenscheinlich in vielerlei Hinsicht an Bloc Party orientiert hat. Auch wenn die Medienreferenzen zu This Et Al immer wieder Richtung Sonic Youth und My Bloody Valentine tendieren, liegt es nämlich auf der Hand, dass die vier Jungs aus Leeds nicht selten in einem dreibuchstabigen englischen Musikblatt geblättert und sich – möglicherweise gar unbewusst, ich will ihnen nicht einmal vorwerfen, mutwillig geklaut zu haben – aktuelle Trends zunutze gemacht haben. So ist „Baby Machine“ ein solides Debüt mit durchaus hitkompatiblen Momenten. Etwas mehr Einfallsreichtum und Originalität täte aber auch nicht weh. Ansatzweise ist das ja schon vorhanden, wie beispielsweise in „Of National Importance“, das sich erfreulicherweise wegbewegt von polemischen Hooks; genau dort sollten This Et Al weitermachen. Dann klappt’s vielleicht auch irgendwann mit Sonic Youth. (Continued)

Zwanie Jonson - … It’s Zwanietime

zwan.jpg Schließlich nun hat Zwanie Jonson doch die Zeit besiegt. Acht Jahre lang hat er an diesen Songs geschrieben, acht verdammt lange Jahre. Acht Jahre, in denen sich die Größe, die beinahe über alles erhabene Schönheit seiner Kompositionen auf selbstgebrannten CDs für Freunde versteckte. Wie das gelingen konnte, wird für immer ein unlösbares Rätsel bleiben – eines dieser bescheuerten Paradoxe, zu denen es immer wieder und ständig in der Pop-Geschichte kommt. Aber jetzt wird das alles anders werden. So auf einen Schlag. Man wird Zwanie Jonson nachsagen, dass seine ruhigen Stücke wie Brücken über aufgewühlte Wasser sind, wie ein Himmel, der voller Diamanten hängt, und wie der herzenswarme Schein, im dem sich die Hoffnung auf Erlösung erfüllt. Man wird noch viel mehr zu sagen haben, über Zwanie Jonson, und man wird vor allem ihm viel erzählen und dreiste Versprechungen machen, bei den schamlosen Versuchen, diesen genialen Songwriter wegzustehlen, von dem kleinen Label, das DJ Koze eigens für Zwanie unter dem Dach von Buback gegründet hat. (Continued)

Dakota Suite - Waiting for the dawn to crawl through and steal away your life

dakota.jpgSoll ich jetzt einfach mal sämtliche Synonyme, die mir zu dem Wort „wundervoll“ einfallen, auflisten? Traumhaft, großartig, wunderbar, zauberhaft, phänomenal absolute Oberspitzenklasse? Nein, ich agiere stattdessen im PNG-Kontext ganz subversiv und mache mir den Waschzettel dieser Platte zunutze. Chris Hooson, Sänger und Multiinstrumentalist von Dakota Suite, ist Die-Hard-Fan vom FC Everton, ein britischer Fußballverein, der sich wiederum „Nil satis nisi optimum“ als Clubmotto auf die Fahnen schreibt. Allen, denen die lateinische Sprache genauso fremd (geworden) ist wie mir, sei gesagt, dass das „Nur das Beste ist gut genug“ bedeutet. Und Chris Hooson scheint so angetan zu sein von den Männern mit den dicken Waden, dass er auch bei der Arbeit an seinem sechsten Album dieses Motto vollkommen verinnerlicht hat. (Continued)

Fire walk with me Dälek

by Julien Mudry
Das Feuer war immer dabei, wenn die Protagonisten in David Lynchs Kopfgeburt „Twin Peaks“ die Wälder durchstreiften, Unmengen von Kaffee und Donuts vertilgten, sich kryptische Dialog-Battles lieferten und wenn der böse Geist einen Wirt nach dem anderen aufbrauchte. Der hierzu eingebundene, von Angelo Badalamenti und Lynch selbst erstellte, Score trieb dabei die magnetische Unwirklichkeit des Gezeigten unweigerlich auf die Spitze. Innerhalb tausender Kapitel interkontinentaler Pop-Schreibung wurden diese Atmosphären mannigfaltig der Wiederverwertung zugeführt. Man denke u.a. nur an Mobys immergrünen Floorfiller „Go“. Aber vielleicht kam noch niemand so sehr an dieses einstige, mystizistische Flirren um Laura Palmers Gebeine, wie es jetzt das neue Werk von Dälek namens „Abandoned Language“ maulöffnend vormacht, auf dass sich die Douglas-Tannen einmal mehr unheildräuend im Wind wiegen dürfen. (Continued)

Nachwuchs-Releaseparty Auf Durch Muzik

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Der heutige Abend ist ein schöner Abend für das Leipziger Elektronik-Kollektiv Auf Durch Muzik. Immerhin ist es ein besonderer Moment wenn das erste Baby auf die Welt kommt. Auf den reduziert-pragmatischen Namen ADM01 hört der Sprössling (was ihm immerhin lästige Namensverkürzungen erspart, für die manch einer aus Verniedlichung oder Faulheit ungeahnte Kreativität entwickelt). Es freuen sich die stolzen Eltern: Peter Strubel, Highheelllover, Varta, Elec. Puzzler, &² (and squared), Brigitte Blind, Schorch Schub, Feinrausmarcel und AMAYE von denen einige bei den Feierlichkeiten zugegen und zu hören sein werden.
Wer sich mit den frischgebackenen Muttis und Vätern freuen will, kommt. Und zwar…

Heute, 16.6. 22h ins Conne Island

(Continued)

Carla Bozulich (US) und Holmes (S) im UT

bozulich.jpgLiebe Gemeinde, am kommenden Freitag (15.6.07) treffen wir uns wieder einmal, um außergewöhnlicher Musik zu lauschen und um das Wunder des räumlichen Klanges zu empfangen. Pilgerstätte für dieses Beisammensein wird erneut das uns ans Herz gewachsene UT-Connewitz sein. Man darf es ab 20 Uhr Betreten und ab 21 Uhr die Ohren öffnen und Staunen. Carla Bozulich und Holmes stehen auf dem Programm (näheres siehe unten). Bedauerlicher Weise wird dies auch ein Abschied auf Zeit sein, da der Veranstalter uns mit diesem Konzert in die Sommerpause verabschiedet und die saure Gurkenzeit damit offiziell eröffnet wird. Bis in drei Monaten! Jammer, Barm, Heul! (Continued)

An deutschen Unis geht doch was Lunatic-Festival

lunatic.jpgNicht nur aus lokalpatriotischen und Gründen soll an dieser Stelle auf das diesjährige Lunatic-Festival am 7.7. in Lüneburg hingewiesen werden, sondern auch deswegen, weil es vielleicht nicht verkehrt ist, auf die Herangehensweise der Lunauten hinzuweisen. Das sind nämlich ca 20 Studenten eines sich inzwischen wohl selbst tragenden Projektseminars, das 2004 ins Leben gerufen wurde und jeweils von Teilnehmern des Vorjahres geleitet wird. Dies geschieht im Rahmen des Studiengangs “Angewandte Kulturwissenschaften”, liesse sich aber sicher auch unter anderen Disziplinen verwirklichen. Genau, liebe Studierende oder sonstwie dem Studium Verbundene, die Sache sei ausdrücklich zur Nachahmung empfohlen. Selten war das Arbeiten an der Uni unter Realbedingungen realer und sinnstiftender als hier. Macht euch kundig und nutzt eure Institution, ihr bezahlt viel mitunter Geld dafür, dies tun zu können:

* Lunatic Festival
(Continued)

Bee And Flower – Last Sight Of Land

beeflower.jpgDie letzte Landsichtung, eine gute Metapher, die den Kern des Albums, der Hauptthemen, um die sich die Texte ranken, gekonnt zusammenfasst. Sich Treiben lassen, dort anlanden, wo einen die Gestade hintragen, emotional, wie auch geografisch gesehen. Der Status der Entwurzelung wird beleuchtet und die Umgebung im steten Fluss betrachtet. Das Leben als Meer in dem wir hin- und hergeworfen werden, ohne festen Boden, mit jeder Gefühlsregung eine neue Richtung einschlagend. Wie auf dem Cover zu sehen, herrscht eine gewisse Düsternis über diesem Meer, doch in der Ferne zeichnet sich der heranbrechende Tag ab und erste Strahlen durchbrechen die Wolkendecke. (Continued)

Die Wahrheit in Beats verewigt !!!

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Der Mythos. Das sinnstiftende Weitergeben des Wesentlichen. Die Deutungskraft aus dem Irrationalen. Wenn es bei dieser Band ein Leitmotiv gibt, dann ist es gerade die Überwindung des Rationalen. Einen rationalen Charakter kann man bestenfalls den 4/4-Beats nachsagen, auf denen sie ihre eigene Variante der Sinnstiftung errichten. Formal betrachtet sind sie es tatsächlich, die Beats. Rational verfasst, zwischen 115 und 125 bpm eingestellt. Unter der nüchternen Taktung pulsiert aber leidenschaftlicher als bei jedem anderen ausgewiesenen Dance-Act der archaische, immerwährende Takt des Wesentlichen. Es ist der Mythos der Bewegung. Treiben wir es ruhig auf die Spitze: es ist der Mythos der Schöpfung. Gott ist ein DJ. Die Behauptung ist nicht neu, die Verifizierung der These steigert sich aber durch die Veröffentlichung von !!!s „Myth Takes“ zur unwiderstehlichen Floor-Erleuchtung. Während Nic Offer, als Lenker und Sprecher der Band, in seiner geistreichen Konzilianz nicht geerdeter sein könnte, umweht das Treiben des Kollektivs aus Brooklyn tatsächlich eine anreizende Metaphysik des Archaischen. (Continued)

Bodi Bill - No more wars

bodibill.jpgLange gesucht und endlich gefunden. Meine Platte des Jahres und dabei übertreibe ich nicht, das ist nicht nur die anfängliche Euphorie einer Glücklichen. Nein! Ich habe Bodi Bill kennen gelernt, wir haben die Nacht zusammenverbracht, viel erlebt. Jetzt bin ich verliebt in meinen Bodi Bill. Ich werde ihn heiraten und ich will Kinder von ihm. Denn in dieser Nacht war ich Bodi Bills Kuscheltier, er hat mich ganz fest in seine Arme genommen und mich an sich gedrückt und mich mitgenommen auf seinen Spaziergang. (Continued)

Hingehn! 65daysofstatic live

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Okay, Asche auf mein Haupt für alle Leipziger, dass ich Euch nix davon erzählt hab, dass die grandiosen 65daysofstatic gestern abend im Conne Island gespielt haben. Als Wiedergutmachung ein ernstgemeinter Rat für alle, die nicht dabei waren: Fahrt nach Berlin, Köln, München oder ins Ausland: das ist es verdammt nochmal wert! (Continued)

Noiserockwochen: Fidel Bastro wird 15 und Oxbow is in the House

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Mal ganz ehrlich. Jetzt sollte eigentlich etwas sehr Anrührendes wie „Der beste Freund den ich nie kennen gelernt habe“ kommen, der in seiner „Bastion in der eigenen Stadt“, was immer das auch heißen mag, immer in einem Paralleluniversum lebte, in das es einen wohl nur allzu selten verschlug, ein unglücklicher Umstand, der durch die Qualität der wenigen Momente, in denen es zu Kontakt kam, legendäre Konzerte allesamt, aber lassen wir das, zwar wettgemacht wird aber irgendwie auch überhaupt nicht. (Continued)