Dakota Suite - Waiting for the dawn to crawl through and steal away your life

dakota.jpgSoll ich jetzt einfach mal sämtliche Synonyme, die mir zu dem Wort „wundervoll“ einfallen, auflisten? Traumhaft, großartig, wunderbar, zauberhaft, phänomenal absolute Oberspitzenklasse? Nein, ich agiere stattdessen im PNG-Kontext ganz subversiv und mache mir den Waschzettel dieser Platte zunutze. Chris Hooson, Sänger und Multiinstrumentalist von Dakota Suite, ist Die-Hard-Fan vom FC Everton, ein britischer Fußballverein, der sich wiederum „Nil satis nisi optimum“ als Clubmotto auf die Fahnen schreibt. Allen, denen die lateinische Sprache genauso fremd (geworden) ist wie mir, sei gesagt, dass das „Nur das Beste ist gut genug“ bedeutet. Und Chris Hooson scheint so angetan zu sein von den Männern mit den dicken Waden, dass er auch bei der Arbeit an seinem sechsten Album dieses Motto vollkommen verinnerlicht hat. „Waiting For The Dawn To Crawl Through…“ ist ein elegisches, ein tieftrauriges, ein bedrückendes Album, dessen Output eine Idee davon gibt, wie sich Hooson fühlen muss, wenn Everton mal wieder erfolglos vom Spielfeld stapft. Und wir sprechen hier nicht von weinerlichem, selbstmitleidigem Kellergeschrammel, sondern von ausgeklügelten Arrangements, bei denen einfach alles richtig gemacht wurde. Beispielsweise folgt auf das verhaltene, mit Cello, Gitarre und Klavier instrumentierte „A Darkness Of Moons“ das mit Samples und Synthesizer konstruierte „Uw Wanhoppige Vrees“, das trotz seiner Kürze zweifelsohne die Fähigkeit besitzt, labile Menschen in ein tiefes Loch zu reißen. Alle anderen werden schlichtweg dankbar sein für dieses Meisterwerk. Und auch für die beigefügte DVD, auf dem der schweizerische Film „Wintersong“, für den das frühere Album „The Way I Am Sick“ als Soundtrack fungierte, zu sehen ist. „Herrlich“ fällt mir jetzt noch ein.
(Glitterhouse/Indigo)

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