DJ Mehdi - Lucky Boy
Manche Menschen werden genial geboren und wenn sie sterben, werden ihre Gräber zu Wallfahrtsorten. Nun ist Mehdi Faveris Essadi, aka DJ Mehdi, mit dreißig Jahren noch ziemlich am Anfang seines Lebens, hat sich aber bereits 2/3 davon um den französischen Rap und Electro als DJ, Produzent, Gründer des Labels Espionnage,…- kurz Mastermind- verdient gemacht und ist bereits eine graue Eminenz im Business.
Lucky Boy ist das zweite Baby des Parisers und klingt nach Zärtlichkeiten, orgiastischem Sex, den Schmerzen der Geburt und der eigenen musikalischen Vita (Opener: „Busy Being Born“- da ist ja wohl Programm). „I am somebody“ bestätigt stolz die Singleauskopplung- gesungen übrigens vom kanadischen Disco-Garanten Chromeo- und der Lucky Boy ist wirklich alles: ein Disco-Hüften-Pusher (listen to „Pony Rocking“) und Breaker (für den obligatorischen Headspin: Saharian Break), sexy Twostepper (Love Bombing) und indie-händeklatsch und durchdreh-Groover (congenial:Boggin’): Dieser Mann steht unter funky Strom. Dabei wirken Songstrukturen selten eindimensional oder unüberlegt, wenig abgekupfert und das Album von vorn bis hinten sehr rund. Kein Wunder, wird er dies und jenseits des Atlantiks für DJ-Sets gebucht und als Remixer (unlängst für großartigen Architecture in Helsinki-Remix) oder Produzent in diverse Boote geholt. Kann man nur hoffen, dass bei so viel Jetset nicht irgendwann mal die Sicherungen rausfliegen, denn sollte der gegenwärtig präsenteste Sohn Paris’ irgendwann einmal das zeitliche Segnen, wird per la Chaise zur Großraumdisco.
(Ed Banger Records) Caroline
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