Mutter - Wir waren niemals hier DVD

mutter_home.jpgIn dieser Dokumentation über die wichtigste deutsche Rockband der Welt gibt nicht nur Bassist Kerl Fieser im Tourbus Hilfestellung bei der Location-Suche („Erstmal zum Hauptbahnhof. Is’ immer gut.“), sondern der seinerzeitige Mentor Alfred Hilsberg stellt auch die alles entscheidende Frage „Ja, was macht eigentlich Max Müller?“, die das tiefer liegende Geheimnis um Mutter auf den Punkt bringt.
Während sein Bruder Wolfgang „Die Tödliche Doris“ Müller zum Meister der Umdieeckekunst wurde, ging es bei Max Müller stets scheinbar unverschnörkelt schwungvoll geradeaus, mit voller Wucht treffen einen auf ewig ins Hirnmark gekratzte Wahrheiten über das Leben, oft von beispielloser Schönheit und erschreckendem Richtigkeitsgehalt gleichzeitig geprägt, doch so richtig bare Münze hat sich daraus nie ergeben, denn wer die PR- und Marketingexegese schon im Naturell verweigert, bleibt einzigartig, aber arm, also ehrlich. Wer oder was ist Max Müller also? Ein Underground-Kultstar, einer der letzten großen Eigenbrötler, ein neurotisch betriebenes Genie, um das das Geheimnis wie eine Bedingung weht? Vorhin überflog ich am Flugplatz ein Gedankengebäude unseres lieben Marktbegleiters Spex, das versuchte, das textliche Wesen Müllers zu ergründen und überbauen. Gut so, schließlich hat Tante Spex Mutter damals aus rottigen Berliner Kellern in den Feuilleton von morgen gehievt, wovon sich noch heute nachhaltig wirkende Spurenelemente nachweisen lassen, wenn man gewillt ist, sich entsprechend feinstofflich auf die ganze Sache einzulassen. Aber hier soll es in erster Linie um den Film gehen, der zuerst einmal ein Bandfilm ist, der uns eine Handvoll Musiker als Menschen näher bringt (mit Ausnahme eben des nicht wirklich greifbaren Max Müller, in dessen Küche nicht ohne Grund ein VW-Logo hängt und den der Zuschauer kurz beim Pizzabacken begleiten darf, Sekunden, die ebenso so (un)wirklich scheinen wie seine Bühnenpräsenz im Norwegerpullover, Kette rauchend, irgendwo zwischen sich und der Musik konzentriert. Einmal küsst er seine Mutter, vielleicht die Kernszene des Films. In Wirklichkeit aber liegen in den frühen Videos in den Extras die wurzelnden Er-Lösungen. Noch nie wurde der Autor dieser Zeilen von einem Film so kalt erwischt und sehr bewegt wie von dem 1980 auf Super 8 festgehaltene Kurzfilm „Arme Aufschneiden“, und plötzlich ist klar, warum Max Müller andere Menschen bannen kann: Alles an ihm ist echt.) und dabei versucht, dem Mehr, das aus ihrem Zusammensein entsteht, auf die Spur zu kommen. Dabei entzaubert der Film die Band nicht, noch mystifiziert er sie auf gewollte Weise, eine großartige Leistung schon mal. Ob wir danach klüger sind, mehr wissen wollen oder nicht, das merkt ein jeder selbst am besten, Mutter bleiben dabei die Band, die fast alles richtig gemacht hat und die dabei leider kaum einer hören und sehen wollte. Zumindest nicht so viele, wie sollten. Vielleicht ja jetzt. (Die Eigene Gesellschaft/ Absolut Medien) André

Comments (2) to “Mutter - Wir waren niemals hier DVD”

  1. hey! alles fotzen außer mutti! natürlich ist mir die band nicht erst seit dem obrigen artikel bekannt. frage: kann man sie veranstalten? beispielsweise in der theaterkapelle friedrichshain, einem wirklich bizarren ort. alle weiteren details dann später. bitte meldet euch!
    ingolf

  2. […] in anderen bands wird man wegen drei effektpedalen schon angemacht (mutter dokumentation) 27 Apr This entry was written by admin, posted on 27. April 2010 at 21:24, filed under Allgemein. Bookmark the permalink. Follow any comments here with the RSS feed for this post. Post a comment or leave a trackback: Trackback URL. Browse Older: repair: folklore & early musicendlich wieder folkore dank gitarrenbauer Social BookmarkingSubscribeDiggdel.icio.usFacebook […]

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