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Ein ganz besonders schwerer Abschied Hausmusik

hausmusikillu.jpg
Einer der wichtigsten unabhängigen Musikvertriebe Deutschlands mit internationaler Ausrichtung steht am Abgrund. Jegliche Hoffnung auf Halt ist bereits verloren. Ende des Jahres 2007 wird es endgültig soweit sein.
Schluss, Ende, ausgeträumt.

(Continued)

Devon Sproule - Keep Your Silver Shined

devon.jpgDevon Sproule ist eine Frau von engelhaftem Antlitz. Im Zeichen der Unschuld präsentiert sich auch die Verpackungsaufbereitung. Hier singt jemand, der keine Probleme hat; ein Fräulein mit leichtem Gemüt, das seine Bürgerlichkeit und seinen Leichtsinn thematisiert ohne dass es zu Überwindung käme. Beim ersten Hören durchaus erfreulich, später etwas zu bieder, zu kitschig, zu frohgemut. Wie meine realen Begegnungen mit Frauen meist verlaufen, so auch die musikalischen. Ich werde nicht am Bein gepackt, sondern nur sanft umweht von zartem Lächeln und bezaubernden Gerüchen. (Continued)

Antelope (Dischord!!!) und Antikaroshi am Samstag im Frühauf!

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Wie man schon aus den Gesichtern der Jungs von Antelope lesen kann, freuen sie sich riesig auf ihren Gig im FrühAuf! am 27.10. 07 (Windmühlenstrasse 31b, hinter dem Cafè Cantona) in Leipzig. Dort treffen sie nämlich nicht nur Euch, sondern auch die zweite Band des Abends: Antikaroshi. Rein geht es 20.00 Uhr und Los ab 21.00 Uhr. Und wie immer: milchgeldkompatibler Eintrittspreis. Also keine Ausreden.

(Continued)

The Enemy - We’ll Live And Die In These Towns

enemy1.jpgSicher ist es kein Zufall, dass der Name dieser Band geschrieben wird, wie der eines großen britischen Wir-finden-alles-geil-Blatts klingt. Und so erscheint es auch wenig überraschend, dass The Enemy ganz partners in crime-mäßig gleichfalls die Monotonie und überzogene Selbstsicherheit mit Löffeln gefressen haben, so dass es eine Zumutung ist, diesen Vorschul-Rock’n’Roll in Form eines kompletten Albums bis zum Schluss zu hören. Die drei Boys sind eine dieser Bands mit dem Totschlagargument, man wolle mit seiner Musik dem drögen britischen Alltag entfliehen. Ich hätte ihnen aber lieber strengere Eltern gewünscht, die sie wenigstens erst mal zu einem vernünftigen Schulabschluss geprügelt hätten.
(Warner)

Silvester Anfang - Kosmies Slachtafval

silvesteranfang_kosmies_small.jpgDas Unheilige, das hier perfide aus den Noten quillt, hervorkriecht auf tausend unsichtbar greifenden Tentakeln, ist nicht mehr nur ein drolliger Spaß aus dem Ausmalbuch für Sandkastensatanisten. Geteert, nicht lediglich mit Leichenfarbe beschmiert, stigmatisieren sich die Belgier Silvester Anfang als Ausgeburten krankhaftester Gedankenfickerei. Die schwarze Patina, die aus den tiefen Löchern dieses Aktes sickert, stinkt und umhüllt undurchdringlich, für immer Panzer gegen das Licht der Sonne und der Vernunft. Sie brodelt und sie tropft und sie klebt. (Continued)

St. Vincent - Marry Me

stvincent.jpgBedauerlicher Weise stellt sich im Verlauf des Titelstückes heraus, dass ein gewisser John angesprochen wird. Ansonsten hätte die Erwiderung zu diesem Imperativ nur lauten könnten: Wann und Wo? Aber immerhin bleibt uns diese Liedersammlung, die auf eigentümliche Weise in ihren Bann zu ziehen vermag. Songs mit dem gewissen Etwas, mit einem Dreh, einem Haken. Bevor die Perfektion und das Schwelgen uns einzulullen droht wird hineingegrätscht. Schräge Töne, unerwartete Sirenenchöre und eigenartige Wendungen im Text, die zu verstören wissen und die Aufmerksamkeit fesseln.

(Continued)

Fog - Ditherer

fog.jpgIt rocks and it rolls, kickt so Arsch, Alter, kickt so fett, ick gloob, ick spinn. Sehr schön verzweigte Ausflüge in unterschiedlichste Spielarten des Rock liefern Fog mit Ditherer ab. Fog ist in erster Linie Andrew Broder, der sich Anfangs als Hip-Hop-Dj und als Remixer für u.a. Low betätigte.
Der Aufbau von Ditherer ist dramatisch und läuft auf die Ausleuchtung von Möglichkeiten des Songs hinaus. Am Anfang werden saubere, pushy und catchy Songs eingespielt, schön amtlich und hinten raus gibt eine Überraschung nach der anderen, dass es einem die Strümpfe auszieht. Die Grenzen der Hörbarkeit werden nicht gesprengt, sondern abgelaufen.
Die Qualität von Fog ist das gekonnte Switchen zwischen musikalischen Formen. Zusammengehalten wird das Album durch das Stimmorgan Broders und der musikalischen Vermittlung einer antörnenden Dringlichkeit. Immer wird man bisschen getrieben und angespornt. Besonders schönes Beispiel ist der titelgebende Track.
Dem Album Amme waren namhafte Helden wie Low, Why? und Andrew Bird.
Auf der Bühne waren Fog mit Notwist, Wilco, Deerhoof, Yo la Tengo and so on. Alles heiße Typen, ist klar.
Fog ist keine Frage des Geschmacks. Vernünftige Menschen können darüber nicht streiten. Geil. (Lex Records) Susanne

PNG präsentiert Dorian??? He’s A Boy! im Superkronik

dorianfrontoriginal.jpgWer mal wieder den heißesten Scheiß, umringt von bewusst unbewusst gekleideten Menschen, in Leipzig erleben will, ist am morgigen Abend, den 20.10., im Superkronik an der richtigen Stelle. Denn die Riotvan-Gang schickt sich und alle Interessierten in eine neue Runde und haut mit Auftritten von Dat Politics, Randy Twigg und Habicht On Moon voll auf die Omme, bis das Fiepen nur noch ein Klingeln ist. Außerdem sind natürlich die berühmt-berüchtigten DJs Haircut und Tim Hespen am Start, um die Plagwitzer Nacht zum Tag zu machen. Hingehen, Spaß haben! Und die Knicklichter nicht vergessen.

20.10.07 - Superkronik, Leipzig-Plagwitz (Karl-Heine-/Ecke Zschochersche Straße)
Riotvan bei MySpace
Dat Politics bei MySpace
Randy Twigg bei MySpace
Habicht On Moon bei MySpace

Frog Eyes und Fuo im UT am Freitag

frogeyes.jpgUnd nach den unverstöpselten Galan Pixs wird sich natürlich im UT-Connewitz, eingeklinkt, um sich die Kanadier von Frog Eyes und Fuo aus Hamburg anzuschauen und anzuhören.

Start 21.00 Uhr (Continued)

Hingehen! The Galan Pixs unplugged

gp.jpgVerspürst du das Bedürfnis, abseits von drögen Einheitsdiscos und unmotivierten Konzerten zur Abwechslung mal wieder etwas absolut Einmaliges zu erleben? Dann komm morgen 19 Uhr in den Leipziger Plattenladen Klangkombinat (Peterssteinweg 3), denn da spielen die Galan Pixs ein Unplugged-Konzert, was laut wiederholten Beteuerungen aus sicherer Quelle so ziemlich das exklusivste, mit Raritätslotion gesalbte Ereignis sein wird, das es in Sachen Leipziger Musikszene jemals gegeben hat.
Unser Aushängeschild Donis ist auch mit von der Partie und wird alle mit seinem außerordentlichen Talent (worin auch immer dieses Mal) beglücken. Danach gibt’s Konservenmucke von DJ Haircut und einen kleinen Plausch. Also ran an den Speck!

The Galan Pixs Unplugged
Freitag, 19.10.07
19 Uhr
Klangkombinat, Peterssteinweg 3

Caretta Caretta – We Can Not Speak This Language

caretta-we-big.jpgDie Idee des Wesentlichen ist eine, die sich Caretta Caretta aus Würzburg einverleibt haben. Schließlich geht es vordergründig um die innere Zufriedenheit, die ein gut gemachtes Stück Musik auslösen kann, nicht um triviale Melodien, schwülstige Texte oder die Handclaps an der oftmals falschen Stelle. Es geht um den Ausdruck, der auch ohne Worte funktioniert, um den Willen, abseits großstädtischer Möchtegern-Einflüsse Lieder zu spielen, die so klingen, weil sie eben so klingen müssen. Weil es nicht anders funktioniert und jegliche Abweichung an Selbstbetrug grenzen würde. Man kann Caretta Caretta gratulieren, dass sie dieses Prinzip verstanden haben; abgesehen von wenigen unglücklich getimten Brüchen, die den Fluss etwas behindern, ist „We Can Not Speak This Language“ ein beeindruckend ehrlich wirkendes Postrock-Album. Ich kann mir gut vorstellen, dass es vielen frustrierten Rezensenten nicht schwer fallen wird, dieser Band plagiatorische Einfallslosigkeit vorzuwerfen und mit Namen wie Explosions In The Sky und Seidenmatt um sich zu werfen. Doch wem zu Caretta Caretta nichts anderes einfällt, der hat ihre Aufrichtigkeit einfach nicht erkannt.
(Coraille)

Prism of Eternal Now - White Rainbow

krank110.gifEs mag freilich ein klein wenig übertrieben sein, einer Tradition, die man ohne heftigere Gedankensprünge und dreist geschwungene, Marcus’sche Argumentationskrücken bestenfalls noch auf The Monks zurückverfolgen mag, gleich die Ewigkeit anzutragen, jedoch ist es nicht minder beeindruckend, was der Initiator dieses Projektes, Adam Forkner, durch sein Prisma an obskuren Klängen in die Gegenwart bricht, eine Gegenwart, wohlgemerkt, die für solche kauzigen Unterfangen zugänglicher ist, als man es noch vor ein paar Jahren annehmen mochte. (Continued)

Susanna - Sonata Mix Dwarf Cosmos

susanna.jpgDen Einen werden die meilenweit auseinander stehende Noten in der Musik von Susanna Karolina Wallumrød quälend und langatmig erscheinen, doch wer sich auf diese Lieder einlässt, einen Schritt aus dem vorbeirasenden Alltag heraustritt, findet bewegende, meditative Songs und eine auf das minimalste reduzierte Klangwelt, die sich zu entdecken lohnt. (Continued)

La Batterie am Samstag, Picastro, Ill Ease, Ian Wadley am Sonntag, Diario und Make New Maps am Montag

batterie_.jpgdiario.jpgpicastronightr.jpgHier noch schnell drei Ausgehtipps für das Wochenende und Montag. Am Samstag (20.30 Uhr) spielen La Batterie aus Berlin im Noch Besser Leben, dem niedlichen Wohnzimmerklub auf der Karl-Heine-Straße (Ecke Merseburger) und beglücken mit liebevoller LoFi-Elektro-Akustik. Am Sonntag gibt es wieder einmal eine Sonntags-Matinee im UT (16.00 Uhr) mit Picastro (Can), Ill Ease (US) und Ian Wadley (Aus) auf der Bühne und Kaffee und Kuchen davor. Und letztendlich kommt es am Montag 20.30 Uhr, ebenfalls im UT, zu einem Leipziger Gipfeltreffen mit dem Postrockheroen von Diario und den verträumten Make New Maps. Also: Geht aus und hin!

Wie wichtig sind die Schmeicheleien? Jens Friebe

friebe.jpgDas erste Mal bin ich im Leipziger Superkronik, welches so schöne, zur Arroganzia- Sitzhaltung einladenden Sessel hat. Mein erster Auftritt im Reich der, wenn auch unbezahlten, so zumindest danach ausschauenden Ernsthaftigkeit: als Agent der Presse. Später fragt mich jemand, ob man mich kennen müsste. Ich lache nur. Unbedingt.
Als es noch leer ist, laufe ich da rum wie ein streunender Hund und trinke vor Unschuld und Haltlosigkeit ca. zehn Bier zum Warmwerden. Jens Friebe wird heute Abend lesen und muss mir anschließend Fragen beantworten. Die Lesung hat das bei Kiepenheuer und Witsch herausgegebene Buch „52 Wochenenden“ zum Gegenstand. (Continued)

Land Of Talk – Applause Cheer Boo Hiss

land_of_talk.jpgAn dieser Stelle würde ich gerne sagen, dass ich Land Of Talk hasse. Weil Land of Talk einfach noch eine überflüssige Gitarrenband mit charismatischer Frontfrau ist, nicht durchgeknallt genug für PJ Harvey und nicht catchy genug für Metric. Die zu allem Überfluss auch noch aus Montreal kommt; als wäre die „Szene“ dieser Stadt nicht schon ausgezehrt genug. Ich würde auch gerne sagen, dass mir Land Of Talk ordentlich auf den Zeiger gehen mit ihren verkitschten Texten und ihren seichten Melodien, mit ihrem einer Vergewaltigung nahekommenden Gebrauch der Gitarre – man weiß ja, dass Frauen nicht Gitarre spielen können –, und ich würde auch gerne sagen, dass Aushängeschild Elizabeth Powell einzig eine überstylte Rampensau darstellt, die von Tuten und Blasen keine Ahnung hat. Kurz, ich würde gerne sämtliche Klischees, die mit dem Attribut „befrauter Indierock“ in Verbindung gebracht werden, aufzählen und im Falle des Land Of Talk-Debüts bestätigen, einfach aus dem Grund, dass mich, vor allem in letzter Zeit, vorrangig Pappnasen wie eine singende Juliette Lewis oder ihr deutsches Pendant Jana Pallaske zu der Überzeugung gebracht haben, dass eben diese Vorurteile in vernichtend vielen Fällen zutreffen. (Continued)

The Robocop Kraus – Blunders & Mistakes

robocop.jpgHerrje, was habe ich diese Band geliebt, heiß und innig. Wie oft bin ich in die Knie gegangen bei einem Lied wie “Gestures Of Slight Grandeur”, das für mich die Vertonung des Perfekten war? Wie oft habe ich getanzt zu “Fake Boys”, auch wenn es immer und immer wieder gespielt wurde? Wie oft habe ich koordinationslos gezappelt, getobt und geschwitzt auf Konzerten, weil diese Jungs es einfach unmöglich machten, ruhig zu bleiben? Für Robocop Kraus habe ich sogar Räuberhöhle ertragen, weil diese Unband damals in Chemnitz als Support fungierte.
Robocop Kraus – das war für mich bisher immer schnörkellose, intelligente, krachende Auf-den-Punkt-Musik. Kein Heckmeck, keine Allüren, keine Spielereien – exzellente Tanzmusik mit Tiefgang, wenn wir jetzt mal ganz pathetisch werden wollen. (Continued)

Neues bei Audiolith Kauf- und Weggehempfehlungen

plakat-bratzeweb.jpgViel Neues aus dem Audiolith-Tower in Hamburg: “Kraft”, das Debüt der Tante Renate-/Clickclickdecker-Mutation Bratze, steht in den Startlöchern und ist ab dem 19.10. käuflich zu erwerben. Sven nannte das Ganze treffsicher die perfekte Vermischung der beiden gegensätzlichen Stile, sie selbst beschreiben es als PunkRaveAggroBolz. Passend zur Platte gibt es natürlich auch eine Tour, die die beiden Herren - stolz präsentiert von PnG - durch die gesamte Bundesrepublik lotsen und eine Schneise der seligen Verwüstung hinter sich lassen wird.
Außerdem wird am 2.11. “The Boy Who” von The Dance Inc. als Online-Single zum Download veröffentlicht. Darauf befinden sich drei Remixes, die in einem spektakulären Remix-Contest mit Millionen von Einsendungen gewählt und prämiert wurden, sowie eine Coverversion von Adamskis “Killer”. Wenn das nichts ist. Als Kostprobe kann man sich hier den Fukkk Offf-Remix runterladen. Und wisst Ihr was? The Dance Inc. gehen auch auf Tour. Das wird ein Herbst! (Continued)

PnG präsentiert The New Idea Society

nis.JPGDie Idee hinter The New Idea Society und ihrem zweiten Album ist nicht kompliziert: Man nehme einen jungen Typen im Grenzgebiet zwischen sensibel und androgyn, ein paar wehleidige, metaphernreiche Texte und auf die nötigsten Instrumente reduzierte Begleitmusik, die schwankt zwischen abgrundtiefer Verzweiflung und leicht geisteskrank anmutendem Leichtsinn – und schon ist sie fertig, die perfekte Band für selbstmitleidige, alkoholgetränkte Nächte. Viel falsch machen kann man da nicht, bei Bright Eyes hat’s ja auch geklappt. Und so lange man wie Mike Law das zwingend notwendige Talent fürs Songwriting mitbringt, dürfte sich auch keiner beschweren.

Ab morgen ist der Gute mit seinen Jungs auf Tour, präsentiert von .. äh .. uns.

02.10.2007 D - Remseck, Impuls/ HDJ
03.10.2007 D - Dresden, AZ Conni
05.10.2007 A - Wien, Einbaumöbel
01.11.2007 D - Berlin, Schokoladen
02.11.2007 D - München, Kafe Kult

(Exotic Fever Records)