Silvester Anfang - Kosmies Slachtafval

silvesteranfang_kosmies_small.jpgDas Unheilige, das hier perfide aus den Noten quillt, hervorkriecht auf tausend unsichtbar greifenden Tentakeln, ist nicht mehr nur ein drolliger Spaß aus dem Ausmalbuch für Sandkastensatanisten. Geteert, nicht lediglich mit Leichenfarbe beschmiert, stigmatisieren sich die Belgier Silvester Anfang als Ausgeburten krankhaftester Gedankenfickerei. Die schwarze Patina, die aus den tiefen Löchern dieses Aktes sickert, stinkt und umhüllt undurchdringlich, für immer Panzer gegen das Licht der Sonne und der Vernunft. Sie brodelt und sie tropft und sie klebt. Silvester Anfang wälzen sich durch ihren Sound, und als ein beinahe apokalyptisches Spektakel ist es zu erleben, was sich an Referenzen in dieser garstigen Aura hoffnungslos verfängt und verdorben wird: graue, hässliche Schatten vermeintlicher Glorie – lamentierend in Agonie und Verzweiflung, in welche sich jedes Selbstbewusstsein verkehrt. Nur mehr Echo eines Genres, nicht mehr Folk, nicht mehr Metal, nicht mehr Kraut und Drone, nur immer leerer hallende Echos, die auf- und abtauchen, wieder auf- und wieder abtauchen, doch schließlich hinab gerissen werden, in die Unergründlichkeit dieses Sogs aus Pech, der ihnen in kurzem Andenken ein paar übel riechende Blasen nachrülpst. Die Verkehrung alles Schönen und Guten – in Vollendung.
(Aurora Borealis)
Nimrod

Comments (2) to “Silvester Anfang - Kosmies Slachtafval”

  1. noch besser als hjarnidaudi sagst du?

  2. zugegeben … in mir loderte die höllenglut des augenblicks dieser schwefelsauren penetration.

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