Phonoboy - Pas Des Temps

phonoboy1.jpgUnd schon rollt die nächste Retro-Kanonade auf uns zu und zwar mit Heimatbahnhof München, wo Retro ja auch sehr oft very chic sein durfte. Man denke hierbei nur an die seligen Merricks. Aber das hier verschlägt mir förmlich im Negativen die Sprache. Phonoboy (mittlerweile verstärkt durch den Curt Cress-Sohn und Miles-/Crash Tokio-Nina) geben uns so etwas wie die frankophonen Devo und dies tun sie so etwas von aufdringlich nachbuchstabiert, dass es einem Grausen möchte. Da sieht man nun endlich, was die maßlos überschätzen und dauerbekloppten Nouvelle Vague flächendeckend angerichtet haben. Immer offen für den Gute-Laune-Effekt und ausgerüstet mit felsenfestem Pferdestehlen-Strahlegesicht langweilen mich Phonoboy zu Tode, wenn ich nicht gleich etwas mit der Stop-Taste unternehme.
(TV Eye) Donis

Comments (10) to “Phonoboy - Pas Des Temps”

  1. schön, dass hier so dezidiert Stellung bezogen wird, wo doch überall anders der Gefälligkeitsjournalismus oder wie das heißt regiert. ich habe die Musik von Phonoboy noch nciht einmal gehört und muss mich trotzdem etwas über den Verriss wundern. Durchaus angebracht finde ich kritische Kommentare zu im publizistischen Mainstream abgefeierten Veröffentlichungen. Das heizt im besten Falle Diskussionen an. Wieso nun ausgerechnet Bands niedergeschrieben werden, die wahrscheinlich nur sehr wenige Platten verkaufen, sehr wenig Öffentlichkeit genießen und somit eine Art “Randphänomen” sind, das will mir nicht in den Kopf. Wären Phonoboy politisch bedenklich, so würde ich sagen: Rauf da mit Gebrüll. Aber nur weil sie ästhetisch nicht ganz zusagen kommt diese Rezension einem Nachuntentreten gleich.
    beste Grüße.

  2. …wieviele Platten muss eine Band verkauft haben, damit es Deiner Meinung nach legitim wäre, sie öffentlich zu dissen? 500, 1000, 20 000…3 Millionen? Bands unter Artenschutz zu stellen, nur weil sie ein Randphänomen sind, ist ebenso eine Form des Gefälligkeitsjournalismus. Und ein Zeichen, dass man sie als Musiker nicht ernst nimmt. Das wäre dann eher Sozialarbeit.

  3. Womit du natürlich vollkommen recht hast, PM. Ich würde mich nur sehr über ein Magazin freuen, dass mir einen Weg durch die unübersichtliche Masse an Veröffentlichungen zeigt. und zwar nicht nach dem Ausschlussprinzip.
    ansonsten will ich natüprlich nix gesagt haben.
    beste Grüße bitte.

  4. …wir arbeiten dran. Ausschlussprinzipien sind natürlich doof. Die nächste Phonoboy bespricht dann ein anderer, hö, hö.:)

  5. Hey Donis,
    Info gelesen und Platte nicht gehört? Was die journalistischen Qualitäten angeht habe ich das PNG aber in besserer Erinnerung. Wenn verreißen dann bitte fundiert begründen.
    Zu deiner Besprechung:
    Ich hab Nouvelle Vague kürzlich live gesehen und schließe mich, was diese Band angeht, deiner Meinung an. Aber was haben Nouvelle Vague mit Phonoboy gemeinsam, bzw. inwieweit soll diese Coverband Phonoboy beeinflusst haben?
    Und das Retro-Geschwafel. Was soll denn der Quatsch? Sich bei den interessantesten Jahrzehnten der Popgeschichte zu bedienen geht doch voll in Ordnung, Phonoboy haben sich inspirieren lassen und dann etwas Eigenes geschaffen, das verdient Lob. Die Band ist cool!
    Ausserdem: Devo!? Wir haben nicht geschrieben sie klingen wie Devo, wir haben geschrieben sie sind „fast so sexy wie Devo“. Du drehst daraus ein „nachbuchstabiert“, wolltest das Info wohl nicht abschreiben und erweckst mit deiner Kritik nun den Eindruck sie würden klingen wie ein billiger Abklatsch von Devo. Voll auf dem Holzweg verlaufen.
    Ansonsten regelt so was doch in Zukunft wie die Intro: „Retrobands“ gar nicht besprechen und widmet den Platz modernen, eigenständigen und innovativen Bands wie z.B. Empty Trash. Die, so ist dort zu lesen, machen das Revival nicht nach sondern läuten es ein. Das nenne ich Fortschritt und dieser wird in Deutschland doch groß geschrieben – jawoll!
    Mann ey, es berührt mich noch wenn gute Musik schlecht gemacht wird. Danke.
    Lieben Gruß, Frank

  6. Du Frank, Donis ist jemand, für den ich mich verbürge, dass er Alben adäquat auf sich wirken lässt und die so oft wenig hinlänglichen, dünn Euphemismen absabbernd Infos von Promotern und Labels fast völlig ignoriert. Es bleibt aber dabei: wir besprechen was wir wollen wie wir es wollen … ohne Artenschutz für Künstler und Labels, die auch ohne Verrisse schon so wenig verkaufen oder, so menschlichlich gesehen, eigentlich ganz dufte sind.

  7. Nix gegen schlechte Kritiken, damit lebe ich seit 20 Jahren, hat ja auch meinen Lieblingsbands The Who und Naked Lunch nicht geschadet und ich erwarte auch in Zukunft, daß ihr macht, was ihr wollt.
    Aber bei einer Zeitung wie dem von mir hochgeschätzten PNG ist die Enttäuschung trotzdem sehr groß, wenn es einen Tritt in die ungeschützten Nieren gibt, der Überraschungseffekt hat mich überwältigt.
    Wir werden nun mal drüber nachdenken ob es nicht besser ist PromoCDs ohne Infoszettel zu verschicken. Das wäre ja eine echte Herausforderung für den Musikjournalismus und dann hätte Donis’ Kritik sogar noch etwas Positives…

  8. keine promozettel zu verschicken würde den kompletten musikjournalismus revolutionieren. also voran! manche tun dies übrigens schon.

  9. Was für eine alberne Debatte. Donis findet eine Veröffentlichung Mist - dies ist sein gutes Recht als subjektiv urteilender Rezensent. So richtig will mir auch nicht einleuchten, warum “Randphänomen”-Musik qualitativ besser sein sollte - viel Spaß dann noch mit den zahllosen Bands, die sich als Kneipen-Inkarnation von Bruce Springsteen, Bob Dylan oder CCR gefallen. Viel eher ist es ein bedenkliches Zeichen, wenn gerade “Randphänomen”-Musik derart belanglos daherkommt. Denn eines muss man auch mal festhalten: Anhand der via MySpace zur Verfügung gestellten Hörbeispiele kann ich die Donis’sche Kritik ziemlich gut nachvollziehen (um so mehr, da der gute Mann wahrscheinlich zu den wenigen Rezensenten des Landes gehört, die sich sowohl Devo als auch Phonoboy angehört haben - dies nur mal zum Punkt journalistische Qualität). Ansonsten sei auf Simon Reynolds und seinen Vorwortgeber Klaus Walter hingewiesen, der ganz richtig der Ansicht ist, dass die Wiederholung einer dereinst anspruchsvollen und inhaltsgeladenen Musik als pure Aufforderung zum Schunkeln irgendwie peinlich ist. Warum sollte man derlei nicht auch in einem rabiaten Tone ansprechen dürfen? Und vor allem: Wer sollte es machen, wenn nicht wir? (In diesem Sinne ein elitäres Höhö betreffs des Intro-Einwands)

  10. Ihr seid spätpubertierende Spinner.
    Kein Plan von Devo. Bauernschläue bei der Musik. Weiter so! Ganz groß!
    Es wird Zeit das Musik wieder Musik ist!
    Hauptsache ihr habt ein Forum wo ihr beschäftigt seit. juhu

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