http://www.makepovertyhistory.org persona non grata » 2008 » Januar

EFTERKLANG und OUR BROKEN GARDEN im UT

efterklang.jpg

Am Freitag, dem 1. Februar 2008, beschert uns das Schubladenkonsortium wieder einmal ein Schmäckerchen der besonderen Sorte. Gegeben wird ein dänischer Abend mit der phänomenalen Band Efterklang aus Kopenhagen und Our Broken Garden, dem Soloprojekt der entzückenden Backgroundsängerin des Hauptacts, Anna Brønsted. Ein Muss!!!

Einlass: 20 Uhr, Start: 21 Uhr, UT Connewitz, Wolfgang-Heinze-Str. 12a
(Continued)

Persona Non Grata präsentiert RHESUS

rhesus_small.jpgEinen mächtigen Rattenschwanz an Referenzen ziehen die Franzosen Rhesus auf ihrem zweiten Album, „The Fortune Teller Said“, ihren grandiosen, unbedingt hin- und weg reißenden Hooks hinterher. Jedoch wedeln sie damit so ehrfurchtgebietend, in ungemein kinetischer Dramaturgie zwischen ertränkender Melancholie und stetig neu entfachtem Feuer, dass einem die Namen, die auf die Zungenspitze krauchen wollen, dann doch im Halse stecken bleiben. Gerade mal die Silbe „The“ nuschelt sich noch unter den Atem – und wenn man nicht mehr in diese abgemurkste Silbe interpretiert als zu Hymnen gepeitschte Gitarren, dann macht man durchaus nichts falsch. Das ist unverfänglicher, als sich etwa darauf zu versteifen, dass diese Band so gar nicht französisch klingt, und sich damit selbst in die Klischeefalle zu setzen, in gedankengezimmerte Schubladen, für die Rhesus bereits mit dem grandiosen Opener, der Single „Hey Darling“, tatsächlich unfassbar geworden sind. Persona Non Grata präsentiert die lediglich vier Deutschlandgigs der Band im Februar, für die sich selbst lange Anfahrten schwerstens lohnen werden. Als Support dabei die Belgier Mintzkov. (Continued)

Persona non Grata präsentiert Rocky Votolato

rockyflyer.jpg„The Brag and Cuss“, das aktuelle Album des Songwriters Rocky Votolato, ist alles andere als eine Herausforderung. Sofort einnehmend, ergreifend, wirken darauf Stücke wie „Letters from Kentucky“, und sie verstören in der Simplizität der heraufbeschworenen Images und der auffällig variierten, in eine sanftwarme, differenzierende Produktion eingelullten Instrumentierung, bestenfalls die Leute, die sich bereits auf die zurückliegenden Alben des Künstlers aus Seattle eingeschworen hatten – mit dem antizipierten Erfolg dieses Werkes werden diese freilich in der Minderheit sein. Rocky Votolato scheint mit „The Brag und Cuss“ genau an die Position gelangt sein, aus der vor ihm Sam Beam oder Kevin Devine mit deren letzten Alben die längst verdient großen Wellen machten, jedoch eben zu einem späten, die genialische Diskografie in Seichtigkeit verzerrenden Zeitpunkt. Persona Non Grata präsentiert die Tour des Songwriters aus Seattle dennoch mit außerordentlicher Freude und mit erheblicher Nachdrücklichkeit – weil wir Eurem Geschmack vertrauen, liebe Leser! Geht da hin, verflucht noch mal! Und feiert die Stücke solcher Klassiker wie „Burning My Travels Clean“, „Suicide Medicine“ und „Makers“ mit solch – ausnahmsweise – gar nicht andächtiger, sondern lautstarker Anteilnahme, dass der Mann im Zentrum der Bühne gar nicht anders kann, als sich zu vergegenwärtigen, welches die wahrhaft großen Momente seines Schaffens sind.
(Continued)

Die Schublade wird vier!

schubladenmatin.jpg
Am Sonntag, den 27.1.08, feiert das SchubladenKonsortium seinen 4. Geburtstag. Eingeladen wird ins FrühAuf (Leipzig, Windmühlenstrasse 12a) und ab 15 Uhr gehts los. Wie nicht anders zu erwarten war, gibt es neben Sekt, Kaffee und Kuchen auch musikalische Geburtagsgeschenke vom Geburtagskind für seine Gratulanten. Es spielen auf: THE DEATHSET (Aus/Ninja Tune), CHIP KANONEE (Leipzig/Lollo Rec.) und TINY GHOSTS (Freiberg/Marker Rec.). Das Konzert von THE DEATHSET beginnt pünklich 16.00 Uhr, da die Band am Abend auch noch in Nünchritz das Publikum erfreuen wird.
Wer die letzten vier Jahre verschlafen haben sollte, kann neben dem Bühnengeschehen noch einen Blick auf die Diapositive der Herren Benni und Klaus werfen und sich überzeugen, dass sich einfach jedes Konzert des Schubladenkonsortiums lohnt.

www.myspace.com/schubladenkonsortium
(Continued)

Phosphorescent - Pride

phosphorescent.jpgEs gibt wohl nur sehr wenige Platten, die so schön sind, dass man, wäre man nicht so verdammt abgestumpft, vor Ergriffenheit am liebsten spontan in Tränen ausbrechen würde. Normalerweise hat man ja immer etwas zu bemängeln in seiner anmaßenden Großkotzigkeit, man hat immer irgendwelche Verbesserungsvorschläge, die ganz, ganz ehrlich dieser und jener Platte zu etwas mehr Glanz und Aura verholfen hätten. Und überhaupt wäre es das beste, wenn mancher Musiker sich die Zeit nehmen würde, uns vorher zu fragen, was wir von seiner anstehenden Veröffentlichung halten, bevor sie überhaupt in Umlauf gebracht wird. “Pride” allerdings ist anders. Es ist erhaben, mächtig, es lässt keinen Widerspruch zu. “Pride” hat das Potential, Sturzbäche fließen zu lassen, es klingt wie das Gefühl, ganz dringend jemanden bei sich haben zu wollen, um meinetwegen ganz pathetisch bei Kerzenschein Rotwein zu trinken. (Continued)

Michael Holland - Simple Truths

michaelholland.jpgCountry Music has saved my life (again). Die bestmögliche Musik zum Thema Romantik natürlich, die einzige Platte dieses langen Quartals, die (mich) zu Tränen zu rühren in der Lage ist, so wie sie die Wahrheit spricht in einfachen, klaren Sätzen und Klängen. Kurz: Wenn Du Dein Leben nicht in den Liedern dieser Platte wiederfindest, hast Du keines. Das erste Lebenszeichen des Hamburger Liebhaberlabels Moll Tonträger seit 7 Jahren, in meinem Auto gelandet dank eines guten Geistes aus dem Ruhrgebiet, der weiß, was vom Leben gebeutelte Rezensenten brauchen. Wie so oft, wenn man glaubt, dass man sich in eine Sackgasse ohne Wendemöglichkeit bugsiert hat, kommt diese Art Musik wie ein Zeichen Gottes (ja liebe Atheisten, nennt es wie ihr wollt, aber wir nehmen in diesem Fall gern das grosse G-Wort in den Mund) daher und lässt mehr als deutlich anklingen, dass es immer weiter geht, und auch, wenn es mühsam ist, über den Berg kommen wir alle, wenn wir nur wirklich wollen. (Continued)

Immer alles richtig machen Sinnbus und Persona non Grata feiern

png_a.jpgWährend die Produktionsphase der kommenden Persona non Grata in eine ihrer letzten Runden geht, das letzte Wort geschrieben ist und sich bergeweise Tonträger mit Liedern voll schmerzender Schönheit in dunklen Fluren stapeln, sei schon mal prophylaktisch darauf hingewiesen, dass wenigstens der Showdown der überaus lobenswerten Kooperation zwischen unserem Magazin und dem Berliner Überlabel Sinnbus, von der man sich wünschte, sie würde niemals enden, noch bevorsteht. Am 26. Januar werden wir im UT Connewitz feiern, was war, was ist und was kommt. Und da unser eigenes musikalisches Können beschränkt ist, aber mit Musik alles bekanntlich viel besser geht, kommen die Sinnbus-Jungs nicht alleine angereist, sondern bringen Bodi Bill, Seidenmatt und Ampl:tude mit. Nicht auszudenken, welch ein Spektakel sich darauf vorbereitet, bestaunt zu werden. Deshalb: Bildet Fahrgemeinschaften, verbreitet die Kunde, und seid beruhigt - für Sanitäter, die im Falle begeisterungsbedingter Ohnmachtsanfälle erste Hilfe leisten, werden wir schon sorgen.

Persona non Grata meets Sinnbus
26. Januar, 21 Uhr
UT Connewitz - Wolfgang-Heinze-Straße, Leipzig-Connewitz
Mit BODI BILL, SEIDENMATT & AMPL:TUDE

Karten für 8,-/10,- gibt es auf sinnbus.de, im Vorverkauf des UT Connewitz und an der Abendkasse (Continued)

Black Mountain - In The Future

blackmountain.jpgEigentlich sollte es passieren, das Ende aller Tage, gleich zu Anbeginn dieses Jahres. Die Welt sollte sich noch einmal andächtig um sich selbst drehen, eine gnadevoll gewährte Erinnerungsrunde, die finale Revue der großen Höhepunkte, durchgerafft, unter dem Druck, der sich im Jenseits staute, schlimmer noch als der Druck in den Eiern eines Kantors bis zum nächsten Treffen des Kirchenchors, und dann ist doch nichts daraus geworden: wir waten noch immer nicht durch ein unendlich Meer aus Scheiße, über dem die aalglatten Seraphim mit ihren geschniegelten und blütenreinen Flügeln auf Unrat triefenden Wolken tanzen und mit ihren Fingern garstig auf uns lehmgekleisterte Nebenbuhler zeigen und höhnen: “Asche zu Asche und Kacke zu Kacke!”. Nein, liebe Freunde, das ist nicht passiert! (Continued)

Immer wieder unterwegs
Sinnbus online exklusiv: Troy von Balthazar

troy.jpg
Man könnte es sich anhand der gegebenen Fakten ziemlich einfach machen. Und in die wilde Klischeereiterei verfallen. So nach dem Motto „Ein Mann und seine Gitarre unterwegs“. Deckel hoch vom wohlbekannten Singer/Songwriter-Kästchen und wohlverpackt diesen Kerl namens Troy (Bruno) von Balthazar. Wenn es da nicht dieses Debüt gäbe, das uns im Herbst 2007 von unseren Sinnbus-Freunden gereicht wurde und das sich musikalisch der damit einhergehenden Folk-Blues-Kategorisierung mit unschuldiger Leichtigkeit entzieht.
(Continued)

Sinnbus auch zum Hören!

radio-blau.jpgSchon hochgradig gespannt auf die neue Persona non Grata Nummer 74 mit dem herrlichen Sinnbus-Special? Den Beiträgen zu einem der wichtigen Lieblings-Label für alle echten Guten? Oder regelrecht hibbelig ob des Konzertereignisses am 26. Januar mit gleich drei formidablen Sinnbus-Bands? Da hilft zumindest in dieser Woche nur Radiohören und zwar am Freitag, 18. Januar, ab 21 Uhr: Aus gegebenen Anlass nähert sich das Duo Klaus & Jensor auf Radio Blau zwei Stunden lang dem Thema Sinnbus. Mit gaaaanz viel Infos und noch viel mehr Musik von A wie Audrey bis T wie Troy von Balthazar, von B wie Bodi Bill bis M wie Monotekktoni, von I wie I Might Be Wrong bis S wie SDNMT (und so weiter und so fort). Da bleibt nur eins zu sagen: Freitag, 21 Uhr, Radio Blau! Und keine Ausreden!

Heute, Freitag 18.01. 21-23h bei Radio Blau

(Continued)

Das Sinnbus Special in PersonaNonGrata 74″ - Exklusiv illustriert von Frau Grau

grau041.jpgDie neue PersonaNonGrata wird es euch nicht leicht machen. Und das soll so sein. Wir haben für diese Ausgabe auf ein erlerntes und gängiges Format des Musikjournalismus völlig verzichtet – die Bandfotos. Dafür können wir uns eine ganze Reihe von Gründen zurecht legen. Vor allem aber war uns daran gelegen, dass sich die PersonaNonGrata in ihrer Gesamtheit der immer penetranter vorherrschenden Meinung entgegenstellt, man könne heute alles auch aus dem Netz saugen – Informationen, Bilder, Meinungen, Musik – bevorzugt kostenlos. Es sollte keine Promofotos in diesem neuen Heft geben, nichts, das nicht aus dem Netzwerk um dieses Magazin einzig für dieses Magazin geschaffen wurde. Deshalb haben wir unseren IllustratorInnen alle Freiheit gelassen, Texte und Themen, Musik und Literatur, in ihrer eigenen Kunst zu interpretieren. Die neue PersonaNonGrata ist auf ihren 140 Seiten tatsächlich noch exklusiver geworden, und sie ist gleichzeitig ein Argument für Printmagazine, dem man sich nur schwerlich wird entziehen können. (Continued)

Aus Liebe zur Musik „Once“ von John Carney

once-0.jpg
Immer wenn Glen Hansard, der Hauptdarsteller, seine Seele nach Außen kehrt, stehen meine Nackenhaare aufrecht. Es ist, als könnte mein Körper nicht anders, als jedes Mal auf Gänsehaut zu schalten, wenn Hansard leidet, seine Stimme bebt, sich förmlich gegen die Fluten der irischen Küste erhebt. Es ist diese Leidenschaft, die auch in John Carneys “Once” für etliche Momente sorgt, die mir schon beim Gedanken an sie den Rücken herunter kriechen.

(Continued)

Dem Abgrund entgegen „Control“ von Anton Corbijn

control.jpg
Mythen und Legenden ranken sich um den Tod des Joy Division-Frontmanns Ian Curtis. Anton Corbijn geht ihnen erfreulicherweise konsequent aus dem Weg und versucht ins Innere einer von Depressionen und Psychosen zerrissenen Person zu blicken. Als Säule diente ihm „Touching From A Distance“, Ians Geschichte aus dem intimen Blickwinkel von Curtis’ Witwe Deborah.
(Continued)

The Flaming Stars - Born Under a Bad Neon Sign

flamingstars.gifEs gibt sie noch: Bands, bei denen man sich sicher sein kann, dass ein neues Album nahtlos an die Qualität der Vorgänger anknüpft. Düster sind auch diesmal die Songs und ihre Geschichten. Klingt langweilig? Ist es im Fall der Flaming Stars aber überhaupt nicht. Es leben die Fünfziger und Sechziger Jahre wieder auf, doch kein sprudelnder Pop, sondern Moritaten, Garage, Rock’n’Roll, Punk, stoische Basslinien, Weltraumorgel und die unverkennbar croonende Rezitation, die dann doch manchmal in den Gesang fällt, dramatisch twangende Gitarren und gelegentlich blitzt ein wenig Americana durch. Schon allein wegen hypnotischen Stimme von Max Décharné muss man auch diese Flaming Stars Platte besitzen. Ein weiterer triftiger Grund ist das Duett mit Holly Golightly im Titeltrack. Doch das zweifellose Highlight ist der letzte Song, auf den hin sich alles zu verdichten scheint „God Told Me To Do It“. Man ahnt, dass es auch damit wieder nichts Gutes damit zu rechtfertigen gilt. Hammersong. Tight und stilsicher. (Big Beat/Ace Records) (Continued)

Thundercats - New Wave

thundercats.jpgEs schon erstaunlich, wie Erinnerung funktioniert, wie die Synapsen aufwachen, Sensoren aufgestellt werden, wenn sie ein wenig stimuliert werden. Ein solches Erlebnis bietet diese Platte. Man kann nicht umhin, man lauscht intensiver, entdeckt hier eine Note und dort eine Synthesizervoreinstellung, die man irgendwo schon mal vernommen hat, vor 20 bis 25 Jahre. Man glaubt gar nicht, dass sich das Duo Magnus Leifur Sveinsson und Bjarni Gudmann Jonsson erst 2006 als eigenständiges Projekt formiert hat. Bekannt sind sich die beiden aber schon viel länger, da sie beide der Band Ùlpa angehören. Die machte bislang aber mehr durch mystisch durchsetzten Postrock auf sich aufmerksam. 2001 erschien deren Debüt “Mea Culpa” noch komplett in isländisch, internationaler wurde es dann 2006 auf “Attempted Flight By Winged Man”. Doch zurück zu “New Wave”, schon allein der Name ein Paradoxon, demonstrative Verortung oder augenzwinkernder Kommentar auf Retrovorwürfe, die natürlich provoziert werden. Neu ist hier natürlich nur die Konsequenz, mit der tief im Sumpf waberner 80ies Keyboard gewühlt wird. (Continued)

Birthmark und Arms And Sleepers am 12.1. im UT

armsmark.jpg
Die Erröffnung der Konzertsaison im heimischen UT-Connewitz findet am 12.1.2008, 21.00 Uhr statt. Das SchubladenKonsortium lädt ein zu verspultem Elektro-Folk von Birthmark und organischer Elektronik von Arms And Sleepers.
(Continued)

(Pop Up – Anmeldungen für Deutschlands richtigste Popmesse haben begonnen

popup.jpg
Auch die (Pop-Up Messe geht nicht nur einfach immer weiter. Jedes Jahr. Aus Tradition. Pfffrrrz. Es müssen schon triftige Argumente sein, eine immer wieder neu entfachte Leidenschaft, die die VeranstalterInnen dazu treibt, dieses grandios verrückte Unterfangen von Neuem aufzunehmen. Die (Pop-Up ist gelebter Glaube daran, dass sich alles verändert, verändern muss, und sie ist gleichwohl Glaube daran, dass die Musikbranche, besser die Herzensache Musik, längst nicht so im Arsch und jenseits jeder Hoffnung ist wie so viele gerade höhnen, weil das der Zeitgeist ist, weil sie sich immer versichern müssen, dass sie den Absprung noch rechtzeitig geschafft haben, endlich erwachsen geworden sind … diese Wichser auf der Dunklen Seite der Macht. (Continued)

Die Wahrheit zwischen Themse und Mississippi beginnt an der Elbe und endet an der Seine Michael J. Sheehy endlich, endlich auf Tour

sheehy_small.jpgWenn man all die Zweitausendsiebenerjahresbestofs unserer Marktbegleiter nach den Nadeln im Heuhaufen durchforstet, lässt sich feststellen, dass die Kollegen nach all den Jahren der Blindheit endlich auch auf Michael J. Sheehy gestoßen sind. „Ghost on the Motorway“ (Glitterhouse) fast überall Album des Jahres, „Torriano Avenue“ das ewig schönste Lied der Welt, Sheehy zum begnadetsten zeitgenössisch- klassizistischen Americana-Singer/Songwriter aller Zeiten gewählt und überall in den Schlagzeilen wie einstmals Elvis. Ach, alles wieder nur geträumt, wieder nur Britney macht die Gazetten unsicher, dabei könnte sie sich konsumtechnisch ruhig mal ein Stückchen von Sheehy abschneiden, wenn sie unbedingt unter die Heiligen Trinker gehen will. Na ja, dafür - ausgleichende Gerechtigkeit - geht sie in die Klinik und Sheehy auf Tour. Präsentiert übrigens leider nicht von Persona Non Grata, sondern, das sollte der Gerechtigkeit halber erwähnt werden, von Spex. Ein blindes Huhn trinkt auch mal ‘nen Korn. Genug der Kalauer, wieder zum Ernst des Lebens zurück, PR-Maschine an: Besucht seine Konzerte, geht unbedingt dorthin. Dieser Mann hat es verdient wie kein Zweiter, denn seine Lieder sind so großartig und wahr wie der Himmel.
(Continued)

Diebold - Listen to my Heartbeast

diebold.jpgDrums und Bass. Mehr braucht es nicht, um die Pforten Armageddons aufzusperren. Tonnenschwere Bomben. Maschinen, die Tunnel so rücksichtslos und tief graben, dass die Erde in höllische Abgründe in sich zusammenfällt, der Planet garstige Dellen wirft und gänzlich aus seiner Bahn gerät … dorthin, wo nur noch Dunkelheit und Kälte sind oder gleißendes Licht und Fegefeuer. Das “Heartbeast”, das Sophie Trudeau und Ian Ilavsky auf diesem Debüt aus den schwärzesten Löchern ihres Gemütes ausbrechen lassen, brüllt mit der Kraft sich plötzlich und rabiat gegeneinander verschiebender Erdplatten. Diebold sind der infernalisch rausgerotzte Lärm einer derangierten Rhythmussektion, nicht ganz unähnlich der via Constellation-Umfeld um ein paar Ecken verwandten und verschwägerten Lullabye Arkestra – nur ohne den Soul, den Diebold schon längst an den Teufel verscherbelt haben: irgendwas musste ja drin sein, für den Leibhaftigen, als er diesen beiden Musikern solch weltenkippenden Bums verlieh. (Bangor/Alive)

Iron and Wine - Shepherd’s Dog

Bis zu diesem Album war mir Sam Beam der ungekrönte König der Zurückhaltung, König des bis in seine schlichte Perfektion untertriebenen Songs – zweifellos lag gerade darin etwas Majestätisches, dass der Songwriter klang, als müsse er sich gar nicht produzieren, als hätte er sich ganz beiläufig zu dieser schieren Großartigkeit aufgerichtet, die nun immer mehr Menschen wahrnehmen konnten. Die schönsten Momente der zurückliegenden Iron and Wine Veröffentlichungen lagen zwischen den Tönen, die er sanft von den Saiten schlug, zwischen den hauchzarten Seufzern, mit denen er seine Geschichten sang – es waren diese Momente, die von sich selbst besessene Songwriter niemals lassen, weil sie alles mit ihrem Ego erfüllen. (Continued)