So sieht’s aus: Persona Non Grata # 75 Fehler

png75.jpgHallo Misere! Wir balancieren hier auf einem ganz schmalen Grat. Akrobaten. Künstler. Äffchen. Mach noch einen Salto, noch einen Spagat, für ein paar Groschen. Sie sagen: Spring! Und wir fragen: Wie hoch? Keine Frage, es geht uns allen dreckig. Das Elend, über das wir balancieren, steht anderen bis zum Hals. Das bisschen Zerstreuung darf man denen wünschen. Wir tanzen gerne, für die Letzten, die noch applaudieren. Bekommt ihr die Hände noch in die Höhe? Aus dem Elend, das euch an den Armen klebt, schwarz und schwer wie Teer! Steigt übereinander, Zehennägel schälen Augäpfel, Fersen drücken Zähne aus den Kiefern! Überleben heißt rücksichtslos durchtreten. Kill your friends. Wenn sie dir nicht glauben, dass du den scheißverdammten Gral in deinen Händen hältst.
Dies ist ein Editorial. Monatelange Arbeit kondensiert auf ein paar Schlagworte. Protzen, protzen, protzen … voller Zuversicht, mit Überzeugungskraft, alles zusammenraffen und ganz wichtig pointieren. Pathos wie ein Fackelfeuer zünden. Dies ist unsere 75. Ausgabe. Und wir haben alles richtig gemacht. In unserem Alter macht man keine Fehler. Man hat für alles einen Plan. Alles hat System, und wenn du uns nicht verstehst, dann bist nur du selbst Schuld daran. So zünftig muss das klingen, denn dies ist ein Editorial, der Vorhang auf für ein paar Lettern, die die Welt bedeuten wollen, die nette Märchenstunde von Unabhängigkeit und Selbermachen, von Zusammenhalt und hehren Zielen. Hier muss man sich ganz wichtig nehmen. Also nochmal, damit es sitzt: Dies ist unsere 75. Ausgabe. Dies ist das Editorial. Wir machen dich glauben, damit fängt es an. Aber mal ehrlich: Wir leben nicht mehr, wir träumen schon. Nur so kann ein Heft wie dieses werden. Aber keine Melancholien. Dies ist ein Editorial. Ordentlich Schaumschlagen. Protzen. Protzen. Protzen. Und immer auf zuversichtlich machen.

Persona Non Grata # 75…der Inhalt detailliert…
Thema: FEHLER
mit Illustrationen und Fotos von Loïg, Ralph Niese, Tristan Wilder, Marleen Sukale und Markus Scheuner

„Hageatama“ und „Preserved Flower“ Arbeiten von Minobu Kamida

Malen nach Zahlen – DIN-Normen im Pop von JKO
Die 30-Sekunden-Regel, das Künstler Ego und andere „perfect matches“

Sprachfehler – Culture Jamming zwischen Widerstand und Affirmation von Benjamin Seibel

Der Wunsch nach Individualität, Autonomie und einem selbstbestimmten, anderen
Leben, wie ihn auch Adbusters propagiert, sei zur Erschließung neuer Märkte dringend notwendig. Distinktion und Abgrenzung von der breiten Masse erzeugen zwangsläufig auch andere Konsumbedürfnisse, die natürlich ebenso gestillt werden müssen. Dass sich auch die Kritik am Konsumrausch problemlos konsumieren lässt, ist, wie vielfach über die letzte Dekade diskutiert, nur einer von zahlreichen Widersprüchen, die den Kapitalismus nicht aus der Ruhe bringen(…). Nun soll es hier nicht darum gehen, eine weitere Subkultur mit der Sell-out-Keule zu verprügeln, schließlich ist der ewige Zyklus vom Underground zum Mainstream und zurück für sich nichts wirklich neues und muss auch nicht unbedingt etwas über das subversive Potenzial einer Bewegung aussagen. In diesem Fall lohnt jedoch ein genauerer Blick auf die hier wirkenden Mechanismen.

Streetart – Wer selber klebt, ist selber Schuld. Eine Polemik von Kotsche

Street Art bedeutet ungefragtes Eingreifen in den öffentlichen Raum. Eine rebellische Handlung, die darüber hinaus noch oftmals kritische Inhalte vermittelt. Die Kommunalpolitik schätzt sie sehr. Eine Polemik

Gegen den Kleinmut von Susanne

Was in seriösen Kontexten verpönt ist, das gilt in Fanzinegebieten immer noch als Ausweis von Authentizität: das Ich, das Persönlich- Fühlige. Jener Verkumpelungsgestus, gepaart mit einer vorgetäuschten Anspruchslosigkeit bietet einen leidlichen Anblick. Hinter diesem Schauspiel verbirgt sich ein Werteapparat, dessen oberste Tugend Bescheidenheit heißt. Der Vorwurf, der daraus entspringt, ist der immergleiche: Jeder, der sich nicht für alles, was er sagt, entschuldigt, nimmt sich zu wichtig

Halbe Stunde von Maike

(… ) Er öffnet den Kleiderschrank, die laminierte Türe fühlt sich kalt an. Sehr ordentlich hängen die Sachen auf Bügeln oder sind penibel gefaltet übereinander gestapelt. Er zieht ein gepunktetes Kleid hervor, das ihm besonders gut gefällt und drückt es gierig an sich wie eine seit langer Zeit nicht umarmte Geliebte. Seine Wangen schmiegen sich an den samtenen Stoff, er nimmt einen schwachen Duft von Parfum wahr. Das bringt ihn auf die Idee, nach einem Stück mit stärkerem Geruch zu suchen und er öffnet ein paar Schubladen. (…)
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Fehlerteufel – Das letzte Mal, dass sie mich berührte, war, als sie mir ins Gesicht schlug von André

Egal, wie sehr du die Frau und die Kinder, die um diese Zeit sicher und ruhig zuhause schlafen, liebst, nach der zweiten Flasche Wein sind sie nur noch weit entfernte Erinnerungen an einen Schnappschuß im Portemonnaie, vor den du deine Bankkarte gesteckt hast. Wenn man betrunken ist, fickt man gern und ungeniert mit fremden Menschen, die dann zumeist auchangetrunken sind. Oder bezahlt. Oder beides.

Wer ist der Nigel Hipster? von Lars Brinkmann

Ehedem diametral entgegengesetzte Genre verleihen dem ehemaligen Soundtrack der Kinderfresser und Kirchenanzünder mit Fremdpartikeln eine Würde oder zumindest Seriosität, die nicht ohne Folgen geblieben ist. Trotz ihrer erfrischenden Ansätze sorgen diese neuen Bands bei den Veteranen für einen schalen Nachgeschmack. Das Problem, Black Metal ist im Feuilleton angekommen – die notorischen Bescheidwisser und Top-Checker sind in den erlauchten Kreis eingedrungen. Man nennt sie auch: Nigel Hipster…

New Line Cinema – Hängengeblieben in Mordor von Nimrod

Das Filmstudio New Line Cinema, das trotz seines Verkaufs an Time Warner im Jahre 1996 seine Geschäfte weiterhin unabhängig führte, wurde Ende Februar als Genre-Marke in den Mutterkonzern absorbiert. New Lines Strategie, die Rechte für die internationale Auswertung gegen eine Beteiligung an den Produktionskosten an regionale Vertriebspartner abzutreten, mag ein Projekt wie die „Herr der Ringe“-Trilogie erst ermöglicht haben. Dennoch, urteilten die Konzernführer, hat sie sich längst als Bumerang erwiesen.

Never Mind the Double Standards – Friedrich Christian Flick beschenkt Berlin mit 166 Sammlerstücken von Jörg Gruneberg

Dass jemand aber tatsächlich versuchen könnte diese Theorie zu pervertieren, mit Hilfe von Kunst-Credits politischen Einfluss erwerben könnte, daran gab es Zweifel. Es ist nicht die Frage, ob es falsch ist mit Kunst Geld zu verdienen. Nein, die Frage ist: sollte es möglich sein über inhaltliche Werte der bildenden Kunst, also Werte von allgemeiner Bedeutung, Macht und Einfluss zu erlangen.

Trost für ein paar Gescheiterte von Torsten Reitler
(…) Natürlich kam im Laufe des Abends die Frage auf, ob ich verstehen könne, warum seine Frau ihn verlassen habe. Die Liebe der beiden war weit entfernt von den Angstbildern, die hartgesottene Beziehungsverweigerer gerne beschwören. Auf eine merkwürdige Art schienen sie alles richtig angegangen zu sein. Er war kein Macho, sie kein Hausmütterchen. Sie hatten sich Ziele gesetzt, sich ein Zuhause geschaffen, in dem mehr möglich schien als langsames Ersticken.(…)

Beware of the Lizard God! Ein Comic von Justin Hall

MUSIK

Labelspecial: Die Hamburger Label-WG mit Fotos von Tilman Walther

Berührungsängste sind widernatürlich von Nimrod

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„Genau wie in einer Wohngemeinschaft weiß man, wen man ganz bestimmt nicht dabei haben möchte“, erklärt Jan Clausen, der das Projekt Hamburger Label-WG lanciert hat: „Wie die Egos der Labelmacher tatsächlich harmonieren, wird sich allerdings erst über die Zeit in der praktischen Zusammenarbeit zeigen.“ Aber gerade aus den über viele Jahre im Musikgeschäft geprägten Eigenwilligkeiten der sieben Labels in diesem neuen Netzwerk, wächst genau dort, wo sich diese Eigenarten berühren, inmitten der Vielfalt der einzelnen Erfahrungen, eine außerordentliche Stärke, die Hoffnung für die Unternehmung Label-WG macht.

Affairs of the Heart – Herz und Rückenarbeit von Jana

Beruf statt Berufung ist eine weitere Floskel, die in diesem Zusammenhang gerne verwendet wird, in den meisten Fällen ziemlich nichts sagend, hier aber trotz ihrer Plattheit durchaus angebracht. Es geht nicht um die große Kohle, die man mit Musik mittlerweile sowieso nicht mehr machen kann, nicht um Sex, Drugs & Rock‘n‘Roll oder das Klischee, im gläsernen Büro zu sitzen und über Sein oder Nichtsein von Musikern zu entscheiden. Es geht um die privat involvierte Förderung von Künstlern, die einem am Herzen liegen und die man nicht aus Größenwahn, sondern aus Überzeugung unterstützt. Jan Schewes Geschichte zu Affairs Of The Heart begann mit einer ähnlich blumigen Anekdote.


Portraits zu Unbunny und John Vanderslice

Audiolith – Audiolithe deine Jugend! von André

Lars Lewerenz ist ein Macher. Ein Unternehmer. Ein Original. Einer von denen, auf die der gute alte Hamburger Spruch „Nech‘ snacken, topacken!“ passt wie kein zweiter. Er hat es möglich gemacht, dass alle seine Freunde das ganze Jahr über durch die Republik reisen können, um nicht nur musikalisch die Sau rauszulassen: Jägermeister, Schlafplatz, Brötchen für lau in jeder Stadt. Für die Spätaufsteher: Audiolith boomt.

Portraits zu Bratze und Plemo

BB*Island – Leidenschaft, wie wir sie können von Nimrod

Ich hänge ihm an den Lippen, weil ich mich selbst in seinen Worten höre. Nicht weil ich auch ein Label habe. Seine Sätze zapfen etwas an, das man als das universelle Unterbewusstsein derer bezeichnen könnte, die von ihrer Aufgabe, ihrer Mission, obsessiv erfüllt sind. In diesen Worten steckt die Kraft, die Realität neu zu schreiben, und das ist nicht nur Fieberwahn, sondern regelrecht bezaubernd. Das ist ansteckend. Ich beiße mir auf die Zunge, ihn nicht zu unterbrechen.

Portraits zu 22Pistepirkko, Plus/Minus und Turner Cody
Buback – Sowohl Fleisch als auch Fisch von Jörg Gruneberg

Es sieht so aus, als hätte Axel versus Buback ein erstes Ergebnis gezeitigt: Axel liegt mit 2 Punkten vorne. Aber Buback haben noch Kissogramm („Cool Kids Can‘t Die“ – bester Aufkleber seit „99%-Shit“ von Tochnit Aleph) und Die Stars (Germany) und Huah! („Was machen Huah jetzt?“, er macht ISM, Knarf Rellöm, alles klar!?). Sie haben Les Robbespierres (Robbespierre, auch so ein schlimmer Finger!) und SYPH (mein, Gott, hättet ihr Euch nicht einen griffigeren Bandnamen aussuchen können!? SYPH sind ansonsten natürlich die wichtigste Band Deutschlands – kein Scheiß! Fragt Holger Czucay! Und Buback haben noch viele andere mehr. Alles in Allem ein Biotop, meine ich.

Portraits zu FSK und JaKönigJa

Crunchy Frog – Bluten soll das Herz von Klaus

Stilistisch sei Crunchy Frog nicht festgelegt, betont Jan Clausen, wobei, bei einem Blick auf das Repertoire des Labels, dann doch die Gitarrenmusik eindeutig überwiegt. Es steckt sehr viel Spontaneität hinter den Veröffentlichungen: Hat jemand die bierseelige Idee, persönlich den Surf zu retten, gründet man schnell mal eben, des Spaßes wegen, eine Band und los geht’s. Mit Herzblut. Und wenn das Ergebnis überzeugt, dann erlaubt man sich gerne, doofe Argumente zu überhören, die gegen eine Veröffentlichung sprechen könnten – kicken muss es. Das Herzblut rast, alle anderen nebensächlichen Geräusche ausdröhnend.
Man kann mit dieser impulsiven Herangehensweise nicht ganz falsch liegen. Die Verkaufszahlen, betont Jan, halten sich erstaunlich stabil …

Portraits zu 18th Dye, First Floor Power u.a.

Devilduck – Leck mich doch am Arsch, ich find’s gut von Jana

Jörg Tresp, den Kopf des Labels Devilduck, kann man getrost als potenten Musikbiz-Wirbelwind bezeichnen, schließlich hat er zahlreiche Eisen im Feuer. (…) Sein Ziel sei es nicht, die Allgemeinheit zu bekehren, mit seinem individuellen Geschmack, den er mit Devilduck zum Ausdruck bringen und dem er ein Forum bieten will; vielmehr soll sich das alles innerhalb bestimmter, von Vornherein indirekt festgelegten Grenzen bewegen, dort aber nachhaltig Eindruck hinterlassen. Minimaler Verkauf, maximaler Effekt, sozusagen.

Portraits zu Kid Dakota und Björn Kleinhenz

Stickman Records – Die Angels. Unter den Labels. von Tom

Dieses einzigartige Stickman-Motorpsycho-Band-Label-Konstrukt ist zwar somit eines, das es mittlerweile zwar häufiger gibt, welches damals zu seiner Gründung aber eine völlig neue Herangehensweise beschrieb, die Mittel der Publizität als Künstler selbst in der eigenen Hand zu halten. Mehr noch: nicht nur dass Stickman wie kaum ein anderes Indielabel seiner Zeit mit einer solchen Stil bildenen Ausstrahlung behaftet war, die Band-Label-Konstellation nahm zu ihrer Zeit einen wichtigen Fakt voraus, der das wohl einzige sinnvolle Ergebnis von Hundert Jahre Indiekultur sein dürfte: die Emanzipation des Künstlers vom wirtschaftlichen Interesse seines Publizisten.

Portraits zu Motorpsycho und Monochrome

dbZwoVier – Die echteste Band der Welt von Andre

Volksmusik, die Musik, die vom Volke füreinander gemacht wird, soll ja Missstände artikulieren, die Wahrheit sagen, Mut geben und zur Aktion aufrufen. Steht so ähnlich auf jeden Fall im Booklet bei „Volkssänger“ von Hannes Wader. Das muss also richtig sein. Dbzwoviers Deutschpunkgranulat ist so ziemlich das beste Beispiel für zeitgemäße Volksmusik, das man sich vorstellen kann. Ihre Lieder tragen klar die Richtung ansagende Titel wie „Geld wie wir“ oder „Zur Stunde noch unklar“ oder „Die Akademie (kann dir jetzt auch nicht weiterhelfen)“. Aber DbZwoVier sind keine Sloganizer.

Grand Archives – Lieder ohne Regen von Nimrod und Eva Gschwender

Wir müssen und frei machen, von diesem elendigen Gejammer, von dem Weh und Ach, gar schlimmen selbstmörderischen Tendenzen, wann immer wir vermeinen, dass es nicht mehr weiter gehen kann, so wie wir es gewohnt sind. Greifen wir uns nur mal diesen Mat Brooke als besonders gemütsaufhellende Inspiration. Dass Mat Brooke seine Band of Horses verlassen hat, gleich nach deren wunderbarem Debüt „Everything All The Time“, an dessen Klang er ganz entscheidenden Anteil hatte, markierte mitnichten deren Ende. Es war „Cease to Begin“, das zweite Album aus dem Jahre 2007, sogar das bessere, wenn auch ein mit noch mehr Pathos opak zugedecktes, ein zum Verzweifeln schönes Werk. Erst das selbstbetitelte Debüt des Projektes Grand Archives, mit dem sich Mat Brooke nunmehr die Zeit ganz großartig vertut.

The Aim of Design is to Define Space – Wer, Wie, Was von Andreas und Frau Grau

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Wir finden das auch gut, dass die Aims darauf achten, wie sie so rüberkommen. Aber andere finden das überhaupt nicht toll. So schreibt zum Beispiel Gustav T.H.: „Ist ja wohl eine der schlechtaussehendsten (im tiefschlechten und nicht positiven Sinne) Bands ever. Habt ihr keinen guten Fotografen? Musik geht leider auch nicht. Aber Hoodies habt ihr schöne.“ Viele sagen auch, dass Aim ihre Lieder für Leute schreiben, die sich für was Besseres halten, wovon es da, wo sie wohnen, also in Berlin, auch echt ne ganze Menge gibt.

dEUS – Kind und Kunst, Chemie und Teufel von Björn und Ellen Möckel

„Nie wieder dEUS!“ war in der Vergangenheit auch eine mehrmals ausgesprochene und in nahezu trockene Tücher gewickelte Entscheidung. Neulich erst, zu „Pocket Revolution“-Zeiten im Jahre 2005, wollte Tom alles hinschmeißen. „Ich war damals fest entschlossen, dEUS ein Ende zu setzen.“ Mit „damals“ meint Tom die Zeit, in der die Leute gingen, die Leute kamen und die Köpfe voll mit allem waren, nur nicht mit Musik.

Soap & Skin – Vom Fehler der Zurschaustellung von Verletzlichkeit von Mikki und Sylvia Meder

Oft wird von journalistischer Seite, aber auch vom Publikum mit dem jungen Alter der Künstlerin, oder ihrem hübschen Aussehen, kokettiert; ob nun aus Kalkül, oder aus fehlendem Verständnis für ihre Musik, oder aus der Gewohnheit eines nur noch oberflächlichen Konsums von Images im Kosmos des heutigen Pop. Das Kindchenoder Lolita-Schema greift aber bei weitem zu kurz, um dem was Soap & Skin performt, gerecht zu werden. Was man auf der Bühne zu sehen und zu hören bekommt, ist das Tagebuch einer alles andere als glücklichen Kindheit auf dem Land. Es ist Musik gewordene Verzweiflung, Trauer, Enttäuschung und zugleich Bewältigung, Aufarbeitung und Therapie eines tief greifenden Traumas vor laufender Kamera, vor den Augen des zumeist in Totenstille erstarrenden Publikums!

Fuck Buttons – Hades als abgrundtief aufgerissene Schlampe von Nimrod und Jenny Wildfang

Der Quell, ab dem sich Tod und Leben scheiden, ist eine Fotze. Und alle wollen nur über sie hinweg. Niemand will in sie hinein. Erklär das. Versuch das zu erklären. Dann stemmt er uns weiter. Gegen den Strom. Mit dem Strom. Alles was wird, wird auch vergehen. Jenseits von Elysium und Tartaros ist die Fotze das Alpha und das Omega. Quelle und Mündung. Alles andere sind Ammenmärchen. Aschezuaschetrocknes Lachen. Es klingt noch nach, als er mich in die Dunkelheit zwischen ihren Schenkeln stößt. Ab jetzt bist du allein.

Timesbold – Writing Letters Like the Alphabet’s Gone Berserk von Jana und Eva Gschwender

Freilich sind Timesbold weder die ersten noch die einzigen, die sich den garstigen Klauen des schnöden Mammons verwehren, und auch musikalisch darf man sich an alte Bekannte wie Songs: Ohia oder Woven Hand erinnert fühlen. Doch diese erfreuliche und wünschenswerte Seelenverwandtschaft macht sie nicht beliebig, im Gegenteil: Sie ermuntert.

Die Geschiche vom braven Recken Rummelsnuff von Sven Hartig und Tristan Wilder

In Jahrzehnte dauernder, knüppelharter Arbeit in den Krafträumen der Republik wurde aus Roger Baptist der mit Volksmarine-Mützchen und aus Autoreifen geformten Hörnerhelm gekrönte, singende Muskelgigant. Sein Weg führte ihn von Dresden an der Elbe über Hammerfest nach Sansibar und von La Rochelle letztendlich nach Berlin, in die Bucht nach Rummelsburg. Hier ging der mittlerweile zum Seebären gereifte Sachse endgültig vor Anker. Es muss im Jahre 3 des neuen Jahrtausends gewesen sein, da legte der mega-aufgepumpte Kraftathlet den kalten Hantelstahl etwas beiseite, und begann wieder zu musizieren. Zunächst entstanden die nun auf „Halt durch“ versammelten Stücke zuhause im rummeligen Kämmerlein, am Heimrechner.

Smoke Blow – Das Herz des Rock’n'Roll von Jensor

Eine Band als Phänomen. Eine Rockband, wohlgemerkt (dies will ja schon etwas heißen). Seit runden elf Jahren mischen Smoke Blow anständigst die Meute auf. Behängt und bepackt mit allen, aber auch wirklich absolut allen gängigen Klischees, die die stilistische Fraktion „Rock’n’Roll-Bad Guy“ auch nur zu bieten hat. Der formale Overkill – ganz bewusst und ganz gezielt auch als formaler Overkill gestaltet, beinahe schon inszeniert und dies in einem Maße, das zumindest bei mir hochgradiges Schmunzeln gekoppelt mit dem unbedingten Wohlbehagen des „Untenseins“ auslöst. Ich liebe Übertreibungen.

Enon – Daytime Music von Matthias Rauch und Jenny Wildfang
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„Ich habe mit der Gärtnerei angefangen“, erzählt John enthusiastisch. „Außerdem haben einige andere Bands bei mir aufgenommen“. Doch John ist Realist genug, um schnell anzumerken, dass er sich damit nicht alleine über Wasser halten könnte. „Ich denke sogar die richtig großen Studios müssen sich immer mehr Gedanken machen, da es immer billiger wird, Alben aufzunehmen und die Recording-Budgets schrumpfen von Jahr zu Jahr weiter zusammen. Studioarbeit ist aber eine sehr angenehme Sache, um die Zeit zwischen Projekten zu füllen.“ Das beste Beispiel für diese neue Art des Aufnahmeprozesses sind Enon selbst.

Travels – Die Möglichkeit einer Zwei-Mann-Band von Jana und Marleen Sukale

Sie, Mona, mittelgroß, halb Mädchen, halb Frau, helle krause Haare, ein schwarzes Kleid, unproportional kräftige Arme mit einer großen Tätowierung und ein an eine Hexe erinnerndes Gesicht (nein, auch das meine ich nicht negativ). Er, Anar, wenig größer, dunkles kurzes Haar, dunkles Jackett, kaum sichtbarer Oberlippenbart (oder war das nur der Schatten?). Schon der Anblick, den beide nebeneinander auf der Bühne abgeben, ohne irgendetwas getan oder gespielt zu haben, legt den Schluss nahe, dass sie sich perfekt ergänzen.

Special (Pop Up Messe 2008

Tradition und Sinnsuche

Wir haben Asche, wo bleibt der Phönix? - Die Musikbranche vor einem neuen Anfang von Matthias Puppe
Wie kann sich die Musikbranche neu erfinden, wie kann ein neues System für Produktion, Vertrieb und Verkauf von Musik aussehen, in dem auch neue Künstlerinnen und Künstler in der Lage sein werden, einen finanziellen Gegenwert für ihr veröffentlichtes Schaffen zu erlangen? Wie muss ein modernes, den verschiedenartigen Ansprüchen der Musikkonsumenten gerecht werdendes Transportmedium beschaffen sein, dass es für die darauf enthaltene Kunstform auch einen entsprechenden finanziellen Gegenwert in Aussicht stellt? Und nicht zuletzt: Wie lässt sich ein Weg sinnvoll in die Öffentlichkeit finden, um Musikprodukte auch über einen lokalen Rahmen hinaus publizieren zu können?

Vom Konzert zur mobilen Flashmob-Party. Die Zukunft des Livegeschäfts von Sandy

Die Besonderheit des Live-Acts, seine Authentizität und Verhaftung in dem Moment, in dem er stattfindet, wird gnadenlos ausgenutzt. Während die Plattenfirmen feststellen mussten, dass sich mit dem Verkauf von Tonträgern inzwischen kaum noch ein müder Euroverdienen lässt, gelten Konzertveranstaltungen angesichts der verhängnisvollen Hinterhalte des Internets als einzig noch Gewinn versprechender Teil des Musikgeschäfts – wohl aus dem simplen Grund heraus, weil sich das Live-Erlebnis nicht eins zu eins übertragen und vervielfältigen lässt.

Local Heroes – Lokale Strukturen im Zeitalter globaler Vernetzung von Jan

Der Besuch eines Konzertes wird abhängig gemacht, von den Promosongs auf den Seiten der Künstler oder den Empfehlungen der einen Freundin in Castrop-Rauxel auf der StudiVZ-Pinnwand, die Ihrerseits das Konzert gerne in Reeder-Wiedenbrück gesehen hätte, das ihr auf ihrer Pinnwand im Web 2.0 von dem damaligen Klassenkameraden empfohlen wurde. Im Spannungsfeld zwischen digitalen Medien, Blogs, online- Konzertmitschnitten, Internetradios und den örtlichen Clubs, der Szene, der lokalen Band befindet sich dieses Forum. Alles Digitale wirkt sich auf den Ort aus. Die große Frage im Zentrum ist, ob sich der Ort auch auswirkt. Haben lokale Strukturen eine Relevanz auf dem Markt und haben lokale Strukturen überhaupt noch Relevanz? Wie funktioniert Musik auf lokaler Ebene und was sind die Bedingungen im beschriebenen Spannungsfeld?

Filter rein – Musik raus? Neue Präsentationsformen für neue Musik von Thyra

Auf MySpace sind alleine in Deutschland 200.000 Bands vertreten, weltweit sind es etwa sechs Millionen. Das behauptet zumindest Joel Berger, der Chef vom MySpace Deutschland, und er tut es mit Stolz. „Es gibt in diesem Bereich also mehr zu entdecken, als man jemals entdecken kann“, sagt er im Interview mit Pop100.com, und bringt damit das Problem ziemlich genau auf den Punkt – obwohl er das selbst höchstwahrscheinlich nicht so sieht. Wollte man jeder dieser Bands auch nur fünf Minuten Aufmerksamkeit schenken, würde man ca. 57 Jahre nonstop vor dem Computer sitzen. Klar ist es schön, dass auch die Bands, die keinen Plattenvertrag haben, ihre Musik unter die Leute bringen können. Aber wie findet der geneigte User die Bands, die ihn wirklich interessieren?

Rezensionen
Empfehlungen: Menace Ruine – Cult of Ruins / Vampire Weekend- Vampire Weekend / Torpedo – In the Assembly Line / The Poem Is You … - … And the Earth Shall Weep / John Maus – Love is Real / Sun Kill Moon – April / Mondo Fumatore – The Hand / Firewater – The Golden Hour / Raoul Sinier – Brain Kitchen / Cloudland Canyon – Lie in Light


LITERATUR

eBooks – Die Zukunft ist das neue Ding von Kotsche und Hilmar Bender und Meedchen

Die großen Verlagsgruppen bereiten digitale Angebote vor. In der Bewahrerszene Deutschlands entzündete insbesondere die Entscheidung von Brockhaus, künftig nur noch online zu erscheinen, eine hitzige Debatte um das Kulturgut Buch. Brockhaus ist zwar mittlerweile zurück gerudert, tatsächlich aber bieten wissenschaftliche Texte, Lexikonartikel und auch Kochbücher in digitalisierter Form immense Vorteile.

Clemens Meyer – So, wie du niemals sein wirst von Sven Hartig. Und Stationen aus „Als wir träumten“ fotografiert von Klaus Nauber

„Die Nacht, die Lichter“ hat Clemens Meyer wieder nachts geschrieben. Hat sich am frühen Abend schon vor den Rechner gehockt, hat manchmal lange gebraucht um loszulegen, sich meist erst ab Mitternacht zum Schreiben disziplinieren können. Was nicht immer einfach war und manchmal auch eine Qual. Reinzukommen, ins Schreiben. Wenn er dann im Morgengrauen das Gefühl hatte, etwas geschafft zu haben, hatte er sich noch einen Kurzen hinter die Binde gekippt und ist dann ins Bett gekrochen. Schließlich muss er ja jetzt keine Drecksjobs mehr machen. Dass er nun den lädierten Rücken frei hat zum Schreiben, dafür sorgt der Verlag. Eine recht komfortable Situation, die allerdings auch gefährlich werden kann. Vor allem dann, wenn man wie Meyer einen gewissen Druck zum Schreiben braucht.

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„Leipziger Premium Pils. Das war auch preiswerter, denn wir bezogen es direkt vom Hof der Brauerei. Meistens nachts. Die Leipziger Premium Pilsner Brauerei war der Mittelpunkt unseres Viertels und unseres Lebens.“

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„Es war ein Einfamilienhaus und stand schon seit Jahren leer, wahrscheinlich weil es direkt am Bahndamm lag. … Es hatte ihn hier auf der Treppe erwischt, er war einfach sitzen geblieben, und dann war sein Oberkörper nach vorne gesunken, und das Letzte was er gesehen hatte, war dies blöde Treppe gewesen.“

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„Wir waren die jüngsten Discobesitzer der Stadt, denn wir waren erst sechzehn, siebzehn damals. Die Disco war in der alten Getriebefabrik, an der Hauptstraße, die aus der Stadt führte, ein paar hundert Meter vorm Ortsausgangsschild. Wenn wir auf den kleinen Turm oben auf dem Dach stiegen, konnten wir die Dörfer sehen und das Ostwäldchen auf der anderen Seite des Viertels.“

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„Die Schule brannte. Wir lagen im Treppenhaus und in den Gängen, wir konnten nicht mehr raus. Weiter unten schlugen Granaten ein. Mark kam die Treppe hochgestolpert, ein Schild hing um seinen Hals, „Granatsplitterverletzung“ stand da in großen schwarzen Druckbuchstaben. Er blieb ein paar Stufen unter mir liegen. „Scheiße mich hat’s erwischt“, sagte er leise.“

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„Er sagte irgendwas, aber ich rannte schon weiter. „Drecksau, bleib stehen!“ das war nicht der Gartenarsch, die Glatzen hatten aufgeholt. Ich rannte noch schneller. In der Schule lief ich die sechzig Meter in sieben Komma sechs, aber auf der langen Strecke hatte ich Probleme. Ich versuchte gleichmäßig zu atmen.“

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„Ich lief langsam über die Hinterhöfe zurück zur Straße. Ich lief zu unserem Park. Der Platz an den Tischtennisplatten war leer. Fred war im Knast, die anderen versteckten sich vor den Glatzen, und Estrellita … Ich setzte mich auf eine Bank, oben auf die Lehne. Ich rauchte noch eine, dann noch eine und wartete auf die Nacht.“

Der Roman „Ein schönes Attentat“ - Wahn und Widerspruch von LaK und Markus Scheuner

Was von der Dramaturgie her an eine Wild-West-Story erinnert, ist in Wahrheit die Geschichte zweier sehr facettenreicher, widersprüchlicher Charaktere, die beide in einer Umgebung leben, die ihrerseits durch starke Widersprüchlichkeiten gekennzeichnet ist. Genau hier liegt die Stärke in Gavrons Roman, dessen Protagonisten zwar als Jude und Palästinenser aufeinander treffen, allerdings nicht als Prototypen der sie jeweils umgebenden Gesellschaft. Denn diese Prototypen gibt es nicht, kann es nicht geben. Das Bild, das die deutschen Medien nur zu gerne vom Nahostkonflikt zeichnen, wird entlarvt als Ideologie.

Andreas Maier – Erfolgreiche Gerüchtetöpferei von Stroper und Jürgen Bauer

Ein bisschen unauffällig stolpert der dreiunddreißigjährige Student Andreas Maier
2000 in die Literaturblase, schreibt unter Suhrkamp „Wäldchestag“ – und erntet erst einmal heftige Imitatsvorwürfe. Es ist ja auch leider wahr, der erste Roman raunt wie das Bernhardsche konjunktivisch, monologisch, ballernd. Maier wird zum Bernhard-Schüler gekrönt, elf Jahre nach Bernhards Tod. Maier erklärt sich dazu nicht. Man hört und sieht überhaupt wenig von ihm, er bleibt gerne unansprechbar. Jedenfalls wisse man nie, so die Verlagsfrau, ob ihn Nachrichten erreichen, und Interviews wären geradezu utopisch.

Rezensionen
FILM

Film und Wettbewerb – Die Preisverleihung als Ärgernis von Christian Ihle und Meedchen

Ein Filmfestival mit einhergehender Preisverleihung ist ja in mehrerlei Hinsicht fragwürdig. „Regard art critics as useless and dangerous“ hieß es bereits im Manifest der Futuristen, die damals ein Kernproblem ansprachen. Wenn es schon zweifelhaft sein mag, Kunst überhaupt zu rezensieren, zu kritisieren, zu vergleichen, wie unsinnig ist dann auch noch die Zuspitzung in einer Preisverleihung? Nicht nur festzustellen, dieses oder jenes Werk hätte Mängel oder besonders gute Eigenschaften, nein, noch einen Schritt weiterzugehen und ein Werk als das wie auch immer „beste“, den anderen Werken überlegene, herauszustellen. Hinzu kommen bei einem Filmfestival wie der Berlinale zwei weitere Probleme …

Das System Uwe Boll von Fabse und Christoph Neumann

Längst genießt Uwe Boll weltweit einen ausgezeichnet schlechten Ruf. Die Boll-Hasser mit ihren Gift und Galle triefenden Kommentaren schüren ein heimliches, hämisches Interesse in seine neuen Projekte, lange bevor ein tradiert aufgezogenes Marketing in die Publizität des Themas eingreift. Sobald eine DVD erscheint, die mit einem Audiokommentar von Boll ausgestattet ist, beginnt der Run auf das Produkt. Boll scheint sich zusehends in sein eigenes aggressives, prolliges Credo zu verlieben. Mit dem Projekt „Raging Boll“ liefert er der internationalen Presse neues Mehl auf deren Mühlsteine. In einer bis dahin unvorstellbaren und auch heute noch unwirklich anmutenden Promotion- Aktion, ruft Uwe Boll seine heftigsten Kritiker dazu auf, sich nicht länger hinter ihrem Magazin- und Bloggeschreibsel zu verstecken. Sollen sie doch versuchen, endlich zu ihren unablässigen verbalen und nicht selten sehr persönlichen Angriffen auf ihn zu stehen, von Angesicht zu Angesicht – in einem Boxring.

Rezensionen

EXTRA
David Shrigley – Kann doch jeder von Seraina Nyikos

Zwar ist Shrigley an Orten wie dem MoMA in New York vertreten, sein Name jedoch ist nicht jedem gleich ein Begriff. Eher ein Underdog in der Kunstszene hat er durch seine Nähe zu Musikern und anderen Kreativen den entscheidenden Vorteil, auch für weniger kunstaffine Menschen interessant zu sein. Für mich zum Beispiel. Meine erste Begegnung mit David Shrigley lässt sich auf den Februar 2006 datieren, als ’Who I Am And What I Want’ im Vorprogramm des Tomlab-Labelabends in der Volksbühne Berlin gezeigt wird. Ein genau 7 Minuten und 23 Sekunden dauernder Kurzfilm über eine Figurnamens ’Pete’, der an bodenlosem Sarkasmus und brillantem Irrsinn kaum zu überbieten ist.

Sergej Jensen – Habenichtse aus der Halbtotalen von Jörg Gruneberg
Die Materialien glitzern, bezaubern mit kleinem Zierrat, zarte Farbverläufe treten hervor. Aus der Distanz dagegen wirken die Bilder abstrakt, anonym bis dekorativ. Die halbnahe Sichtposition – oft genau die, die man in einer mittelgroßen Galerie automatisch einnimmt – zeigt dann die vermeintlich kritische Seite der Objekte, die plötzlich vorgaukeln Fundstücke zu sein.

Tristesse Global 2: Der schwarze Grund des Steinhuder Meeres von André und Christoffer

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Als wir durch einen endlosen ufernahen Weg, der links und rechts von mannshohen Stacheldrahtzäunen umsäumt wird, zum Strand am Nordufer gehen, dessen Eingangsschild ein Betreten des Gebietes zwischen 22-6 Uhr untersagt, wird mir ein erstes Mal mulmig. Wachhundwarnungen auf jedem Privatsommerhausgrundstück, die so sehr abgesichert sind mit Nato-Draht, dass meine Sender verrückt spielen. Angst vor Einbrechern schließe ich aus. Nein. Hier gibt es ETWAS ZU VERBERGEN.

Donald & Simon Comic von Ralph Niese

ABO NICHT VERGESSEN!!
Für 25 Euro die nächsten 4 Hefte ins Haus! Unser Spezial-Angebot im Mai:
bestellt eine alte Ausgabe und ihr bekommt die druckfrische PnG #75 dazu!

P.S. Diese Musik ist auf der CD …

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Comments (3) to “So sieht’s aus: Persona Non Grata # 75 Fehler”

  1. continuity rules!

  2. […] Persona Non Grata # 75 Fehler 04Mai08 Die neue Persona non Grata ist erschienen.  Thematisch dreht es sich in der 75. Ausgabe um “Fehler”. Ob der Kauf der Zeitschrift ein selbiger ist, bleibt abzuwarten. Immerhin präsentieren die LeipzigerInnen diesmal eine Polemik gegen StreetArt, einem Beitrag zum Thema “Culture Jamming zwischen Widerstand und Affirmation”, einem Label-Spezial zur Hamburger Label-WG, einen Ausblick auf die diesjährige Pop-Up und einige Porträits spannender Musikprojekte( Audiolith, FSK, Fuck Buttons , Rummelsnuff) Filed under: mittendrin   |   […]

  3. […] Dieser Text ist Teil des Label-Spezials der Persona non Grata #75. Im Heft findet ihr außerdem einen ausführlichen Text zur Buback-Geschichte von Jörg Gruneberg. Neugierig geworden? […]

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