Less talking, more dancing! Bullmeister und Jake the Rapper in der Ilse

popup08Für die wirklich guten Dinge zahlt man häufig einen hohen Preis. Im Falle des ersten (Pop Up Abends hieß das im Klartext: wer zu Jake the Rapper will, muss erstmal an Bullmeister vorbei. Die waren extra aus dem 500 km entfernten Mannheim angereist, wie sie mehrfach betonten, doch für wen, das erschloss sich bis zum dankbaren Ende ihrer Darbietung niemandem.

Es begann im gut gefüllten Ilsekeller mit einem Beat, dem man seine Fettigkeit nicht abstreiten konnte. Überhaupt war der musikalische Teil der nächsten Stunde ganz brauchbar: das programmierte elektronische Schlagwerk wurde von einem halbanalogen, sprich einem Schlagzeuger mit Drumpads, und einem Gitarristen begleitet. In den Mittelpunkt spielte sich aber von Anfang an die Frontsau mit dem V-Shirt bis zum Gemächt und einem “Amen”-Sticker auf der Brust. Der Allmächtige schien abwesend, sonst hätte er sich sicher gnädig gezeigt und an der Stelle, wo der Mann mit dem Mikro rumhampelte, wäre nur ein Krater und ein Häufchen Asche geblieben. Während sich der Tanzflur langsam füllte und sich die Gliedmaßen eingroovten, fühlte sich dieser bullfatzkeEgozentriker vom Typ Koksnase dazu genötigt, Stimmung mit dem Brecheisen zu produzieren und brüllte “Lasst mich Eure Hände sehen!” und “Könnt ihr mich hören!” in die bekanntlich sehr überschaubaren Räumlichkeiten des Ilses Erika. Ging natürlich völlig nach hinten los, ebenso wie seine Frage “Ist hier jemand verliebt?” beim obligatorischen Liebeslied und dem direkten Ansprechen von Publikumsgestalten, um sie dazu zu bewegen, die Lücke zur Bühne zu schließen. Nee, näher ran wollte da niemand. Nachher stellt sich die affige Hampelage da vorne noch als ansteckend heraus. So tanzte, wer sich nicht gegen die, wie gesagt zugegebenermaßen in der Tat infektiösen Beats wehren konnte, vor sich hin und der Rest wartete peinlich berührt, bis es vorbei war. (Lars)

Leipzig ist eine dankbare Station für Jake the Rapper. Hier drängelt sich der gewichtige Kerl noch nicht von jeder Straßenecke auf, und dass der Eröffnungsabend der diesjährigen (Pop Up Messe nach den hochnotpeinlichen Bullmeister doch noch zu einer schweißspritzenden Party wurde, dass die Köpfe nickten, bis die Wirbel knackten, jaketherapperdas war vornehmlich der Verdienst dieses Künstlers. Mit brachial hämmernden Beats und einer in Manie völlig losgelösten Performance verwandelte sich Jacob Dove Basker, ein Typ zwischen Biker-Kumpel und Huggy-Bär, der sich vor dem Auftritt noch einnehmend freundlich durch den Club getrollt hatte, in ein verrückt über Mic und Mac speichelndes Urviech. Die von ihm völlig doof gerockten Party People machten keinen Zentimeter Platz auf der Tanzfläche. Vereinzelte Ermüdungserscheinungen wurden von und vor der Bühne völlig ignoriert, so als wollte man nachdem eigentlich schon alle Zweifel weggetrampelt waren, die Frage auf Teufel komm raus noch wirklich klären, wer denn wohl länger stehen könne: Jake the Rapper oder sein Publikum. (Nimrod)

PS: Die ersten Fotos von Klaus sind online!

Comments (1) to “Less talking, more dancing! Bullmeister und Jake the Rapper in der Ilse”

  1. sehr schön.
    hände hoch!
    bei uns könnt ihr koks kaufen.
    der erlöß geht an persona non grata.

    from bullmeister with love

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