Jaguar Love und Barra Head live in Dresden

Da es unsere heilige Pflicht ist, Euch lieben Musikjunkies stets den neuen heißen Scheiß unter die Nase und unter die Ballerinas zu reiben, empfehlen wir an dieser Stelle die Tour von Jaguar Love. Es handelt sich dabei um die beiden ex-Blood Brothers Johnny Whitney (Gesang, Klavier) und Cody Votolato (Gitarre, Bass), sowie dem ex-Pretty Girl J Clark (Schlagzeug, Bass, Keyboard). Und wie nicht anders zu erwarten war, hauen die drei immer ordentlich auf die Zwölf, zappelig, energetisch, mitreißend.
Supportet wird das Trio, dessen Debüt im August bei Matador erscheinen wird, von den dänischen Barra Head, die allein schon den Gang nach Altbriesnitz wert wären.
Samstag, 28.06.08, Beatpol, Dresden
Einlass: 21.00 Uhr | Beginn: 22.00 Uhr
www.myspace.com/jaguarloveband
www.myspace.com/barrahead
www.beatpol.de
Tourdaten Jaguar Love:
28.Jun.2008 21:00 Beatpol, Dresden Germany
30.Jun.2008 20:00 Lucerna Music Bar, Prague-Czech Republic
01.Jul.2008 20:00 PPC, Graz

JAGUAR LOVE
TAKE ME TO THE SEA
So etwas kann ich ja wirklich gut leiden: Musik, die mir das Gefühl der Dringlichkeit vermittelt. Die mich packt und rüttelt und schüttelt und in die Ohren schreit: Alter, aufwachen! Los jetzt! Es geht ab! Und es ist der große und nachhaltige Verdienst von Bands wie beispielsweise Jaguar Love, einen immer mal wieder daran zu erinnern, wie schmerzlich die Abwesenheit dieser Dringlichkeit, dieser Energie, dieser Wucht, kurz gesagt dieser Lebendigkeit doch eigentlich ist. Wenn man sich einfach mal „Take Me To The Sea“ in seiner Gänze reinzieht und mitreißen lässt von dieser Intensität, die diese zehn Songs abstrahlen wie ein glühend heißer Ofen. Nun könnte man meinen: Liegt halt in der Familie. Ja, irgendwie schon. Jaguar Love sind Post-Blood Brothers vermengt mit einer kleinen Prise Pretty Girls Make Graves. Da darf, ach was, da muss schon mal ordentlich Dampf im Kessel sein. In klassischer Triobesetzung mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und dem manchmal schon fast fiebrigen Gesang von „Mischwesen“ Johnny Whitney krawallen sich Jaguar Love durch – nun ja, raus muss es ja doch – die bereits erforschten Gefilde von Rock. Ja, richtig gehört: Hier wird nicht die Zukunft verhandelt, eher schon getestet, wie dies mit der Aufarbeitung von Traditionen funktioniert. Oder warum wird bei Stück Nummer 2, bei „Bats Over The Pacific Ocean“ so ganz massiv Bruce Springsteen zitiert? Es gibt noch ein paar solche Momente mehr, in denen ich mich erinnert fühlte. Eine durchaus interessante Komponente dieser Platte, die die bereits erwähnte Dringlichkeit vortrefflich um eine offenherzige Eingängigkeit ergänzt – eine Eingängigkeit, die aus Jaguar Love beinahe schon wieder etwas wie Konsens machen könnte. Und vielleicht auch ganz neue Möglichkeiten eröffnet: Warum nicht einmal nach verschollenen und vergessenen Verbindungen forschen? Oder den Versuch zu starten, die Dringlichkeit und Noise-Rock-geschulte Zappligkeit als hochgradig schätzenswerte musikalische Kategorie möglicherweise auch mal anderen Hörergruppen nahe zu bringen? Nun, wert ist es alle mal, diesen formidablen Happen namens „Take Me To The Sea“ mal zu goutieren. Energie rules okay. Klarer Fall. (Matador)
Jensor
BARRA HEAD
DER FELS UND DIE BRANDUNG
von Klaus Nauber
Barra Head ist die südlichste Insel der Äußeren Hebriden. Ein Außenposten vor der Küste Schottlands, ein malerisches Eiland mit einem Leuchtturm obendrauf, von Wind und Wetter umtost, Heimat tausender Vögel und menschenleer, seit der Betrieb des Leuchtfeuers auf Automatik umgestellt wurde. Majestätisch erhebt sich der Felsen auf die Höhe von 193 Metern über dem Meeresspiegel. Der Leuchtturm wurde 1833 in Betrieb genommen und von Robert Stevenson entworfen und errichtet. Die Familie Stevenson, das muss auch mal erwähnt werden, sind so etwas wie die Ewings des Ingenieurwesens ihrer Zeit. Mehrere Generationen entwarfen nicht nur fast sämtliche Leuchttürme Großbritanniens, sondern auch zahlreiche Brücken (s. Etikett Newcastle Brown Ale). Ein kränkelnder Spross der Familie, der Enkel des oben erwähnten Patriarch, war nicht für die Baustellen der Familie und deren Witterungsbedingungen geschaffen und verlegte sich auf die Schreiberei, verfasste zahlreiche bekannte Werke wie „Die Schatzinsel“. Hatte ja auch was mit Seefahrt zu tun.
Anyway, das dänische Trio Barra Head hat es auch mit dem Maritimen. Kopenhagen liegt an der Ostsee und das Cover des letzten Albums „We Are Numbers“ zieren die Baupläne eines Frachters. Unberechenbar wie die See kommen uns auch Mikkel Jes Hansen (Gesang, Gitarre), Arvid Gregersen (Bass) und Jakob Aron Hvitnov (Schlagzeug), mal ruhig gelassen, entspannt und im nächsten Moment aufbrausend, schäumend und ungestüm. Mit einer innewohnenden Kraft, die sich auch in der Spannung der leiseren Passagen manifestiert und nicht nur in der Wucht der Ausbrüche.
Gegründet wurde die Band Anfang der Neunziger und nachdem man etwa zehn Jahre lang gesammelt hatte, veröffentlichten Barra Head 2001 das erste Album „Songs & Departures” auf dem dänischen Independent Label Play/Rec, dem man bis heute treu geblieben ist. Das zweite und bislang letzte Studioalbum „We Are Number“ erschien 2004, nach jahrelangem intensiven Touren und steter musikalischer Entwicklung, nicht nur was die Instrumentenbedienung anbelangt, sondern auch das geschlossene, intuitive Zusammenspiel - anders ließe sich die komplexe Rhythmik ihrer Songs auch kaum meistern. Gitarre und der Gesang umspielen, umtanzen das Rückgrat aus Schlagzeug und Bass, der Gesang pendelt zwischen Rezitation und meditativen Chants. Dass man irgendwie aus dem Hardcoresektor stammt, lässt sich nicht verbergen, doch die stakkatohaften, wütenden Ausbrüche lösen sich häufig in flächige, postrockige, jazzige, ruhigere Passagen. Eine Dynamik die dank straffem, exakten Spiel hervorragend funktioniert.
Eine gewisse kriegerische Metaphorik liegt den Texten zugrunde. Betrachtungen aus dem privaten und gesellschaftlichen, politischen Bereich werden heruntergebrochen auf diese zugespitzen Analogien. Kampf, Verrat, Angst, Tod, Disziplin, Stolz, Lüge zeigen auf, dass im Großen wie im Kleinen nie eine schwarze oder eine weiße Seite existiert, kein Richtig oder Falsch.
Eigentlich war das dritte Album schon für den Herbst 2007 angekündigt, aber alles verzögerte sich. Der Wunschproduzent J. Robbins musste erst mal absagen, als Anfang des Jahres Studiosessions angesetzt waren. Tim O’Heir, der schon Dinosaur Jr., Sebadoh und Hole produzierte, übernahm dann die Aufnahmebetreuung. Im September sagte Robbins dann doch noch zu und überarbeitete den endgültigen Mix der Tracks noch mal. Die Band wollte unbedingt mit ihm arbeiten, da sie nicht nur seine Arbeit als Musiker und Songschreiber in Bands wie Goverment Issue, Jawbox, Burning Airlines und den Channels schätzt, sondern auch seine Tätigkeit als Produzent und Mixer für Bands wie Against Me!, Faraquet, Promise Ring. Anfang Oktober war er fertig und die Band begeistert, wie man dem Bandblog entnehmen konnte. Das Mastern der Mixe übernahm mit Alan Douches ebenfalls eine Szenegröße, die bereits mit so unterschiedlichen Künstlern wie Converge, Sufjan Stevens und Mastodon zusammengearbeitet hat. Das Album erscheint nun am 25.01.2008. Das Heimatlabel Play/Rec übernimmt diesmal die Veröffentlichung in ganz Europa, so dass Sinnbus nicht als Label, aber immerhin als Vertriebspartner in Erscheinung tritt.
Musikalisch scheint die Aggressivität etwas gemindert, der gepeitschte Beat weicht nun des Öfteren fließenden Melodien. Sänger Mikkel fällt häufiger in klaren Gesang anstelle der bisher eher gebellten Agitation/Rezitation. Das Album fällt ruhiger aus, man scheint sesshaft geworden zu sein, das Leben wurde neu zentriert, die familiären Umstände mit Zuwachs usw. scheinen sich niederzuschlagen. Tatsächlich aber frisst sich die Unzufriedenheit mit der Welt, der Gesellschaft, der Politik auch weiterhin in Gestus und Texte der Band. Beispielhaft sei hier der Song „Common Ground“ erwähnt, in dem es um die gewaltsame Räumung des Ungdomhuset in Kopenhagen geht. Ein Vorgang der exemplarisch für die Einschränkung von Freiräumen, Paranoia und den Verlust der Unschuld in dem einst so liberalen Königreich steht. Man hadert mit der Heimat, fühlt sich plötzlich fremd im eigenen Land. Die einst so bunte Subkultur wird bedroht von den Entscheidungsträgern des reaktionären Bürgertums. Da war man ganz besonders in Dänemark schon mal erheblich weiter. Diese Tendenz ist nicht nur bedauerlich, sie erzeugt auch jede Menge Wut, die Wut, die aus den Songs von Barra Head immer wieder hervorbricht.
Barra Head : informations, photos, carte, vue satellite wrote:
[…] Informations : Latitude : 56.7833333°Longitude : -7.6447222° Aux environs : MingulayAéroport de BarraBarra (Écosse)FudayGighayMuldoanichPabbay (Barra)SandrayVatersay Liens connexes : Now distributing Play/RecPlay/Rec’s musical profile, if pressed to pin it down, follows two main paths. One focuses on melodic and poetic indie rock, the other on hard-hitting, angular rock. The Play/Rec roster consists of acts such as Barra Head, Lack, …sex! (…and other things)barra head. jacob faurholt + sweetie pie wilbur. but none of those are essential. i don’t really know them, but i might check them out. depending on how well it all goes, how tired i am, and how the busses run. …Undertoner.dk » Marvins Revolt: Patrolling the HeightsMarvins Revolt: Patrolling the Heights. Af Brian Ravnholt Jepsen | 01.12.09 | Én kommentar. Marvins Revolt: Patrolling the Heights (2009). Play/Rec. Musikalske slægtninge: Lack, Barra Head, The Raveonettes, Manic Street Preachers …persona non grata » Jaguar Love und Barra Head live in DresdenBarra Head ist die südlichste Insel der Äußeren Hebriden. Ein Außenposten vor der Küste Schottlands, ein malerisches Eiland mit einem Leuchtturm obendrauf, von Wind und Wetter umtost, Heimat tausender Vögel und menschenleer, … Contact & Informations […]
Posted on 20-Dez-09 at 3:23 am | Permalink