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Franco Godi - Herr Rossi & La Linea OST

rossi.jpglinea.jpgGestatten: Rossi. Meine kindliche Liebe zu dem kleinen, knollennasigen Männchen und seinem Hund Gaston hat sich bis in die Gegenwart gehalten. Während einige Helden der Kindheit den Alterprozess nicht überlebt haben und heute so infantil wirken, wie sie es damals vermutlich eh schon waren, schau ich mir die lakonischen Abenteuer des Italieners auch heute noch gerne an. Dass ich damit nicht alleine bin, beweist die auch schon vor einiger Zeit erschienene Wiederveröffentlichung der kompletten Serie auf DVD. Die psychedelische Komponente war und ist aber auch absolut einzigartig im deutschen Kinderfernsehen (in dem Herr Rossi heute freilich nicht mehr zu sehen ist), ebenso wie die Musikalität der Serie. (Continued)

Rocken musses! sagt Jensor

Natürlich gilt diese simple Weisheit auch im Jahre 2008. Ganz ohne Arschtreten will die Welt nun mal nicht recht funktionieren – ein triftiger Grund, einer entsprechenden Ansammlung von Tonträgern dem passenden Test zu unterziehen. (Continued)

Ani DiFranco - Live At Babeville DVD

live-at-babeville-dvd.jpgDass Ani DiFranco schon seit fast 20 Jahren ganz unbeirrt ihren Weg geht, ist nichts Neues. Diesen schreitet sie auch wieder ganz majestätisch auf ihrer neuen Veröffentlichung ab: einer Live-DVD inklusive Bonus Audio CD. Was will das Fanherz also mehr? Das Babeville ist übrigens DiFrancos ganz eigenes Venue, das vormals eine alte, heruntergekommene Kirche war. Die Songwriterin aus Buffalo schütze das alte Gebäude vor dem Abriss, indem sie eine moderne Konzerthalle daraus machte. Die Atmosphäre spricht jedenfalls für sich, wenn man die DVD einlegt und DiFranco in ihrer Heimatstadt frenetisch empfangen wird. Dieses Gänsehautgefühl schwindet allerdings nicht nach dem Abebben der Geräuschkulisse, sondern kann zumindest stellenweise während des gesamten Sets aufrecht erhalten werden. (Continued)

Freezepop - Future Future Future Perfect

freezepop.jpgFreezepop aus Boston „brillieren“ als die typischen Elektro-Pop-Ausputzer innerhalb der Scores des US-amerikanischen Wegwerf-Kinos und leidlich erfolgreicher, Pseudo-Hipness-atmender TV-Serials, wenn der obligatorische Nu Metal-/Jack Johnson-Ödnis-/Emo-Anteil abgegolten wurde und die „Gilmore Girls“ auch einmal zum fluffy Blubber-Synth über den Marktplatz ihrer Heimatbutze schlendern sollen. Das nehme ich bei der Beschau des Selbigen ja auch gern hin, aber verschont mich bitte mit einem ganzen Album voller Tasten-Kindergarten und Mini-Ladytron-/Client-Playbackshow, welches so schwachbrüstig daherkommt, auf dass man sich selbst ganz wehrlos wähnt. Das ist doch nicht gut in diesen Zeiten. Und wenn man dreifach im Albumtitel die Zukunft beschwört, dann kann sich desöfteren drinnen nur ein lächerliches „Gut gemeint“ befinden. Da könnt ihr gern noch einmal 50 000 My Space-Freunde sammeln. (Rykodisc) Donis (Continued)

The Sound of Arrows - Danger!

the-sound-of-arrows.jpg“Danger!” ist wohl so eine Art Geheim-Hit. Dem Prädikat “Hit” könnte ich zustimmen, wenn man fluffigen Kaugummipop mit einer aparten Hookline und einer üppigen Instrumentierung als adäquates Kriterium nimmt. Nur haben das schon so viele (schwedische) Bands gemacht, dass mein persönlicher Qualitätspegel mittlerweile etwas höher liegt. Da reißen dann auch die beigefügten Remixes nichts mehr raus, genauso wenig wie das leider sehr peinliche, weil sich sämtlicher Klischees bedienende “A Very Sad Song”, das genauso klingt, wie es heißt. Im Herbst soll das Album der Sounds Of Arrows kommen; mal sehen, ob sie auch etwas mehr zu bieten haben. (Labrador/Broken Silence) (Continued)

Blood Red Shoes - Box of Secrets

blood-red-shoes.jpgYoooooh, so haben wir das gern. Krachiges Gerumpel, energische Songs, fette Gitarrenriffs, noisy und doch mit einer Melodie im Hintergrund. Fettes Gebratze und doch ausgefeilte Arrangements. Schmissige Hooks, frecher Gesang und dann auch noch im Geschlechterwechsel. Alternative Rock, Indierock wie es ihn vor fast 20 Jahren schon mal gab. (Continued)

The Black Keys - Attack and Release

the-black-keys.jpgJa ja, Retro Retro Retro. Man kann es nicht mehr hören. Die Kritik nutzt die Bezeichnung oft als Vorwurf der mangelnden Kreativität. Aber warum? Nur weil sich die Künstler der Klangwelt, Songstrukturen und –schemen eines Subkosmoses bedienen bzw. verpflichtet fühlen? Sei’s drum, letztlich zählt was gefällt. Punkt. Souverän entwickeln die Black Keys ihren rückwärtsgewandten Garagenbluesrock weiter. Man hat aufgestockt, das Duo aus Akron, Ohio, hat sich nicht nur Produzent Danger Mouse, sondern gleich noch ein paar Musiker und Backgroundsängerinnen ins Studio geholt. Der Sound wird dadurch etwas runder, etwas gefälliger, voluminöser. (Continued)

Kill The Young - Proud Sponsors of Boredom

kill-the-young.jpgDa hat man wahrscheinlich gedacht, dass Kill The Young etwas für mich sein könnten, weil im Info u.a. Verweise zu Magazine und New Order gedroppt wurden. Ich weiß nicht, wo sich hier solcherart Spuren versteckt haben könnten. Ich höre nur rock-wavige Auftragsmusik für die Vans-zerschlissene Indie-Dissen-Tanzfläche von nebenan. Also, absolutes Feindbild meinerseits. Wie soll ich in diesem Zusammenhang eigentlich den Bandnamen verstehen? Wenn die ausführenden Gebrüder Gorman aus Manchester so viel Energie, Kraft, Unverwüstlichkeit und Wut in ihren integeren Indie-Rock legen können, frage ich mich, warum die nicht einfach mal Arbeiten gehen. Zugegeben, das war jetzt etwas sehr platt. Ich möchte mich eben einfach nur nicht eine ganze Plattenlänge lang so alt fühlen. (Discograph) Donis

(Continued)

La Batterie – He Ate A Lamp Now He’s A Fan

la-batterie.jpgDas Album hat alleine schon wegen seines Titels gewonnen: “He Ate A Lamp Now He’s A Fan”, muss man das verstehen? Aber genauso bildlich und gleichzeitig unfassbar wie der Titel ist auch die Musik. Die Texte sind eher gelesen oder aufgesagt als gesungen. Mal im Duett, mal Solo, aber immer sehr direkt. Die Musik ist minimalistischer lo-fi mit Gitarre und Schlagzeug. Arty, sexy und rockig. Dass La Batterie aus Berlin kommen hört man weder am Namen, noch an der Musik – obwohl der Akzent sie dann doch verrät. Aber genau solche Widersprüche und das Unvermögen die Musik einzuordnen machen “He Ate A Lamp Now He’s A Fan” so spannend und besonders. Teilweise klingt es wie Chicks On Speed, im nächsten Moment wie die Moldy Peaches und dann wie Prinzhorn Danceschool oder Gravy Train. Der künstlerisch darstellende Aspekt der Musik spielt eine große Rolle aber genauso auch die spröde Persönlichkeit und die Texte, die trotz ihrer klaren Ausdrucksweise gar keinen Anspruch daran stellen verstanden zu werden, aber durch ihre Repetition absolut passend und einfach stilecht wirken. (Continued)

Ralf Gum - Uniting Music

ralf.jpgEinmal mehr haben wir es hier mit freundlicher, Mousse T.-unterschriebener Deephouse-Schaffe inkl. Soul-Fundament aus deutschen Landen zu tun, welcher auf eine schlafhypnotisierende Weise wieder einmal so etwas von gar nichts falsch macht. Wie denn auch, in dieser scheinbar engen Truhe? Da der Latin-Hieb, hier die BarJazz-Kante, alles international, alles sauber, alles verdammt langweilig. Hierüber tröstet mich auch das Guesting der Masters At Work-Vokalikone Wunmi keineswegs hinweg. Solcherart Flavour bereiteten Working Week vor mehr als zwanzig Jahren und wenig später die Loose Ends schon atemberaubender. Von der New Yorker House-Historie will ich jetzt gar nicht erst anfangen. (Gogo Music) Donis

(Continued)

Officerfishdumplings - Officerfishdumplings finds your way home

officerfishdumplings.jpgZwischen wild zusammengewürfelten Field Recordings und nicht minder unkonventionell zusammengestrickten Beats entfaltet Hatim Belyamani seine fast willkürlich wirkenden Melodien. Dabei ist der Ansatz an sich nicht unbedingt neu. So verfolgen beispielsweise Secret Mommy einen recht ähnlichen Kurs, auch wenn Belyamanis Herangehensweise etwas entspannter und introspektiver angelegt ist. Wenn man bei diesem Vergleich bleiben will, so wird deutlich, dass Officerfishdumplings eine geradlinigere und homogenere klangliche Ausrichtung für sich entdeckt haben, die zwar geschlossener wirkt, jedoch auch nicht so viele Überraschungen parat hält und bisweilen etwas eindimensional daherkommt. Wer sich daran nicht stört, sollte dem Projekt mit dem unglaublich bescheuerten Namen eine Chance geben. (Notenuf Records) Matthias Rauch (Continued)

V.A. - Late Night Tales/Groove Armada

late-night-tales-groove-armada.jpgWie soll ich denn bitteschön diese CD verstehen? Die Herren Andy Cato und Tom Findlay vom feuchten Traum aller alt eingesessenen Grafikdesigner Groove Armada entdecken für uns die 80er Jahre-Party, oder was? Der einzige Unterschied zwischen dem hier und den einst rigoros zusammen geschusterten „Pop & Wave“-Samplern von der Stange besteht darin, dass es hier keine Pausen zwischen den Stücken gibt. Na toll! Die Mix-Generierungsprogramme packen dies ja auch alles ohne Schweißtrieb. Aber so billig? Roxy Music’s „Love Is The Drug“, Depeche Mode’s „Enjoy The Silence“, Electronic’s „Get The Message“, Chris Rea’s „Josephine“, The Cure’s „Close To Me“…? Wo sind Gino Vanelli, Michael Semballo, Glen Frey, Al Corley und Matthew Wilder? Oder gleich the austrian unknown project Opus? Ihr habt doch echt Einen zu laufen. Wir sehen uns demnächst in dem Studentenclub, der sich Groove Armada leisten kann. (Vital Dist/rough trade) Donis
(Continued)

Raf & O - Has the Air Gone Walking?

rafando.jpgIm Mittelpunkt dieser EP steht die sanfte und einfühlsame Stimme Raf Mantellis, die von nicht minder locker dahinrollenden Beats getragen wird, ohne dabei in abwegig loungige Gefilde abzudriften. Obwohl das Ganze in seiner Grundhaltung recht lieblich ausgefallen ist, überzeugen die ungewöhnlichen Gesangsarrangements ein ums andere Mal, wobei die elektronische Untermalung etwas mutiger und vor allem vielschichtiger hätte ausfallen können. Der erste Eindruck stimmt schon mal, wobei der Nachfolger definitiv mehr Ideen und Facetten offenbaren sollte, um einer gewissen Eindimensionalität zu entgehen. (Geo Records) Matthias Rauch (Continued)

Piroth auf Tour und am Montag in Leipzig

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Erneut an einem Montag geben sich die Schwestern Piroth aus dem lauschigen Schweden in Leipzig die Ehre. Diesmal jedoch nicht wie zuletzt im Tschau-Tschüssi sondern fast schon spießbürgerlich im Café Mule in der Spinnerei. Von der langen Anfahrt sollte sollte man sich dennoch nicht abschrecken lassen, belohnt wird der Besucher mit feinen Melodien und zu Herzen gehenden Geschichten ohne großes Brimborium, einfach, schlicht, schön. Ein Tipp für Leute, die noch auf die leisen Töne hören und denen Worte mehr als große Gesten sagen.

Montag, 16.6. 21 Uhr
mule - cafe/garten, spinnereistraße 7, 04179 leipzig
www.cafe-mule.de
(Continued)

Scott Matthew - s/t

scott-matthew.jpgUnter anderen Umständen würde ich mich wahrscheinlich schnurstracks in Scott Matthews verlieben, denn er macht genau die Sorte wehleidige Musik, bei der ich mir in den richtigen Momenten gerne mal die ein oder andere Träne abdrücken kann. Allerdings befinde ich mich derzeit – für mich glücklicher-, für die Relevanz dieser Besprechung bedauerlicherweise – nicht in einem Stadium selbstzweiflerischer Semi-Depression, so dass es mir schwerfällt, mich ausreichend in die Thematik hineinzufühlen. Das tut mir aufrichtig leid, denn die Platte ist wirklich zauberhaft; nur fehlt mir im Moment das Vokabular, um ihre emotionalen Ausmaße adäquat zu beschreiben. Ich werde zu gegebenem Zeitpunkt aber darauf zurückkommen. (Glitterhouse/Indigo) (Continued)

Clark - Turning Dragon

clark.jpgDer mittlerweile in Berlin residierende Vollblut-Nerd Chris Clark verabreicht per „Turning Dragon“ eine wundersame Doppelboden-Platte aus Skam-/Warp- Querschlags -vs.- Harmonie- Bauweise und fast schon felsenfestem Techno-Bretterism Marke Dave Clarke-Klopp und schießt sich damit von seinem psychedelisch-tümelnden Electronica-Vorgänger „Body Riddle“ frei. Natürlich hält Clark hierbei keinen dieser elf angebotenen Tracks in zweiterer Art und Weise durch. Das wollen wir vom, gern und oft zum Aphex Twin-Schüler abkommandierten, Ersteller ja so auch gar nicht serviert bekommen. Vielmehr dokumentiert er sein Wissen und vor allem auch seine uneingeschränkte Liebe zu den Spielarten des interkontinentalen Techno und definiert Selbiges zum Fundament für die federführenden Patterns, welche jeden Conaisseur von Warphausens Electronica mehr als nur ein Lächeln auf die Lippen zaubern. (Continued)

E.D.A/M.B. - Regolelettroniche

mb.jpgHinter diesen kryptischen Kürzeln verbergen sich Maurizio Bianchi und Emanuela De Angelis, die sich hier zusammengetan haben, um ein klassisches Drone-Album aufzunehmen. Wo sich bei Nadja alles um die dunklen Seiten des Lebens zu drehen scheint, zeigt sich das italienische Duo weitaus vielseitiger und optimistischer. Denn durch die dichten Klangflächen hindurch, schimmert stets ein sehr helles, durchdringendes akustisches Licht, das sich weit weniger abgründig inszeniert, als das bei einigen ihrer Drone-Kollegen der Fall ist. Maurizio Bianchi dürfte darüber hinaus Interessierten wahrscheinlich kein Unbekannter sein, denn er gehörte lange Jahre zu den Pionieren der italienischen Avantgarde-Szene und war dort einer der ersten, der im Bereich der elektronischen Musik zu experimentieren begann. (Continued)

No Kids - Come Into My House

nokids.jpgDie No Kids kommen aus Vancouver. Kanada mal wieder. Aber genau das ist es auch. Wenn jemand was von Musik aus Kanada erzählt, horche ich sofort auf. Das ist fast schon wie ein Qualitätssiegel. Äußerst sympathische, charmante und junge Bands mit dem richtigen Gefühl für Indie ohne zu schrammeln, Dance ohne auch nur ein bisschen abgedroschen zu klingen, wohlklingende Melodien, die einen beglücken und einer Portion Individualismus, die sich aber trotzdem auf ihre Vorbilder beruft. Tja, ich weiß, ich bastle hier nun selbst an Klischees, aber genau das ist No Kids. Ein bisschen Hot Chip, Hey Willpower, vielleicht auch Architecture in Helsinki – das aber so abwechslungsreich und eigenständig, dass es einfach nur freut! (Tomlab) Verena (Continued)

Ljudbilden & Piloten - One Hundred Fifty-Five

ljudbilden___piloten_cd.jpgNach all den Jahren erfreut es einen doch immer wieder, wenn einem eine Platte mit außergewöhnlichem Artwork in die Hände fällt. Genau dieses taktile Element kann einem eben die ganze Downloadgeschichte, ganz abgesehen von der miesen Soundqualität, nicht bieten. Hinter Ljudbilden & Piloten verbirgt sich der vielfach ausgezeichnete Illustrator Kristofer Ström, der hier sein musikalisches Erstlingswerk vorlegt. Zwar gab es schon ein paar EPs und Singles im Vorfeld, doch „One Hundred Fifty-Five“ stellt die erste Longplay-Veröffentlichung des vielseitigen Künstlers dar. (Continued)

Vom Reisen - Unterwegs mit Ewan, Charlie und Michael

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Mit der Dokumentation von Reisen ist das immer so eine Sache. Bilder, egal ob bewegt oder auf Papier können nie einen echten Eindruck davon vermitteln, wie sich ein Land anfühlt, riecht und schmeckt. Deshalb beschränken sich die gängigen Formate, die bei uns täglich im TV das Fernweh wecken sollen, auf halbstündige Häppchen bei denen Fakten abgehakt und Postkartenmotive als Slideshow über den Bildschirm flimmern. Von den Menschen, ihrer Kultur, geschweige denn ihren Problemen erfährt man Null.
(Continued)